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Breitband-Zugänge und die Suche nach Alternativen – Vodafone startet Offensive gegen die Telekom

Bonn/Düsseldorf – Der von der Deutschen Telekom http://www.telekom3.de sehr einseitig mit DSL dominierte Markt für Breitbandzugänge zum Internet führt zu neuen Anläufen, andere Übertragungstechniken als Alternative zum Kupferkabel einzusetzen. Hatten zuletzt die Wettbewerber der Deutschen Telekom versucht, mit dem Reselling von DSL-Anschlüssen der Deutschen Telekom zumindest eigene Angebote für den Zugang – also das Übertragungsvolumen – im Markt zu etablieren, so erschwerten ihnen Bearbeitungszeiten und langwierige Bereitstellungsprozesse der Deutschen Telekom den Weg zum Markterfolg. Hunderttausende von Kundenaufträgen verzögerten sich teilweise um etliche Monate, mit dem Effekt, dass der Zorn der Kunden sich auf die Reseller entlud, obwohl diese bei der Verfügbarkeit der Anschlüsse von der Deutschen Telekom abhängig sind. „Das Resellen der Leistungen der Deutschen Telekom hat klar seine Grenzen, besonders bei DSL. Dieser Übertragungsstandard ist nämlich keineswegs immer und überall verfügbar, auch da nicht, wo bereits im gleichen Hauptverteiler DSL-Anschlüsse eingerichtet wurden. Das hat technische Gründe, nämlich Interferenzen zwischen den Leitungen innerhalb der Kabelbündel, wie auch das Vorrecht der Deutschen Telekom, eine so genannte Betriebsreserve an Kupferadern zurückzuhalten“, erläutert Omar Khorshed, Vorstandsvorsitzender der acoreus AG http://www.acoreus.de in Düsseldorf. acoreus als Dienstleister für Carrier bietet nicht nur Accounting und BiIling für klassische Telefondienste, sondern auch die Zugangs- und Abrechungslogik für WLAN Hotspots und beschäftigt sich daher intensiv mit den Trends bei Breitbandanschlüssen.

Eine Alternative zum DSL der Deutschen Telekom auf Basis eigener oder entbündelter Kupferverkabelung bietet sich bei den aktuellen Marktpreisen kaum mehr an. Die meisten Geschäftsmodelle, die auf entbündelten Kupferleitungen der Deutschen Telekom eigene DSL-Produkte anbieten wollten, scheiterten bereits Anfang des Jahrzehnts. Die noch im Januar veröffentlichte Ankündigung von United Internet http://www.united-internet.de, dem zweitgrössten Anbieter von DSL in Deutschland, einen eigenen DSL-Rollout zu planen, war von Brancheninsidern ohnehin bezweifelt worden. Im März teilte United Internet-Vorstandschef Ralph Dommermuth mit, dass die eigenen Netzpläne aufgegeben wurden: Man habe erkannt, dass man in den grossen Ballungsgebieten mit den grossen Netzbetreibern nicht mithalten könne. Stattdessen schloss United Internet während der CeBIT in Hannover mit der Telekom einen neuen Vertrag mit Sonderkonditionen ab.

Einen anderen Weg schlägt der stärkste Wettbewerber der Deutschen Telekom im Mobilfunk ein: Vodafone D2 http://www.vodafone.de. Angesichts der enormen Marktbarrieren, mobile UMTS-Dienste erfolgreich im Markt zu etablieren, greift Vodafone den so genannten SoHo-Markt (Small Office / Home Office) für Breitbandzugänge mit UMTS an. Mit dem Produkt „Vodafone Zuhause Web“ ersetzt der Mobilfunkkonzern dem Kunden den DSL-Anschuss. Für monatlich rund 40 Euro erhält der Anwender einen drahtlosen Breitbandzugang mit 384 kbit/s und wahlweise 5 Gigabyte Datenvolumen oder 60 Stunden Online-Zeit, bezogen auf den „Zuhause-Bereich“. Ein Kombigerät, das gleichzeitig einen UMTS-Router wie auch eine 2-Port-Telefonanlage darstellt, soll das Vodafone-UMTS-Angebot in Kürze auch zu einer vollständigen Alternative zum Festnetzanschluss machen und dann Telefon- wie DSL-Anschluss ersetzen.

Ob sich die Positionierung der von Lizenz- und Infrastruktur her teuren UMTS-Dienste gegen das Festnetz wirtschaftlich rechnet, ist wiederum umstritten. „Klar ist, dass Vodafone als Mobilfunknetzbetreiber die Strategie des drahtlosen Breitbandzugangs verfolgen muss. Und mit der ausgebauten Backbone-Infrastruktur des UMTS-Netzes setzt Vodafone auf UMTS-Dienste. Die Deutsche Telekom hat demgegenüber mehr Handlungsoptionen. Es ist zu beobachten, dass UMTS für Deutsche Telekom und T-Mobile nicht mehr offensichtlich im Vordergrund steht, hingegen ist das Interesse an drahtlosen Breitbandzugängen wie WLAN und WiMAX viel ausgeprägter“. Die Deutsche Telekom konzentriert sich dabei derzeit auf WLAN, welches hier praktisch nur die Rolle des drahtlosen Zugangs zur DSL-Infrastruktur einnimmt. Obwohl die Frequenzen und Lizenzen für WiMAX in Deutschland noch gar nicht geregelt sind, startet aber auch ein neuer Anbieter bereits in diesem Jahr Pilottests für WiMAX, welches gegenüber WLAN wesentliche grössere Reichweiten erlaubt. Unter dem Slogan „DSL on Air“ wird das Unternehmen Deutsche Breitband Dienste bereits im April in Königswinter bei Bonn mit WiMAX-Diensten an den Markt gehen. Die erforderlichen Frequenzen dazu hat DBD aus der Konkursmasse des ehemaligen Richtfunk-Anbieters Star 21 übernommen. „Grundsätzlich bieten sich mit den drahtlosen 802-Standards technische Alternativen zu DSL wie auch zu UMTS. Dabei darf aber nicht übersehen werden, dass es nicht nur um den Zugang auf der letzten Meile geht, sondern auch ein ausgebautes, leistungsfähiges Backbone-Netz notwendig ist. In den meisten Fällen geht daher auch bei WLAN nichts ohne die DSL-Infrastruktur der Deutschen Telekom. Diese Abhängigkeit verringert sich bei WiMAX durch die grössere Reichweite. Unterm Strich geht es aber immer um die wirtschaftliche Tragfähigkeit eines Dienstes. Trotz der im internationalen Vergleich recht schwachen Breitbandpenetration sind die Preise in Deutschland recht niedrig, was eine deutliche Markteintrittshürde für neue Anbieter darstellt“, beobachtet Khorshed.

Posted by on 31. März 2005. Filed under Information & TK. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

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