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Kommentar zum Tode des visionären Bauunternehmers, Geschäftsmannes und Philanthropen David J. Azrieli

David J. Azrieli, C.M., C.Q., M.Arch., war ein visionärer
Bauunternehmer, Entwickler und Geschäftsmann, ein führendes Mitglied
seiner Gemeinde, ein Philanthrop und ein leidenschaftlicher Zionist.
Heute verstarb er friedlich im Kreise seiner Familie auf seinem
Landsitz in Ivry-sur-le-Lac, Quebec. Er wurde 92 Jahre alt.

David Azrieli wurde 1922 im polnischen Maków-Mazowiecki geboren.
Er war das zweite der vier Kinder von Sara-Chaya (geb. Gerwer) und
Rafael Hirsch Azrylewicz. Im September 1939 zog er nach Osten in den
von den Sowjets besetzen Teil Polens, um der Besatzung seiner
Heimatstadt durch die Nazis zu entgehen. Als die Deutschen im Juni
1941 in der Sowjetunion einmarschierten, floh er weiter nach Osten.
Dabei gelang es ihm, den Nazis stets einen Schritt voraus zu bleiben.
Seine Reisen durch die Sowjetunion führten David Azrieli nach Homel,
Stalingrad, Uljanowsk, Taschkent und Buchara. Im Herbst 1942 trat er
in Buchara der polnischen „Anders“-Armee bei und zog mit ihr in den
Iran und anschliessend weiter nach Bagdad. Hier nahm er Kontakt zu
Mosche Dajan und Enzo Sereni – zwei jungen Vertretern der Hagana –
auf, die ihn für die zionistische Sache rekrutierten. Ende 1942 traf
er im unter britischem Mandat stehenden Palästina ein. Von 1943 bis
1946 studierte er an der Technischen Universität Israels – Technion.
Während des israelischen Unabhängigkeitskrieges im Jahre 1948 diente
er in der Siebten Brigade und nahm während der Belagerung Jerusalems
am Latrun-Feldzug teil. 1946 erfuhr David Azrieli, dass lediglich
einer seiner Brüder als einziges Mitglied seiner Familie den
Holocaust überlebt hatte.

David Azrieli zog 1954 nach Montreal, wo er an der Université de
Montréal (Thomas More Institute) seinen Bachelor of Arts erwarb. 1957
begann er mit dem Bau von vier einfachen Zweifamilienhäusern in
Montreal seine Karriere im Bereich Design und Immobilienentwicklung
und -management. Heute ist sein unvergleichlicher Erfolg im Bau- und
Designbereich in einfallsreichen Bürogebäuden, Hotels und
Einkaufszentren in Kanada, den USA und Israel erkennbar.

In den frühen 1960er Jahren gründete David Azrieli Canpro
Investments Ltd. in Montreal und konzentrierte sich zunächst auf den
Bau von Wohnhochhäusern. 1967 baute er das Hotel des Artistes mit 250
Zimmern, in dem die Musiker und Künstler untergebracht waren, die auf
der Expo -67 auftraten. Nach diesem Erfolg verlegte er sich auf
grössere kommerzielle Projekte und entwarf 1969 sein erstes
Einkaufszentrum. Er machte sich einen von einem Kritiker als „agil“
bezeichneten architektonischen Ansatz zu eigen, der Intelligenz und
Ästhetik miteinander verband. In den 1970er Jahren entwickelte er
Geschäftszentren im südlichen Ontario und baute schliesslich das
grösste Einkaufszentrum der Hauptstadtregion: Les Promenades de
L-Outaouais in Gatineau. Im Hintergrund der geschäftlichen Tätigkeit
von David Azrieli stand stets seine unverbrüchliche Leidenschaft für
die von ihm geschaffenen Immobilien. Er sagte einmal: „Ich habe immer
genau das Gebäude besonders geliebt, an dem ich gerade gearbeitet
habe. Vielleicht ist das der Grund, warum ich immer sehr konservativ
war und niemals versucht habe, meine Aufmerksamkeit auf mehrere
Projekte gleichzeitig zu verteilen.“ Heute verwaltet Canpro aktiv ein
Immobilienportfolio, zu dem unter anderem das Dominion Square
Building und das Sofitel Hotel in der Innenstadt von Montreal
gehören.

In den frühen 1980er Jahren beschloss David Azrieli, mit den
Kenntnissen, die er über Bauwesen, Design und Entwicklung erworben
hatte, nach Israel zu gehen. 1985 eröffnete er in Ramat Gan das erste
in sich geschlossene Einkaufszentrum Israels: das Canion Ayalon.
Damit setzte er eine Revolution in der Finanz- und
Einzelhandelsbranche des Landes in Gang. Danach baute Azrieli 1990
ein Einkaufzentrum in Be-er Scheva und 1993 eines in Jerusalem. 1998
veränderte er für immer die Skyline von Tel Aviv mit der Eröffnung
des Azrieli Centers – dem grössten Mehrzweck-Gewerbekomplex im Nahen
Osten und einer beeindruckenden Sehenswürdigkeit, die mittlerweile
Kultstatus erlangt hat. 2010 schloss David Azrieli die grösste
Erstemission von Aktien ab, des es an der Börse von Tel Aviv je
gegeben hat. Heute besitzt und verwaltet die Azrieli Group mehr als
13 Einkaufszentren und ist die grösste Gewerbe- und
Büroimmobilienfirma in Israel.

Der unvergleichliche berufliche Erfolg, zu dem es David Azrieli
sowohl in Kanada als auch in Israel gebracht hat, spiegelt seine
tiefe Liebe und Hingabe für beide Länder wider. „Ich habe zwei
Heimatländer“, sagte er einmal, „zwei Orte, die ich liebe und an
denen ich das grosse Glück hatte, das tun zu können, was ich am
liebsten tue. Zunächst hatte ich in Kanada die Gelegenheit, mich
beruflich auszudrücken, und das hat schliesslich dazu geführt, dass
ich mir meinen Traum erfüllen und auch für mein anderes Heimatland
Israel einen Beitrag leisten konnte. Die beiden Länder waren immer
miteinander verwoben.“ David Azrieli war in den 1980er Jahren
nationaler Präsident der Canadian Zionist Federation und war sein
Leben lang in führenden Positionen in der jüdischen Gemeinde und
zahlreichen Organisationen mit Verbindungen zu Bildungseinrichtungen
in Israel aktiv.

David Azrieli war stets ein überzeugter Förderer von Aus- und
Weiterbildung. Dies ist nicht nur aus seinen philanthropischen
Unternehmungen, sondern auch aus seinem persönlichen Werdegang
erkennbar. 1997 erwarb er an der Carleton University in Ottawa im
Alter von 75 Jahren einen Master-Abschluss in Architektur.

David Azrieli war ein engagierter und visionärer Philanthrop. Er
selbst sagte bezeichnenderweise einmal: „Ich glaube, dass
erfolgreiche Menschen der Gesellschaft etwas zurückgeben sollten.
Damit meine ich nicht nur Geld, sondern auch Zeit und Engagement. Es
muss von Herzen kommen und einem den Glauben vermitteln, dass man
wirklich etwas verändern kann.“ Er unterstützte zahlreiche
Initiativen persönlich und durch die Azrieli Foundation
(Kanada-Israel) grosszügig, vor allem in den Bereichen Bildung,
Architektur und Design, Holocaust-Aufklärung,
Entwicklungsbeeinträchtigungen, wissenschaftliche und medizinische
Forschung sowie in der Kunst.

Besonders stolz war er auf zwei seiner vielen philanthropischen
Initiativen: das Azrieli Institute for Educational Empowerment, ein
Programm mit dem israelische Jugendliche, die Gefahr laufen, den
Anschluss zu verlieren, gefördert werden, indem man ihnen hilft,
Bildungslücken zu schliessen und Sozialkompetenzen zu erwerben und
indem man den Eltern Hilfsmittel an die Hand gibt, um die Beziehungen
innerhalb der Familie zu verbessern, und auf das Azrieli Fellows
Program, das grosszügige Stipendien für Graduierten- und
Post-Doc-Studien an israelischen Universitäten vergibt. Die Azrieli
Foundation veröffentlicht ausserdem die Azrieli Series of Holocaust
Survivor Memoirs – eine preisgekrönte Reihe von Memoiren von
Holocaust-Überlebenden, die nach dem Krieg nach Kanada ausgewandert
waren. Das Programm wurde von seinen eigenen Erfahrungen inspiriert.
Die jüngste Initiative der Foundation ist ein grosszügiges
Förderprogramm, mit dem die weiterführende Forschung auf dem Gebiet
neuronaler Entwicklungsstörungen unterstützt wird. Das
philanthropische Vermächtnis von David Azrieli soll mithilfe der
Azrieli Foundation dauerhaft weitergeführt werden. Heute ist sie eine
der grössten Stiftungen in Kanada und Israel und stellt jährlich
Beihilfen in Höhe mehrerer Milliarden Dollar bereit.

David Azrieli trat als Förderer zahlreicher Bildungseinrichtungen
auf, darunter die Yeshiva University, die Concordia University, die
Universität Tel Aviv, die Technische Universität Israels – Technion,
die Carleton University, das Shenkar College für Kunst und Design und
das Weizmann-Institut für Wissenschaften. Er selbst sagte 2007: „Ich
hatte das grosse Glück, die Dinge, die ich gelernt, verdient und
zusammengetragen habe, darauf verwenden zu können, anderen Menschen
zu helfen. Das ist meine Vision: Ich möchte die greifbaren Früchte
meiner Karriere in der Baubranche dazu nutzen können, ein Vermächtnis
für die Bildung und Bildungseinrichtungen in meinen beiden
Heimatländern zu schaffen.“ Darüber hinaus war David Azrieli ein
Gönner zahlreicher Organisationen aus Kunst und Gemeinwesen, darunter
die Gedenkstätte Yad Vashem, die Jerusalem Foundation, das Musée des
beaux-arts de Montréal, das Israel-Museum, das Tel Aviv Museum und
die Miriam Foundation in Montreal.

Unter den zahlreichen Preisen und Ehrungen, die Azrieli in
Anerkennung seiner gemeinnützigen Arbeit und seiner beruflichen
Leistungen erhielt, sind: der Order of Canada, l-Ordre Nationale du
Québec, ehrenamtlicher Treuhänder („Ne-eman“) der Stadt Jerusalem
sowie Ehrendoktortitel von der Concordia University, der Yeshiva
University, der Carleton University, der Universität Tel Aviv, der
Technischen Universität Israels – Technion und dem Weizmann-Institut
für Wissenschaften.

Zeit seines Lebens war Azrieli ein eifriger Zeitungsleser, er
liebte klassische Musik und israelische Lieder ebenso wie lange
Spaziergänge an kalten Wintertagen, und er sammelte Judaica und
Kunst. Seine bedeutende Sammlung israelischer Gemälde wurde in den
Museen von Tel Aviv und Haifa ausgestellt.

Er war 57 Jahre lang der geliebte Ehemann von Stephanie Lefcort
und der liebevolle Vater, Schwiegervater und Grossvater von Rafi
Azrieli, Sharon Azrieli Perez, Avi Perez, Matthew und Solomon
Azrieli, Naomi Azrieli, François Blanc, Joseph, Gabriel und
Madeleine, Danna Azrieli, Danny Hakim, Galia und Ella. David Azrieli
wird von allen, die ihn so innig geliebt haben, schmerzlich vermisst
werden.

David Azrielis tiefste Überzeugung war, wie er selbst einmal
sagte: „Wahre Freiheit besteht darin, das tun zu können, was man
wirklich gern tut. Wenn man sein Leben lang Dinge tun muss, die man
nicht gern tut, ist man nichts weiter als ein Sklave. Dies ist also
meine Botschaft: Tu, was du gern tust.“

Bild mit Bildunterschrift: „David J. Azrieli (CNW Group/Azrieli
Foundation)“. Das Bild finden Sie hier: http://photos.newswire.ca/ima
ges/download/20140709_C7241_PHOTO_EN_42041.jpg

Falls Sie weitere Informationen benötigen, wenden Sie sich an:

Dena Libman, press@azrielifoundation.org; +1-416-322-5928

Weitere Informationen unter:
http://

Posted by on 10. Juli 2014. Filed under Computer & Technik,New Media & Software. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

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