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Mit geringem Kapital ein Unternehmen gründen

Der Traum von der Selbstständigkeit oder der Gründung eines eigenen Unternehmens lebt in vielen Menschen. Bereits in der ersten Phase der neuen Existenzgründung ist die Wahl der Rechtsform von essentieller Bedeutung. Diese Rechtsform kann hierzulande grundsätzlich frei gewählt werden. Hier stehen unterschiedliche Optionen zur Verfügung, wie exemplarisch

  • Gesellschaft des bürgerlichen Rechts (GbR)
  • Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)
  • Die offene Handelsgesellschaft (OHG)
  • Die Aktiengesellschaft (AG)
  • Die Kommanditgesellschaft (KG)

Neben dieser bedeutsamen Entscheidung ist natürlich auch das Stammkapital ein weiteres Kriterium, das letztlich die Rechtsform des künftigen Unternehmens entscheidend beeinflusst. Aus diesem Grunde wurde im Jahr 2008 die Unternehmergesellschaft (UG, haftungsbeschränkt) ins Leben gerufen und gesetzlich verankert. (Gesetz zur Modernisierung des GmbH Rechts und zur Bekämpfung von Missbräuchen, MoMiG).

Es handelt sich nach Angaben der IHK (Industrie und Handelskammer) nicht um eine völlig neue Rechtsform, sondern vielmehr um eine GmbH, bei der lediglich diverse Sondervorschriften des GmbH – Gesetztes Anwendung finden. Der bedeutsamste Unterschied zu einer klassischen GmbH besteht darin, dass die UG faktisch mit einem Mindeststammkapital von einem Euro ( bis 24.999 Euro) gegründet werden kann. (25.000 Euro Stammkapital für eine GmbH). Finanzielle Hürden müssen also nicht überwunden werden. Dieses macht die Unternehmensgesellschaft zu einer attraktiven Alternative für alle Existenzgründer.

 

Späterer Einstieg in eine GmbH erleichtert

Der Gesetzgeber hat mit dieser Novelle aus dem Jahr 2008 die Grundlagen für die Gründer einer UG geschaffen, um den Einstieg in eine reine GmbH zu erleichtern. Wie auf dem Online Fachportal firma.de nachzulesen ist, ist der Inhaber der UG (im Volksmund auch als „Mini – GmbH oder 1 – Euro – GmbH“ bezeichnet), vom Gesetz her verpflichtet, 25% des Unternehmensgewinns zur Aufstockung des Eigenkapitals anzusparen. Ist in der Folge ein Stammkapital in Höhe von 25.000 Euro zusammengetragen worden, kann eine UG in eine GmbH überführt werden. Ein Zwang dazu besteht jedoch nicht.

Bei der Gründung einer UG kommt dem Begriff „haftungsbeschränkt“ eine besondere Bedeutung zu. Zum einen ist dieser Wortlaut bei der Gründung einer Firma zwingend zu verwenden. Zum anderen profitiert man auch von der umfassenden Haftungsbeschränkung, wobei der Gesellschafter maximal bis hin zur Höhe des eingelegten Kapitals haftbar gemacht werden kann. Darüber hinaus jedoch nicht mehr.

 

Was bei der Gründung einer UG zu beachten ist

Zentrale Fragen in Bezug auf das neuzugründende Unternehmen sollten von den künftigen Gesellschaftern rechtzeitig beantwortet werden. Letztlich sind diese Aspekte von essentieller Bedeutung, um erfolgreich auf dem Markt bestehen zu können. Neben dem bereits erwähnten Stammkapital sind folgende Grundsätze zu beachten

 

  • Die Kosten zur Gründung einer UG (haftungsbeschränkt)
    Die UG Gründung ist mit einem relativ geringen finanziellen Aufwand verbunden.
    Vordergründig sind hier- Handelsgeistereintrag
    – Bankgebühren für das Unternehmenskonto
    – Notargebühren
    – Kosten für Mitgliedschaft in der IHK
    – Rücklagenbildung
    – Eintrag ins Handelsregister
    – Steuern

    Eine UG ist verpflichtet, aufgrund des geringen Stammkapitals, jährlich zumindest 25% des Überschusses im Jahr als Rücklage zu verwenden. Diese Pflicht besteht jedoch nur vom Zeitpunkt der Gründung des Unternehmens bis hin zu dem Zeitpunkt, an dem das Stammkapital in Höhe von 25.000 Euro erreicht ist. Übersteigen Stammkapital und Rücklage diese Summe, so dürfen die Gesellschaft einen Beschluss zur Kapitalerhöhung fassen. Dieses öffnet der UG weitere Möglichkeiten. In steuerlicher Hinsicht ist diese verpflichtet, Körperschaftssteuer, Gewerbesteuer sowie den Solidaritätszuschlag zu entrichten.

  • Musterprotokoll
    Um Standardgründungen zu vereinfachen, wird lediglich ein so genannte Musterprotokoll (Gründungsprotokoll) benötigt. Es enthält den Mustervertrag, die Gesellschafterliste (maximal  drei sind erlaubt) sowie die Bestellung der Geschäftsführer. (zunächst einer möglich). Dieses bedeutet insbesondere bei den Notargebühren ein hohes Maß an Kosteneinsparungen.

 

  • Findung eines prägnanten Unternehmensnamen
    Unternehmensgegenstand und Name sollten beim Eintrag ins Handelsregister deutliche Hinweise auf die Tätigkeit des Unternehmens hinweisen. Auch der Name sollte entsprechend prägnant sein, um einen möglichst hohen Wiedererkennungswert bei der anzusprechenden Zielgruppe zu erzielen.

Wie das gemeinnützige digitale Verbrauchermagazin finanztip.de in einem Online Beitrag darlegt, wird bei der UG (haftungsbeschränkt) ein Mehr an Transparenz bei den Gesellschaftsanteilen durch die Aufmerkung der Gesellschafter in eine Gesellschafterliste und Rechtssicherheit ermöglicht, da diese Liste für den gutgläubigen Erwerb von Anteilen steht.

Posted by on 1. März 2016. Filed under Business & Software. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

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