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IP-Telefonie: Mehr Kommunikation und weniger Kosten

Mönchengladbach/München/Stuttgart – Seit Anfang des Jahres gibt es bei der Stadtsparkasse Mönchengladbach kein klassisches Telefonnetz mehr. „Die knapp 1000 Mitarbeiter telefonieren seither über ein nagelneues Gigabit-Ethernet-Glasfaser-Backbone, das nicht nur die Abteilungen der Hauptgeschäftsstelle, sondern auch die Filialen miteinander verbindet. Mit diesem Netz wurde nicht nur die Datenkommunikation modernisiert, sondern auch eine der bislang grössten IP-Telefonie-Lösungen bei Geldinstituten in Deutschland aufgebaut“, berichtet das Fachmagazin Computerwoche http://www.computerwoche.de. Anders als Unternehmen, die sich vorsichtig über Teillösungen an Voice over IP herantasten, hat die Stadtsparkasse in einem grossen Wurf nahezu komplett auf Telefonie über das Internet Protokoll umgestellt. In der Hauptgeschäftsstelle und in den Filialen wurden 1165 IP-Telefone installiert. Etwa 70 Prozent der Kosten für die Wartung der früheren Telefonanlage konnten nach Angaben von Jürgen Hendricks, Leiter PC- und Netzwerkservice, eingespart werden.

Generell sei das Management der Daten- und Telefonkommunikation wesentlich einfacher geworden. Zudem würden die Mitarbeiter in erheblichem Masse von neuen Diensten profitieren, die durch Computer-Telefonie-Integration (CTI) möglich wurden. „Erhält ein Mitarbeiter der Stadtsparkasse einen Telefonanruf, öffnet sich an seinem PC-Bildschirm ein Popup-Fenster mit den Basisdaten des Anrufers, sofern dessen Daten in einer Datenbank hinterlegt sind. Die Beschäftigten können auch auf Anrufnummernlisten aus dem PC zurückgreifen und per Mausklick wählen“, berichtet die Computerwoche. In Deutschland seien es vor allem filialstrukturierte Banken und Sparkassen, die ganz oder teilweise auf IP-Telefonie setzen. Erfolgsgeschichten von Telefonausrüstern und Beratungsfirmen berichten auf internationalen Märkten von ähnlichen Tendenzen: Etwa die Peoples Bank oder United Bank and Trust in den USA, die Shinsei Bank in Japan oder die Bank of Asia in Thailand. „Internationale Grossbanken indessen halten sich in Sachen IP-Telefonie zurück. Investitionen und Installationen bei Branchengiganten sind nicht bekannt“, so die Computerwoche. Hard- und Softwarehersteller und IT-Serviceunternehmen sind sich jedoch einig, dass das nur eine Momentaufnahme sei.

Helmut Reisinger, Geschäftsführer des IT-Dienstleisters Nextiraone http://www.nextiraone.de, prognostiziert den bevorstehenden Durchbruch der neuen Technik: „Die nächsten zehn Jahre stehen im Zeichen der Umstellung auf IP-Telefonie“. Zudem könne man bei der Einführung auf externe Anbieter zurückgreifen über Managed Services-Verträge. „Bei diesem Konzept zahlt die Bank lediglich einen bestimmten Betrag pro Monat an einen Dienstleister, der Hard- und Softwarekosten, Installation, Monitoring, Wartung und Betrieb übernimmt. Es fallen keine Anfangsinvestitionen an, die Bank muss keine Ressourcen aufstellen“, sagte Reisinger gegenüber der Computerwoche. Holger Hegemann, President Nortel Networks Germany http://www.nortelnetworks.com, ist überzeugt, dass Unternehmen generell, nicht nur Banken, in den kommenden Jahren schrittweise auf VoIP migrieren werden. Sei 2002 sei der Verkaufsanteil hybrider Telefonsysteme stark angestiegen, die für die traditionelle und für die Internet-Telefonie gerüstet seien.

Der auf IP-Telefonie spezialisierte Unternehmensberater Robert Willebrand http://www.wp-consult.com hebt als Vorteil hervor, dass sich die Rufnummer von der physikalischen Schnittstelle löse, mobil werde und im Prinzip überall auf der Welt genutzt werden könne. An verschiedenen Orten eingesetzte „Springer“ bei Filialbanken könnten dank VoIP überall unter ihrer Rufnummer erreicht werden. Für Finanzdienstleister ergebe sich die „uneingeschränkte Integrationsfähigkeit von Heimarbeitsplätzen in Call Center-Anwendungen“. Arbeitgeber könnten wesentlich flexiblere Arbeitszeitmodelle anbieten und die hohe Fluktuation in diesem Bereich abfedern.

Posted by on 10. September 2004. Filed under Information & TK. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

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