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Vom Zuschauer zum Fan: „Social TV wird erwachsen“ / 3. Deutscher Social TV Summit der BLM mit mehr als 200 Teilnehmern

Social TV wird das klassische lineare Fernsehen
nicht ablösen, sondern verändern. Dabei schreitet die Verschmelzung
von Social Media und Fernsehen voran. Das ist das Fazit des
ausgebuchten 3. Social TV Summit der Bayerischen Landeszentrale für
neue Medien (BLM), den gestern in Münchner Literaturhaus mehr als 200
Teilnehmer besuchten. Gerade an Ereignissen wie der
Fußballweltmeisterschaft werde das sich ändernde Nutzungsverhalten
der Zuschauer deutlich, so BLM-Präsident Siegfried Schneider in
seinem Grußwort: „Für die Fernsehmacher ergeben sich durch Social TV
enorme Potenziale, um das Publikum besser kennenzulernen, auf sich
aufmerksam zu machen oder an sich zu binden. Die Folgen: neue
Einschaltimpulse, größere Reichweiten, ein vertieftes TV-Erlebnis und
im Idealfall ein Austausch zwischen Sender und Zuschauer auf
Augenhöhe.“

Denn immer mehr Menschen haben ein Zweitgerät wie Smartphone oder
Tablet, mit dem sie sich vor, während oder nach dem Fernsehkonsum
austauschen. 2014 sei das „Jahr des Smartphones“, in dem es auf der
Welt erstmals mehr Smartphones als TV-Geräte gebe, sagte
Keynote-Speaker Josh Partridge, Director von Shazam, einem Dienst zur
Identifizierung von Musik und TV via Smartphone. Die Zuschauer seien
die Gewinner dieser Entwicklung, da „der Second Screen dem Inhalt
neue Energie“ gebe.

Neue Energie durch Interaktion, sozialen Kontext, Personalisierung
und Bindung – wie Bertram Gugel von gugelproductions zusammenfasste.
In seinen Augen nähern sich die Funktionalitäten von TV und Social
Media immer mehr aneinander an. Bald werde es selbstverständlich
sein, von „Fernsehen“ zu sprechen und „Social TV“ zu meinen, da der
Second Screen längst Mainstream sei. „Social Media wird fundamentaler
Bestandteil von Fernsehen“, resümierte Gugel die Entwicklung: „Wir
müssen die Nutzer zu Fans machen, sie nicht mehr nur als Publikum
sehen.“

Schon in ihrer Begrüßung hatten die Moderatoren der Veranstaltung,
Michael Praetorius von Noeo und Geraldine de Bastion, festgestellt:
„Social TV wird erwachsen.“ Eine Entwicklung, deren Konsequenz ein
Umdenken in den klassischen TV-Sendern zur Folge haben müsse. Der
freie Berater Felix Segebrecht forderte in diesem Zusammenhang: „Wir
sollten die sozialen Kanäle als weiteren Kanal verstehen. Füllt ihn,
anstatt zu versuchen, die Nutzer zurückzuholen.“ Wie im Fiction und
Non-Fiction-Bereich dank Social TV ganze Story-Welten aufgebaut
werden können, wurde anhand mehrerer Praxisbeispiele – etwa zur
Arte-Serie „About:Kate“ oder zum Projekt „Netwars“ – illustriert.

Für Christoph Krachten, Mitbegründer der Online-TV-Plattform
Mediakraft entscheidet das Publikum über erfolgreiche Inhalte, „nicht
Redakteure.“ Dabei dürfe der Content aber nicht vergessen werden,
warnte Thomas Elstner von der Bewegtbildplattform Zuio.tv. Seine
Beobachtung: „Die Kreativität für Bewegtbild liegt für mich vor allem
im Netz.“ Dr. Sebastian Weil, Geschäftsführer der ProSiebenSat.1
Digital GmbH, sieht die Online-Aktivitäten seiner Sender als
Scouting-Plattform: „Aufgabe von Social Networks ist es, Talente zu
finden, zu fördern und sie bekannt zu machen.“ Das bestätigten
grundsätzlich auch Jan Paetzold von Sky Deutschland und Martin Fisch
von ZDF Neo. Fisch schränkte allerdings ein: „Bei uns hat es bisher
noch nicht so gut funktioniert, wenn You Tube-Stars Sendungen
bekommen haben.“ Dennoch finde eine Annäherung zwischen
zuschauergeneriertem Content und produziertem Content statt.

Was der Second Screen für Werbetreibende bedeutet, erläuterte Dr.
Andreas Schroeter, Gründer des Startups wywy. Die Möglichkeit
synchronisierter Werbung, die zeitgleich auf dem TV-Screen und Second
Screens ausgespielt wird, erhöht die Werbewirkung der Marke. Die
Problematik sei hier die geteilte Aufmerksamkeit der Nutzer: „Man
kann sich nicht auf zwei Dinge gleichzeitig konzentrieren.“

Emotionen seien ausschlaggebend, um die Zuschauer an den Sender zu
binden und sie dazu zu bringen, über die TV-Inhalte zu kommunizieren,
betonte Martin Dräger von Unruly, einem Unternehmen für
Videotechnologie. Dabei sei nicht die Summe der Views die Referenz
dafür, wie gut virale Inhalte funktionieren, sondern die Summe der
Shares. Er forderte mehr Mut, Gefühle, zu spiegeln: „Bisher hat kein
Shitstorm ein Unternehmen in den Ruin getrieben, sondern es nur
schlauer gemacht.“ Wie Zuschauerbindung durch Casual Games
funktionieren kann, berichtete Katharina Behrends von Universal
Networks International Germany. Sie betonte: „Mit den Begriffen First
Screen und Second Screen kann ich schon heute nichts mehr anfangen.“

Diese Information sowie Präsentationen, Fotos und Videos von
Keynote und Ausblick finden Sie unter www.medienpuls-bayern.de

Pressekontakt:
Dr. Wolfgang Flieger
Pressesprecher
Tel.: (089) 638 08-313
wolfgang.flieger@blm.de

Weitere Informationen unter:
http://

Posted by on 3. Juli 2014. Filed under Internet. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

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