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Mittelstand ist Investitionstreiber im eBusiness

Berlin – Die Investitionen in eBusiness in Deutschland nehmen zu. Mehr als ein Drittel der eBusiness-Anwender rechnet mit weiter steigenden Investitionen in diesem und im nächsten Jahr. Rund die Hälfte geht von gleich bleibenden Investitionen aus. Dies ist ein Kernergebnis einer Umfrage bei deutschen Unternehmen zur gegenwärtigen und geplanten Nutzung von eBusiness. Über 12.000 Industrie- und Dienstleistungsunternehmen unterschiedlicher Branchen und Grösse wurden von April bis Juni 2004 schriftlich befragt. Das Fraunhofer Institut, der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), und Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (BITKOM) stellten die Ergebnisse in Berlin vor. Investitionsmotor ist noch stärker als 2003 der Mittelstand. Mehr als 40 Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) planen sowohl dieses als auch nächstes Jahr steigende Investitionen in IT und eBusiness.

Grund für das positive Investitionsklima ist die weiter steigende Bedeutung von eBusiness. Im vergangenen Jahr massen 47 Prozent der Unternehmen, die sich mit eBusiness beschäftigen, dem Thema eine hohe bis sehr hohe Bedeutung bei. In diesem Jahr sind es bereits 61 Prozent und im Jahr 2007 werden es bereits fast 90 Prozent sein. Wichtigstes Ziel beim Einsatz von eBusiness ist, die Geschäftsprozesse zu beschleunigen. Ausserdem wollen die Unternehmen Kosten einsparen und flexibler und schneller auf Kundenwünsche und Marktentwicklungen reagieren.

Auch der IT-Dienstleister NextiraOne sieht einen stärkeren Trend bei mittelständischen Unternehmen, ihre Investitionen für Telekommunikation und Informationstechnik (ITK) zu erhöhen. „Nach rund drei Jahren der Zurückhaltung bei Investitionen in neue Technik werden viele Unternehmen jetzt wieder aktiv. Veränderungen des eigenen Geschäfts, neue Anwendungen und Anforderungen der Nutzer machen nach dieser Innovationspause neue Planungen notwendig“, so die Erfahrung von NextiraOne-Geschäftsführer Helmut Reisinger.

Der Mittelstand sei für viele Anbieter, die sich auf grosse Kunden und komplexe Projekte mit langen Laufzeiten konzentriert hatten, eine völlig neue Zielgruppe. Das betreffe vor allem die Wirtschaftlichkeitsberechnungen, da kleinere und mittlere Betriebe an einem kurzfristigen „Return on Investment“ interessiert seien. „Wenn ich mit dem Unternehmer selbst oder dem Chef eines mittelständischen Unternehmens spreche, muss ich in der Lage sein, ihm in einer Stunde die Funktion meiner Lösung erläutern können und ihm klar machen, was es finanziell für ihn bedeutet und wo seine Vorteile liegen. Technischer Featurismus, hochtrabende Begriffe und Trend-Schlagworte sind dabei fehl am Platz“, so Reisinger.

Die Kunst bestehe in der Anwendung von Standardlösungen, die aber auf die individuellen Anforderungen des mittelständischen Unternehmens angepasst werden müssten. „Die meisten Anbieter gehen schon in der Verkaufs- und Projektierungsphase kaum auf die individuellen Anforderungen der Kunden ein. Das resultiert auch aus einer jahrelangen Konzentration auf Grosskunden, wo ganze Fachabteilungen dem Anbieter ihre Anforderungskataloge präsentieren und abfragen. Beim Mittelstand aber muss der Anbieter selbst aktiv werden, um die tatsächlichen Anforderungen zu identifizieren und zu strukturieren“, führt Reisinger aus.

Die Unternehmen gehen nach der eBusiness-Umfrage mit grösserem Realismus an die Projekte heran. Im vergangenen Jahr erwarteten noch 17 Prozent der eBusiness-Anwender einen Return of Investment nach spätestens einem Jahr. Inzwischen erwarten nur noch 12 Prozent der Anwender eine Amortisation innerhalb von einem Jahr, die überwiegende Mehrheit der Unternehmen erwartet eine Amortisation innerhalb von ein bis drei Jahren.

Investiert wird vor allem in IT-Sicherheitslösungen, Server, Speichersysteme, mobile Anwendungen und Wireless-LAN. „Aus der Befragung lassen sich zwei Hausaufgaben ableiten: eBusiness braucht Standards und eGovernment ist noch immer unterentwickelt“, sagte BITKOM-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Nur eine kleine Minderheit der befragten Unternehmen nutzt bereits die verfügbaren eGovernment-Angebote, viele Angebote sind ihnen schlichtweg nicht bekannt. Weniger als die Hälfte der Anwendungsunternehmen sind derzeit bereit, Gebühren für eGovernment-Angebote zu bezahlen.

Ein zentrales Thema für den Durchbruch von eBusiness sind die Standards. Inzwischen messen 53 Prozent der befragten Anwender den Standards im innerbetrieblichen Geschäftsverkehr eine hohe Bedeutung bei (40 Prozent im Vorjahr).

Posted by on 24. August 2004. Filed under Information & TK. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

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