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PWC-Studie fordert EU-Rahmenbedingungen für die ITK-Branche

Den Haag, Neuss – Der niederländische Wirtschaftsminister Laurens Jan Brinkhorst hatte zur europäischen Agenda 2010, die von der EU im Jahr 2000 in Lissabon verabschiedet wurde, eine Studie bei PriceWaterhouseCoopers (PWC) http://www.pwc.com in Auftrag gegeben über die Entwicklung der Informationstechnik und Telekommunikation (ITK). „Vier Jahre nach Lissabon wird deutlich, dass der Weg zur Agenda 2010 noch sehr weit ist. Die Ergebnisse der Studie werden in Deutschland viel zu wenig beachtet. Der ITK-Sektor ist zweifelsfrei die Schlüsseltechnologie unserer hochentwickelten Wirtschaft, konnte sich aber seit dem Niedergang der New Economy nicht mehr richtig erholen. Das wirkt sich auch auf alle anderen Wirtschaftsbranchen negativ aus. In Deutschland und in Europa generell müssen dringend Bedingungen geschaffen werden, die Innovationen und Investitionen für Telekommunikation und Informationstechnik begünstigen“, fordert Michael Müller, Wirtschaftssenator beim Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) http://www.bvmwonline.de und Geschäftsführer der a & o after sales & onsite services GmbH http://www.ao-services.de.

Der Neusser Unternehmer verweist auf die Ergebnisse und Forderungen der PWC-Studie: Zum Massnahmenkatalog gehört vor allem die Förderung von E-Commerce und E-Government im Tagesgeschäft von kleinen und mittleren Unternehmen. „Neue Technologien müssen in der Breite eingesetzt werden und sich in den täglichen Geschäftsprozessen der Unternehmen wiederfinden. In diesem Zusammenhang sind auch standardisierte, allgemeingültige Lösungen für die elektronische Authentifizierung und für elektronische Überweisungen erforderlich. Eine konsequent ausgerichtete Normenpolitik kann dazu beitragen, dass sich europäische Plattformen weltweit durchsetzen und eine Führungsrolle übernehmen“, so Müller.

Auch die erfolgreiche Vermarktung von Content stehe nach den Erkenntnissen der PWC-Studie im Zusammenhang mit standardisierten Zugriffs- und Zahlungsverfahren und dem Digital Rights Management (DRM). „PWC macht deutlich, dass neue, internetbasierte Geschäftsfelder Rahmenbedingungen benötigen, um sich am Markt durchzusetzen. Gerade der Mittelstand benötigt Planungs- und Investitionssicherheit, um neue Geschäftsmodelle einzuführen. Sind die Techniken und Verfahren europaweit standardisiert und werden auch von den öffentlichen Stellen unterstützt, wirkt sich das auch für den Mittelstand positiv aus“, sagt Müller.

Wichtig sei auch die Behandlung der Frequenzspektren für alle Arten der drahtlosen Kommunikation. Da Mobilfunk und drahtlose Breitbandzugänge eine Schlüsselfunktion in der Telekommunikation haben, sei eine zeitnah der Entwicklung und den Anforderungen angepasste Vergabe erforderlich. Aktuell zeige sich das an den Frequenzbereichen für den neuen drahtlosen Standard 802.16 (WiMAX): „In Österreich sind die dafür erforderlichen Frequenzblöcke bereits vergeben worden, in Deutschland hingegen hat noch nicht einmal ein Planungsverfahren dafür begonnen“, moniert Müller.

Weitere Punkte, die von der PWC-Studie angemahnt werden, betreffen die Standortstrategie Europas gegenüber Niedriglohnländern, die Umsetzung von Lösungen für Verbrauchervertrauen und die breite Ausrüstung der Verbraucher mit neuen Technologien im Sinne einer Universaldienstleistung. „Durch die Cyberkriminalität und Spam-Probleme kann man nicht davon ausgehen, dass automatisch immer zeitnah Lösungen und Abwehrmassnahmen entwickelt werden. Hier muss man Rechtsgrundlagen und strukturelle Lösungen schaffen, um diese Risiken einzudämmen und möglichst zu verhindern“, so Müller.

Die Forderung nach einer Neudefinition von Universaldienstleistungen mahne das Thema ‚digitale Spaltung’ an. Es müsse verhindert werden, dass durch ein zu starkes Gefälle in der Versorgung der Privathaushalte spezielle Teilmärkte entstehen. „Neue Technologien benötigen eine schnelle Marktdurchdringung, eine frühzeitige kritische Masse im Markt. Gerade bei den Breitbandzugängen darf die staatliche Wirtschaftspolitik es nicht hinnehmen, dass wir in Deutschland bei einer Penetration von 10 bis 20 Prozent der Haushalte stehen bleiben. Neue Dienste, wie das Web-Fernsehen oder kommerzielle Audio- und Video-Downloads, benötigen eine breite Basis an Breitbandversorgung, um sich durchzusetzen“, führt Müller aus.

„Die EU hat hier durch die Initiative von Brinkhorst eine gute Ausgangsbasis für die Umsetzung eines Rahmenwerks. Aber das ist kein Selbstläufer. Hier ist harte und konsequente Arbeit erforderlich. Die USA und die Wachstumsländer Asiens sind uns in mancherlei Hinsicht bereits überlegen. Wenn wir uns weiter auf Sachverhalten ausruhen, deren Erfolg von vielen Experten mittlerweile bezweifelt werden, beispielsweise UMTS, dann bleibt die Agenda 2010 nur ein Papiertiger. Die Weichen für eine wettbewerbsfähige und dynamische Ökonomie müssen schleunigst gestellt werden, bevor wir unsere Stärken im globalen Wettbewerb abgeben“, warnt Müller.

Posted by on 15. Oktober 2004. Filed under Information & TK. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

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