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„Faktenfinder“ – Verifikationsteam bei ARD-aktuell nimmt Arbeit auf

„Faktenfinder“ – unter diesem Namen hat das
Verifikationsteam bei ARD-aktuell in der ersten Aprilwoche seine
Arbeit aufgenommen. Die Einrichtung dieses Teams hatten die
ARD-Intendantinnen und Intendanten im Februar beschlossen. Bei der
ARD-Tagung am 3./4. April in Frankfurt/Main informierte Dr. Kai
Gniffke, Erster Chefredakteur von ARD-aktuell, Senderchefs und
Gremienvorsitzende über das Selbstverständnis des Teams und den Stand
der Vorbereitungen. Im Fokus der „Faktenfinder“-Arbeit stünden
Phänomene wie Fake News, Gerüchte, Verschwörungstheorien und auch
Hass im Netz, so Gniffke. „Spätestens seit der Präsidentschaftswahl
in den USA wird das Thema Fake News unter Journalisten, in der
Politik und in der Öffentlichkeit intensiv diskutiert. Mit dem
Faktenfinder möchten wir u. a. im Hinblick auf den
Bundestagswahlkampf gerüstet sein, wenn bundespolitisch relevante
Falschmeldungen oder Verleumdungen auftauchen sollten.“

Durch das Internet kursierten schon jetzt zahlreiche Gerüchte und
Legenden, so Gniffke weiter. Sie könnten durch ständige Wiederholung
zu „alternativen Fakten“ mutieren. Hier wolle das Verifikationsteam
für mehr Klarheit sorgen. Dazu werde das Team nicht nur gesicherte
Informationen recherchieren und darstellen, sondern auch anhand von
konkreten Beispielen darlegen, wie gefälschte oder andere unseriöse
Meldungen zu erkennen sind. Gniffke: „Dabei spielt vor allem die
regionale Kompetenz der ARD eine überragende Rolle, denn viele
Gerüchte und Falschnachrichten verbreiten sich zunächst lokal. Durch
die regionale Präsenz der ARD können solche Gerüchte schnell
identifiziert und geprüft werden. Der –Faktenfinder– versteht sich
als ein Knotenpunkt im ARD-Netzwerk, um solche Phänomene aufzuspüren
und – nach Prüfung der Relevanz – gegebenenfalls zu entkräften. Dies
soll in Zusammenarbeit mit Fachredaktionen in der ARD,
Korrespondenten oder regional betroffenen Studios geschehen.“

Die Ergebnisse dieser Arbeit veröffentlicht die ARD auf der Seite
faktenfinder.tagesschau.de, die seit dem 3. April online ist.
Zugleich können Landesrundfunkanstalten und ARD-Studios die
Recherchen für ihre Berichterstattung verwenden. Die Ergebnisse
werden außerdem für die Sozialen Netzwerke aufbereitet, um sie dort
auszuspielen, wo falsche Nachrichten und Gerüchte verbreitet werden.

Gemäß des Intendantenbeschlusses verstärken befristet entsandte
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den Landesrundfunkanstalten das
„Faktenfinder“-Team. ARD-aktuell strebt an, die Kosten aus dem
laufenden Betriebshaushalt zu decken. Der „Faktenfinder“ arbeitet
werktäglich mit vier, an Wochenenden mit zwei Redakteurinnen und
Redakteuren. Geleitet wird das Projekt von Patrick Gensing, bislang
Autor und Chef vom Dienst bei tagesschau.de, der sich in seiner
journalistischen Arbeit seit Jahren mit Phänomenen wie Hass im Netz
und Verschwörungstheorien beschäftigt. Das Projekt ist vorerst
befristet bis Ende November 2017.

Pressekontakt:
NDR Presse und Information,
Martin Gartzke,
presse@ndr.de,
Tel. 040 / 4156-2300

Original-Content von: ARD Radio & TV, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 5. April 2017. Filed under Internet. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

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