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„Wir brauchen mehr Cybersicherheit“ (FOTO)

51 Milliarden Euro kosten deutsche Unternehmen Cyberattacken
jährlich. Auch politische Institutionen wie etwa der Bundestag waren
in der Vergangenheit von gravierenden Hackerangriffen betroffen.
Gerade jetzt vor der Wahl häufen sich die Attacken auf Politik und
Verwaltung. „Wir brauchen die richtigen Strategien für mehr
Netzsicherheit“, fordert deshalb Christian Rossow, Professor für
IT-Sicherheit an der Universität des Saarlandes. Für sein
Frühwarnsystem AmpPot wurden er und sein Team von der Initiative
„Deutschland – Land der Ideen“ und der Deutschen Bank zum
„Ausgezeichneten Ort 2017“ gekürt.

Cyber-Attacken häufen sich, betroffen sind nicht nur Unternehmen,
sondern auch Verbraucher und Politiker. Um sich gegen Schadsoftware,
Ransomware und Co. zu wappnen, muss an mehreren Stellschrauben
gedreht werden. Fünf Thesen für mehr Cybersicherheit von Prof. Dr.
Christian Rossow:

1. Mehr Gefahrenbewusstsein im Mittelstand

Während viele große Unternehmen ihre Mitarbeiter intensiv schulen,
fehlt es gerade in mittelständischen Firmen an Gefahrenbewusstsein
für Cyberattacken. Das beginnt beim Mitarbeiter, der seinen USB-Stick
von zu Hause mitbringt und an den Rechner anschließt, bis hin zum
Bewusstsein über Gefahren von aktiven E-Mail-Inhalten oder -Anhängen.
 

2. Hersteller in die Pflicht nehmen

Hersteller sollten stärker in die Pflicht genommen werden, um
Soft- und Hardware sicherer zu machen. Um Schwachstellen aufzudecken,
muss beispielsweise häufiger Prüfsoftware zum Einsatz kommen. Bummeln
beim Bereitstellen von Patches sollte sanktioniert werden. Wie durch
regelmäßige automatische Updates Sicherheitslücken geschlossen werden
können, machen beispielsweise Microsoft und Mozilla vor.

3. Neuartige Netze absichern

Das Internet der Dinge wächst und wächst. Ende 2016 gab es
weltweit bereits 6,4 Milliarden Geräte. Bis Ende 2017 werden es 8,4
Milliarden sein, die mit dem Netz verbunden sind: Eine Steigerung um
31 % innerhalb eines Jahres. Von Produktionsanlagen über Puppen bis
zu autonomen Fahrzeugen, Prognosen sagen voraus, dass bereits 2020
20, 4 Milliarden Geräte miteinander Daten sammeln und Daten
austauschen. Gerade im Bereich kritischer Infrastrukturen wird jedoch
zu wenig getan, um die neuartigen Netze abzusichern. Wir müssen uns
dringend überlegen, wie wir mehr Schutz gewährleisten können.

4. IT als Schulfach etablieren

Gerade in der Wirtschaft ist der Bedarf an IT-Fachleuten riesig.
Die Nachfrage übersteigt bei Weitem das Angebot. Um das Interesse
beim Nachwuchs zu wecken, sollte bereits in der Schule Informatik als
Pflichtfach eingeführt werden. Dabei geht es nicht darum, zu lernen,
wie man Word oder Excel bedient, sondern wichtige IT-Grundlagen wie
beispielsweise Algorithmen, Datenstrukturen und Automaten zu
vermitteln.

5. Umgangsformeln beherrschen

Viele Verbraucher unterschätzen immer noch die Gefahr von
Cyberattacken. Sicher ist es schwierig, den Durchblick bei
komplizierten Computerthemen zu behalten. Bestimmte Umgangsformern
sollte jedoch jeder beherrschen. Das heißt: Ohne Antivirensoftware
und Sicherheits-Updates geht nichts. Zu den Basics gehört auch, dass
keine E-Mails unbekannter Absender geöffnet werden.

Frühwarnsystem AmpPot: Neue Wege gegen Cyber-Attacken

Massenangriffe aus dem Netz sind für Onlinedienste eine ernste
Gefahr: Mithilfe gekaperter Rechner oder Server lenken
Cyberkriminelle innerhalb kürzester Zeit Millionen von Anfragen auf
Webseiten und legen diese so für Stunden lahm. Dem Kompetenzzentrum
für IT-Sicherheit CISPA gelang es, die Hacker mit ihren eigenen
Waffen zu schlagen: Die Informatiker legten gemeinsam mit japanischen
Kollegen neuartige digitale Köder, sogenannte Honeypots, aus und
erforschten damit das Vorgehen der Angreifer. Die Bereitschaft, neue
Wege zu gehen, hat sich gelohnt: So kamen die Wissenschaftler nicht
nur den Quellen der Attacken auf die Spur, sie entwickelten auch ein
innovatives Frühwarnsystem.

Erfahren Sie mehr über AmpPot im Interview mit Prof. Dr. Christian
Rossow vom Center für IT-Security, Privacy and Accountability (CISPA)
der Universität des Saarlandes unter: http://ots.de/O2AvO

Zudem erhalten Sie die Möglichkeit am 15. September persönlich
Fragen an Herrn Rossow im Rahmen eines einstündigen Termins in der
Staatskanzlei des Saarlandes zur richten. Ebenfalls zugegen:
Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer.

Über Deutschlands Innovationswettbewerb „Ausgezeichnete Orte im
Land der Ideen“

„Offen denken. Damit sich Neues entfalten kann“: Die Initiative
„Deutschland – Land der Ideen“ und die Deutsche Bank prämieren 2017
bundesweit die 100 besten Projekte, die zeigen, wie Offenheit für
Neues unsere Gesellschaft voranbringen kann. Die Online-Plattform
„Familyship“ wurde im Juni als „Ausgezeichneter Ort 2017“ gewürdigt.

Pressekontakt:
Magdalena Matthies
Tel.: +49/030 7261 46 -765
Mail: presse-LdI@fischerappelt.de
www.ausgezeichnete-orte.de
www.deutsche-bank.de/ideen

Original-Content von: Wettbewerb „Ausgezeichnete Orte im Land der Ideen“, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 30. August 2017. Filed under Allgemein,Internet,Software,Softwareindustrie. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

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