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IP-Kommunikation und die tektonischen Veränderungen für Privatkunden und Unternehmen

Stuttgart – Es begann im Spätsommer des Jahres 1994: Software-Spezialisten der israelischen Firma Vocaltec versuchten, über eine Internet-Leitung mit einem befreundeten Telekommunikationsprofessor in Cambridge zu sprechen. Damals war die Verbindung noch schlecht. Das Gespräch stockte ständig. Doch mittlerweile hat sich die so genannte Internet-Telefonie zu einem Massenmarkt entwickelt. Die Unternehmensberatung Roland Berger fand heraus, dass acht von zehn Deutschen etwas mit dem Begriff VoIP, der Kurzform des englischen Fachterminus „Voice over IP“, anfangen können.

Bei der Internet-Telefonie geht es darum, dass komplette Sätze als Datenpakete verschickt werden. Laut Focus-Angaben reden bereits 150.000 Mitarbeiter in 70 Ländern über das Web miteinander und mit Kunden. 57 Prozent aller deutschen Call Center setzen nach einer Studie voll auf die neue Technologie – Platz eins in Europa. Im Geschäftskundensegment sind VoIP-Anwendungen besonders stark verbreitet. „Wir sind der festen Überzeugung, dass im Jahr 2006 der Punkt erreicht sein wird, wo die IP-Telefonie die klassische Telefonie im Unternehmensmarkt überholen wird“, sagt Kay Ohse, Marketing Director des Stuttgarter IT-Dienstleisters NextiraOne http://www.nextiraone.de. Helmut Reisinger, Geschäftsführer von NextiraOne, spricht sogar von „tektonischen Veränderungen des TK-Marktes“: „Nicht nur bei Herstellern und Carriern werden die Karten neu gemischt, was ja bereits in den vergangenen Jahren zu beobachten war, sondern in vielleicht noch stärkerem Masse bei den Anbietern von Kommunikationsfunktionalität. An die Stelle der klassischen Telefon-Aufbaufirmen, gleich welcher Grössenordnung, treten Service-Anbieter mit Beratungsqualität und Wissen. Sie erobern die Dienste für Sprache, Daten und Applikationen.“

Zu einer ähnlichen Einschätzung gelangt der Contact Center-Softwarespezialist Genesys: „Die Marktänderungen verlaufen dramatisch. In Gesprächen mit Kunden gibt es nahezu kein neues Projekt mehr, was nicht auf Basis der IP-Kommunikation nachgefragt wird“, so Michael-Maria Bommer, Managing Director von Genesys. An schlüssigen Strategien für die IP-Technologie käme niemand mehr vorbei, auch nicht die klassischen Telcos. „Nur sollten wir aufhören, dabei ständig ans Telefon zu denken. Das User-Interface für die IP-Kommunikation ist der Desktop. Wer glaubt, dass Microsoft, IBM oder Dell sich dieses Geschäft wegnehmen lassen, hat den Markt nicht richtig verstanden“, so Bommer.

Die Nutzer der Internet-Telefonie schätzen die Technik vor allem als Kostenbremse. IP-Telefonie ist für Kunden mit breitbandigem Online-Zugang – beispielsweise über DSL – eine echte Sparvariante. TK-Anbieter platzieren mittlerweile einfache und günstige Pauschaltarife. Nach Analysen des Branchenmagazins Tele Talk http://www.teletalk.de komme die Initialzündung vor allen Dingen vom Privatkundenmarkt. Aber auch Wirtschaftsbranchen würden die Vorteile der IP-Kommunikation immer stärker wahrnehmen: Den Nutzen der Technologie hätten beispielsweise Call Center erkannt, deren Agenten inzwischen häufig in Ländern mit niedrigerem Lohnniveau arbeiten, die nationalen Gespräche aber international weiterverbinden. „Was bei herkömmlichen Telefonleitungen unbezahlbar wäre, erledigt ein VoIP-Gateway zu einem Bruchteil der Kosten“, zitiert das Fachblatt den NextiraOne-Geschäftsführer Reisinger.

Posted by on 13. Juni 2005. Filed under Information & TK. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

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