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Verzehnfachung der UMTS-Leistung im mobilen Breitband

Düsseldorf – Stillstand ist Rückschritt. Für kaum eine andere Branche scheint die Phrase so massgeschneidert wie für Telekommunikation und Mobilfunk. Wer hier den entscheidenden Zug verpasst, steht auf dem Abstellgleis. Beispiel UMTS: Was gestern noch als absoluter Highspeed-Standard für die Mobilfunktechnologie galt, darf heute schon fast als lahme Ente bezeichnet werden. Längst ist UMTS von seiner eigenen Weiterentwicklung eingeholt worden, der UMTS-Turbo heisst High Speed Downlink Packet Access (HSDPA) und ermöglicht im mobilen Breitband Downloadgeschwindigkeiten von bis zu 14 Mbit in der Sekunde. In ihrem „Mobile Broadband Experience Center“ in Düsseldorf erreicht die Ericsson GmbH Deutschland http://www.ericsson.de derzeit mit HSDPA Phase 2 bis zu 14,4 Mbit. Hierbei handelt es sich nach Unternehmensangaben nicht um blosse Versuche, sondern um einen Demobetrieb für Kunden und Netzbetreiber. Der Endkunde wird HSDPA in Form einer deutlich gesteigerten Dienstqualität wahrnehmen. Zu den wesentlichen Leistungsmerkmalen zählen die deutlich schnellere und qualitativ bessere Übertragung von Sprache und Audiodaten, von multimedialen Inhalten und der schnelle Zugriff auf Internetseiten.

„HSDPA ist integraler Bestandteil von UMTS, der auf einer Reihe von Erweiterungen basiert, beispielsweise einem neuen Übertragungsformat mit dem Namen ‚highspeed downlink shared channel’, der die Leistung von interaktiven oder im Hintergrund laufenden Anwendungen verbessert“, erklärt Mehdi Schröder, Sales Director der Ericsson GmbH Deutschland. Durchschnittlich erreicht Ericsson bei seinen Tests mit HSDPA bis zu 10 Mbit je Sekunde im Downlink. Im Uplink stehen momentan bis zu 1,6 Mbit pro Sekunde für das Verschicken von Daten zur Verfügung. Der Vergleich mit den bisherigen Möglichkeiten via UMTS spricht Bände: Bislang waren Download-Geschwindigkeiten von 384 kbit/s und im Upload von 64 kbit/s möglich. Im Unterschied zu UMTS, wo mindestens alle 10 Millisekunden ein neues Datenpaket übertragen werden kann, ist dies bei HSDPA alle 2 Millisekunden möglich. Abgesehen davon, dass dies unter Laborbedingungen erreichte Werte sind, erwartet man in der Praxis immer noch Durchsatzraten von mehr als 3 Mbit/s und damit eine Verzehnfachung der UMTS-Leistung.

Da die Menge der zu übertragenden Daten kontinuierlich zunimmt und kombinierte neue Anwendungsmöglichkeiten nachgefragt werden, wenn beispielsweise zwei Teilnehmer sich während ihres Telefongesprächs gemeinsam ein Video anschauen, macht die Entwicklung von HSDPA rasante Fortschritte. Vor allem Anforderungen aus Unternehmen müssen optimal unterstützt werden, denn Mobilität ist zu einem wichtigen Erfolgskriterium für viele Betrieb geworden. „In Kürze kann ein Architekt mit seinem Smartphone auf der Baustelle Zeichnungen und Fotos des Bauablaufs mit seinem Büro abgleichen und in Echtzeit bearbeiten,“ so Schröder. Kommunikationslösungen sind also gefragt, die eine mobile Erreichbarkeit gewährleisten. So können Mitarbeiter in Zukunft wesentlich umfangreicher unterwegs mit dem Handy oder dem Laptop auf das interne Firmennetzwerk zugreifen. Die Betreiber der Mobilfunknetze müssen allerdings die Kapazität ihrer Netze erhöhen. Das ist erforderlich, um dem erhöhten Datenaufkommen gerecht zu werden und den Teilnehmern die neuen Dienste mit guter Qualität anzubieten. Aus diesem Grund wurde die UMTS-Technologie weiterentwickelt. Höhere Bandbreite und niedrigere Kosten sind die beiden Anreize für den Kunden. „Durch die hohe Durchsatzkapazität in einem HSDPA-Netz kann ein Netzbetreiber letztlich mehr Teilnehmer in einem bestimmten Gebiet versorgen. So können die Kosten mobiler Datenangebote erheblich gesenkt werden“, erläutert Schröder. Zurzeit testen Mobilfunkbetreiber weltweit den Ericsson-Turbo – in Deutschland wird das System voraussichtlich ab 2006 verfügbar sein.

Einen Wettbewerb mit anderen Technologien befürchtet Schröder indes nicht: Auch wenn etwa WiMAX als Funkstandard für Breitbandverbindungen drahtlos bis zu 70 Mbit/s übertragen könnte – und das bei einer Distanz von bis zu 50 Kilometer – werde sich dieses Übertragungsverfahren letztlich wohl nur da durchsetzen, wo beispielsweise kein DSL-Anschluss verfügbar und das DSL-basierte WLAN nicht anwendbar sei. Das trifft auf rund 1600 der insgesamt über 7000 Vermittlungsstellen der Deutschen Telekom zu. „WiMAX ist in erster Linie für nomadische User sinnvoll und adäquat, wo ein DSL-Ersatz interessant und erforderlich ist.“ Gleichwohl bestehe keine Konkurrenzsituation, da WiMAX für solche Nutzer interessant sei, die unterwegs gelegentlich einen stationären Anschluss benötigen, während HSDPA tatsächlich für diejenigen Fälle genutzt werde, in denen sich ein Anwender ständig bewegt, sei es per Bahn oder Pkw, und dabei landesweit und ununterbrochen online sein will oder muss. Je nach Anforderung von Kundenseite oder lokalen Voraussetzungen sei eher mit einer Ergänzung der unterschiedlichen Standards zu rechnen.

Posted by on 22. August 2005. Filed under Information & TK. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

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