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Wie moderne Technik kosten spart

Ein achtjähriger Junge stand am Bahnhof in Nürnberg. Er tippte gegen die Glasscheibe hinter der die Fahrpläne hingen. Die Scheibe reagierte nicht. Verunsichert wandte sich das Kind an seine Mutter: „Mama, der Fahrplan ist kaputt“, sagte er. Künftige Generationen werden sich eine Welt ohne Computer nicht mehr vorstellen können, die Digitalisierung ist in vollem Gange. Sie wird das Tagesgeschäft von Unternehmen, egal welcher Größe, verändern. Diese Entwicklung bietet große Chancen für Betriebe, die aber zuerst erkannt werden müssen. Die größte Gefahr, die vom Verschlafen des Trends ausgeht ist, dass der aktivere Mitbewerber Wettbewerbsvorteile erzielen kann. Kodak, das im Jahr 2012, nach 132 Jahren Firmengeschichte, Insolvenz anmelden musste, ist nur das berühmteste von unzähligen Beispielen. Sie hatten zu spät auf die Digitalisierung reagiert und waren innerhalb weniger Jahre nicht mehr konkurrenzfähig.
Unternehmen brauchen ganzheitliche und nachhaltige Digitalisierungsstrategien. Einerseits müssen die, durch die Digitalisierung entstehenden, Anforderungen zielgerichtet umgesetzt werden. Andererseits aber auch die Chancen, die sich bei solchen Transformationsprozessen ergeben, aktiv genutzt werden. Gleichzeitig müssen die Geschäftsführer festlegen, welchen Trends es zu folgen gilt und welche nur einen Hype ohne einen konkreten Beitrag zur Wertschöpfung darstellen. Sie müssen sich die Frage stellen: „Was kann, will und braucht der Kunde?“. Denn wie immer steht dieser im Mittelpunkt. In welcher Umgebung bewegt er sich und hat deshalb welche zu priorisierenden Anforderungen an digitale Angebote? Technologien wie Social Media ermöglichen, schnell auf individuelle Kundenanforderungen zu reagieren. Langfristig verbessern diese Maßnahmen die Kundenbeziehungen, Kunden sind eher zu einer langfristigen Bindung bereit. Der Kunde kann in diesem Erarbeitungsprozess aber auch der Mitarbeiter sein, der schließlich später operativ mit den digitalen Lösungen arbeiten muss.

Für kleinere und mittlere Unternehmen, mit beschränkten Ressourcen, kann die Digitalisierung helfen, diese Ressourcen besser zu nutzen. Beispielsweise können mit dem Enterprise-Resource-Planning (ERP) Terminpläne realistischer ausgearbeitet werden, da schnellere Produktionszeiten, zum Beispiel aufgrund von verbesserten Anlagen, direkt in die Planung integriert werden können. Ausfallzeiten können aufgrund von beschädigten oder defekten Anlagen ans ERP-System gemeldet und die Liefertermine – falls notwendig – nach hinten verschoben werden. Die Auslastung der Anlagen kann erhöht werden, weil Maschinen unter anderem selbsttätig Ersatzteile bestellen werden. Die Produktion wird flexibler, individueller und billiger, auch durch Verbesserung der Lagerhaltung. Dies wird dadurch möglich, dass ERP-Systeme und Produktionsdaten für Nachfrageprognosen genutzt werden. Überproduktionen werden vermieden, der Lagerbestand wird verringert, indem dass die Lagerbestände ständig überwacht sind. Falls Rohmaterial gebraucht wird, kann rechtzeitig neues nachbestellt werden. Kosten für Verzögerungen und für Eilzuschläge können so vermieden werden. Kapital, dass nicht mehr in Lagerbestand gebunden ist, kann sinnvoller eingesetzt werden. Wenn in der Herstellung Qualitätsprobleme auftreten, kann zukünftig schneller reagiert werden, da Meldungen in Echtzeit an die Business-Systeme erfolgen. Wird beispielsweise mangelhaftes Rohmaterial erkannt, kann es direkt an den Lieferanten zurückgeschickt werden. Der Hersteller spart dann Geld, indem der Ausschuss erst gar nicht produziert wird.

Doch nicht nur der Produktionsprozess wird sich verändern, sondern auch der Kontakt zum Kunden, egal welcher Art. Bares Geld wird eingespart, wenn ein Berater zu einem Meeting nicht 400 km fahren muss und stattdessen virtuell an diesem Treffen teilnimmt. Teilweise nutzen Unternehmen Online-Meetings auch im Kundenkontakt, was sicherlich nicht immer möglich ist, ein deutliches Einsparpotenzial ist trotzdem vorhanden.
Weiteres Kapital kann durch das Cloud Computing eingespart werden. Dabei werden nur jene Tools und Services online gemietet, die das Unternehmen auch tatsächlich braucht. Gleichzeitig wird immer die neueste Version einer Software genutzt, wodurch die Unternehmen immer auf dem neuesten Stand der Technik und vor allem der Sicherheitsupdates sind. Zusätzlich scheint nun die Digitalisierung das papierlose Büro, nachdem 30 Jahre lange davon geredet wurde, tatsächlich zu ermöglichen. In 44 Prozent von 80 000 weltweit befragten Unternehmen sinkt der Papierverbrauch, in 21 Prozent steigt er noch.
Wenn ein Unternehmen vor der Frage steht, ob sich Digitalisierung im Kleinen und Großen überhaupt lohnt, regen Experten an, sich zunächst folgendes vor Augen zu führen: Immer mehr Start-Ups, die aufgrund ihrer geringen Größe flexibel und sehr handlungsfähig sind, drängen in die verschiedenen Märkte mit neuen Ideen und digitaler Kompetenz. Schnell riskierten traditionsreiche und protektierende Mittelständler, wichtige Entwicklungen zu verpassen und durch ein überholtes Geschäftsmodell vom Markt gedrängt zu werden, obwohl ihr Produkt und ihr Vertrieb an sich von hoher Qualität sind.
Betriebe, die noch in geringem Maße auf Digitalisierung setzen, verzeichnen nur zu 10 Prozent steigende Umsätze. Unternehmen aber, die ihren Digitalisierungsgrad als gut oder sehr gut einschätzten, verzeichnen deutlich häufiger ein Umsatzwachstum. So befindet sich fast jedes zweite dieser Unternehmen (44%) in einer Wachstumsphase. Als Gründe für das Wachstum nannten die Befragten die Außendarstellung im Internet (75%), eine bessere Kundenbetreuung (69%) sowie die optimierte Kommunikation mit den jeweiligen Lieferanten und Partnern (66%). Für die Verantwortlichen in den Unternehmen ist es nun Zeit zu handeln. Mit durchdachten Entscheidungen, können neue Umsätze generiert werden und auch viel Geld gespart werden.

Posted by on 14. Juli 2017. Filed under Allgemein,Allgemeines & Information. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

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