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Sicher und verschlüsselt durch die digitale Welt: ISÆN schützt persönliche Daten im Internet

Eine neue Datenschutztechnologie namens ISÆN
(Individual perSonal data Auditable addrEss Number) soll es
Bürgerinnen und Bürgern ermöglichen, die Kontrolle über ihre
personenbezogenen Daten im Internet zu behalten. Das Konzept wurde in
Frankreich entwickelt und seine Anwendbarkeit im Rahmen der
Begleitforschung des Technologieprogramms “Smart Data – Innovationen
aus Daten” des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi)
untersucht. Am Montag wurde die Analyse auf der CeBIT an Matthias
Machnig, Staatssekretär im BMWi übergeben. Heute wurden die
Ergebnisse der Öffentlichkeit vorgestellt.

Beim Einkauf in einem Webshop werden Angaben des Käufers wie Name,
Liefer- und Rechnungsadresse sowie Informationen zur Abrechnung,
beispielsweise Kreditkartendaten, erfasst. Vom Käufer muss dabei eine
Einwilligung zur Nutzung und Verarbeitung seiner personenbezogenen
Daten eingeholt werden. Doch wer erhält welche persönlichen Daten bei
einer solchen Transaktion? Und wie kann sichergestellt werden, dass
der digitale Einkäufer tatsächlich mit seiner echten Identität
auftritt? Wie können also persönliche Daten vor Missbrauch geschützt
werden?

Das ISÆN-Konzept schlägt hierfür eine Lösung vor: Die persönlichen
Nutzerdaten werden in einem elektronischen Safe (z.B. in einem
abgesicherten Bereich eines Mobiltelefons) gespeichert. Die Identität
des Nutzers wird hierfür vorab sichergestellt und geeignet
zertifiziert, z.B. durch biometrische Verfahren wie Fingerabdruckscan
oder Gesichtserkennung. Dann wird aus diesen Identitätsmerkmalen eine
Art digitale Adresse berechnet, mit der der Nutzer sich zwar
ausweisen kann, mit der aber keine Identifizierung der Person möglich
ist. Hierfür baut das Konzept auf die Blockchain-Technologie, mit der
auch die elektronische Währung Bitcoin verwaltet wird. In dieser
Blockchain, einer Art Datenkette, werden alle Transaktionen
protokolliert, die mit der digitalen Adresse des Nutzers durchgeführt
werden, z.B. eine Bestellung in einem Online Shop. Durch die
Verschlüsselung enthält aber die Blockchain nie die persönlichen
Daten des Nutzers. Kommt es nun zu einem Kaufabschluss wird wiederum
nur über die Blockchain eine Anfrage an den Nutzer gestellt, ob der
Internet-Händler (z.B. ein Webshop) auf die für den Kauf benötigten
Daten zugreifen darf. Erst nach der Freigabe durch den Nutzer erfolgt
dann der Datenaustausch.

Prof. Dr.-Ing. Stefan Jähnichen, Leiter der Begleitforschung von
Smart Data vom FZI Forschungszentrum Informatik, der die Analyse
federführend umgesetzt hat: “ISÆN ist ein Konzept, mit dem die
Weitergabe personenbezogener Daten im Internet transparent und vor
allem manipulationssicher gestaltet werden kann. Denn der Nutzer hat
jederzeit die Möglichkeit nachzuvollziehen, wem er welche
Berechtigung zur Verwendung seiner persönlichen Daten gegeben hat.
Das Besondere an ISÆN ist die doppelte Verschlüsselung. Zum einen
werden die Nutzerdaten und zum anderen die Transaktion selbst
verschlüsselt.”

Peter Schaar, Leiter der Europäischen Akademie für
Informationsfreiheit und Datenschutz (EAID) in Berlin und ehemaliger
Datenschutzbeauftragter der Bundesregierung: “Dieses Projekt ist ein
wichtiger Schritt zur Umsetzung der eIDAS-Verordnung. Die
eIDAS-Verordnung schreibt europaweit einheitliche Rahmenbedingungen
für die elektronische Identifizierung und das Anbieten von
Vertrauensdiensten für elektronische Transaktionen vor. Die
ISÆN-Technologie bietet ein Konzept, mit dem die elektronische
Identifizierung europaweit standardisiert werden könnte.”

Prof. Dr.-Ing. Thomas P. Zahn, Geschäftsführer des
Gesundheitswissenschaftlichen Instituts Nordost der AOK Nordost und
Leiter des Smart-Data-Projekts SAHRA: “Auch für die Verwaltung von
Patientendaten bietet ISÆN interessante Aspekte. Denn gerade im
Umgang mit den hochsensiblen Daten von Patienten spielt der
Datenschutz eine besondere Rolle. Mit ISÆN können solche sensiblen
Daten verschlüsselt übermittelt werden und der Patient hat die
Möglichkeit, selbst zu entscheiden, wer zu welchen Zwecken auf seine
Daten zugreifen kann.”

Heute werden die Ergebnisse der ISÆN-Analyse auf der CeBIT
vorgestellt. Im nächsten Schritt soll die Technologie mit
europäischen Partnern weiterentwickelt werden.

Die Studie steht unter folgendem Link kostenlos zum Download
bereit: http://bit.ly/2nAWKiw

Über Smart Data – Innovationen aus Daten

Mit dem Technologieprogramm “Smart Data – Innovationen aus Daten”
fördert das BMWi von 2014 bis 2018 insgesamt 16 Leuchtturmprojekte,
die den zukünftigen Markt von Big-Data-Technologien für die deutsche
Wirtschaft erschließen sollen. Smart Data ist Teil der
Hightech-Strategie und der Digitalen Agenda der Bundesregierung.
Weitere Informationen zum Smart-Data-Technologieprogramm
www.smart-data-programm.de.

Ansprechpartner für die Presse

Hanna Irmisch
Smart-Data-Begleitforschung
c/o LoeschHundLiepold Kommunikation GmbH
Hauptstraße 28
10827 Berlin
Tel.: 030-4000 652-25
Fax: 030-4000 652-20
E-Mail: smartdata@lhlk.de
Internet: www.smart-data-programm.de

Original-Content von: Smart Data, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 22. März 2017. Filed under Computer & Technik,New Media & Software. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

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