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Crossmedial in die Zukunft / BLM-Präsident Schneider eröffnet 22. Lokalrundfunktage in Nürnberg

Der lokale Rundfunk müsse noch stärker als bisher
crossmedial arbeiten, so die Aufforderung von BLM-Präsident Siegfried
Schneider, der am heutigen Dienstag die 22. Lokalrundfunktage in
Nürnberg eröffnete. Insgesamt haben sich mehr als 1.000 Teilnehmer
für die beiden Veranstaltungstage am 8. und 9. Juli im CongressCenter
Ost der Nürnberger Messe angemeldet.

Schneider wies darauf hin, dass regionale Nachrichten in
Deutschland einen höheren Stellenwert hätten, als in allen anderen
Ländern. Dies gelte auch für junge Zielgruppen. Allerdings spiele
mittlerweile das Internet als Informationsquelle über das lokale
Geschehen eine führende Rolle, vor allem für die Jungen: „Für über 80
Prozent der 14- bis 20-Jährigen ist das Internet als
Informationsquelle über das lokale Geschehen sehr wichtig oder
wichtig. Dahinter folgt in dieser Altersgruppe der Lokalfunk mit über
60 Prozent, vor der Tageszeitung und dem Lokalfernsehen. Für den
lokalen Rundfunk ist das einerseits ein gutes Ergebnis, andererseits
wird aber auch deutlich, dass in Bezug auf das Internet weiterhin
Handlungsbedarf besteht.“ Schneider forderte die lokalen Anbieter
auf, in Zukunft noch stärker crossmedial zu arbeiten: „Möglichst
viele Inhalte des linearen Programms sollten auch, angepasst auf die
unterschiedlichen Ausspielkanäle, plattformübergreifend
funktionieren. Und die Inhalte sollten so interessant, spannend oder
unterhaltsam sein, dass die Nutzer sie mit anderen teilen wollen.“
Crossmediales Arbeiten sei auch im Hinblick auf die Werbemärkte
notwendig, die sich in den kommenden Jahren deutlich in Richtung
online bewegen würden. „Wir brauchen in unseren Stationen einen
zukunftsweisenden, crossmedialen und auf die Bedürfnisse der Nutzer
abgestimmten Journalismus“, so Schneider.

Der BLM-Präsident nahm in seiner Begrüßung auch Stellung zu dem
geplanten Frequenzwechsel zwischen BR Puls und BR-Klassik: „Eine
Verschiebung des BR-Vorhabens auf 2018 ohne entsprechende
Rahmenbedingungen ändert nichts an der von uns kritisierten
Ausgangslage.“ Einer endgültigen Beschlussfassung müsse eine messbare
Evaluation der Entwicklung von DAB in Bayern vorangehen. Nur eine
Marktdurchdringung von mindestens 50 Prozent bei den DAB-fähigen
Radiogeräten und ein Anteil von 25 Prozent bei der Hörfunk-Nutzung
ermögliche den privaten Radioanbietern einen einigermaßen fairen
Wettbewerb. Nur unter den genannten Bedingungen sei eine gemeinsame
Digitalisierungsinitiative in Bayern umzusetzen. Dieses Petitum
hätten der Intendant des BR und der Vorsitzende des Rundfunkrats in
einem gestern stattgefundenen Gespräch jedoch abgelehnt. „Wir werden
also die Entscheidung am Donnerstag abwarten müssen“, so Schneider.

Beim lokalen Fernsehen seien die Ergebnisse der Funkanalyse mit
einer Steigerung bei der Tagesreichweite um knapp 40 Tsd. auf 837
Tsd. Zuschauer auf den ersten Blick erfreulich, vor allem durch das
deutliche Plus beim Satellitenempfang, so Schneider. „Hier gibt es
einerseits die positive Tendenz, die wir erwartet haben, andererseits
fällt sie nicht so eindeutig aus, wie erhofft. Es bedarf weiterhin
großer Anstrengungen sowohl im Programm- als auch im
Marketingbereich, um das lokale Fernsehen entscheidend nach vorn zu
bringen.“ Der BLM-Präsident hob aber auch die positiven Effekte der
lokalen RTL-Fenster und des landesweiten Fensters bei SAT.1 auf die
Hauptprogramme hervor: „RTL hat in der Viertelstunde vor der
Ausstrahlung der lokalen Fenster einen Marktanteil von 6 Prozent,
während der Verbreitung der lokalen Fenster zwischen 18:00 und 18:30
Uhr verdreifacht sich dieser Marktanteil auf 17,5 Prozent und pegelt
sich dann bei knapp 13 Prozent ein. Dieses Ergebnis ist nicht
überraschend. Die Menschen schätzen das lokale Fernsehen wegen seiner
lokalen Kompetenz. Sie möchten erfahren, was vor ihrer Haustüre
passiert, in der lokalen Politik, in den Vereinen, in den lokalen
Unternehmen“, so Schneider.

Nach der Eröffnung durch den BLM-Präsidenten werden im Rahmen der
Eröffnungsveranstaltung sowohl die Ergebnisse der Funkanalyse Bayern
2014 bekannt gegeben als auch die BLM-Hörfunk- und
-Lokalfernsehpreise verliehen.

Pressekontakt:
Dr. Wolfgang Flieger
Pressesprecher
Rückfragen 8. – 9. Juli 2014: Tel. (0911) 8606-6940
Tel.: (089) 638 08-313
wolfgang.flieger@blm.de

Weitere Informationen unter:
http://

Posted by on 8. Juli 2014. Filed under Internet. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

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