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printvision AG: Die etwas andere Art der Nachfolgeregelung

Freising, 18. Juli 2018. Unternehmensnachfolge ist ein kritisches Thema in Deutschland, das schon so manche Firma ins Aus katapultiert hat. Das Freisinger Unternehmen printvision hat ein dynamisches Nachfolgekonzept entwickelt, das sicherstellt, dass es beim Ausscheiden eines Mitglieds der Geschäftsführung weder zu Engpässen kommt, noch unpassende Nachfolgekandidaten Krisen auslösen. Durch sein cleveres Beteiligungsmodell stehen rechtzeitig fähige Mitarbeiter am Start, die unternehmerisches Denken mitbringen und in die Führungsriege nachrücken. Die Tragfähigkeit des Konzepts belegt nun die Nachfolge von Karim Mürl als Vertriebsvorstand der printvision AG.

In Deutschland stehen jedes Jahr fast 80.000 Unternehmen vor der Nachfolgeregelung aus Altersgründen, die leider in vielen Fällen eher weniger gut über die Bühne geht. Die Gründe dafür sind vielfältig: Sie liegen sowohl in juristischen, betriebswirtschaftlichen und soziologischen Herausforderungen bei der Suche nach der passenden Nachfolge, aber auch in den Emotionen, die dieses Thema weckt.

Das mittelständische Unternehmen printvision hat für dieses Problem – wie so oft – seine eigene Patentlösung entwickelt: Die Freisinger, die spezialisiert sind auf Druck- und Dokumentenmanagement und sich ihr Alleinstellungsmerkmal durch nachhaltige und mitarbeiterfreundliche Arbeitsprozesse und Strategien schaffen, gründeten im Jahr 2011 eine AG. Neben Vorteilen bei Kapitalbeschaffung und Image versprach sich Vorstand Martin Steyer durch die Einführung von Mitarbeiter-Beteiligungsmodellen ein wirksames Personalinstrument. Aber auch die Idee, mit Hilfe dieser Geschäftsform eine elegante Nachfolgestrategie auf den Weg zu bringen, spielte eine Rolle.

Mitarbeiter, die sich durch großes Engagement und unternehmerisches Denken auszeichnen, können bei printvision Unternehmensanteile erwerben. „Wir geben die Aktien gezielt an Highperformer, die die Firma aktiv mitgestalten, unternehmerisches Denken mitbringen und sich um Firmenbelange kümmern“, beschreibt Steyer die Vorgehensweise. Damit schlägt printvision zwei Fliegen mit einer Klappe: Einmal reizt diese Chance der Beteiligung gute Mitarbeiter zu kommen und zu bleiben – und als Technikspezialist sind die Freisinger auf Top-Fachkräfte dringend angewiesen. Zum zweiten finden sich die Mitarbeiter als Aktionäre in eine Verantwortung für das Unternehmen hinein. Aus dieser Riege aus bewährten Mitarbeiter kann printvision im Bedarfsfall seine Wahl für einen freiwerdenden Vorstandsposten treffen.

„Firmen, die unser Nachfolgesystem attraktiv finden, sollten sich jedoch darüber klar sein, dass es nur funktioniert, wenn die Führungsebene konsequent Aufgaben und Verantwortlichkeiten delegiert“, betont Steyer. „Das mag streckenweise anstrengend sein, aber die Quittung ist ein hochengagiertes Team, eine erfolgreichere Firma und eine Nachfolge die da ist, wenn sie nötig ist.“

Neuer Vertriebsvorstand aus der zweiten Reihe

Einer dieser Highperformer ist Vertriebsleiter Karim Mürl, der nun in die Führungsriege aufsteigt. Er arbeitet seit zehn Jahren bei printvision, ist seit 2013 Aktionär und wurde aufgrund seiner großen Verdienste am 1. Mai 2018 in den Vorstand berufen. Zusammen mit Heribert Moosburner als Vorstand Technik und Martin Steyer als Vorstandsvorsitzenden bildet das Trio nun die Geschäftsführung der printvision AG. Damit ist Mürl der erste printvision-Mitarbeiter, der sich für die Firmenführung über dieses Modell qualifizierte. Sein Aktienanteil wurde auf gut 20 Prozent aufgestockt.

Dieser Schritt bot sich an, da Mitgründer und Technikvorstand Heribert Moosburner das Unternehmen Ende des Jahres verlässt, um eine Geschäftsidee in einer völlig anderen Branche zu verwirklichen. Damit wird sowohl ein Vorstandsposten als auch ein größeres Aktienpaket frei.

Wichtig ist: Bei der printvision AG bleiben alle Aktien weitestgehend in den Händen „aktiver Aktionäre“, also der printvision-Mitarbeiter. In einem lebendigen Kreislauf werden die Aktien immer wieder an engagierte Mitarbeiter weitergereicht. Damit ist gewährleistet, dass die Aktionäre sowohl ein vitales Interesse am wirtschaftlichen Wohlergehen des Unternehmens haben, aber auch in ihrer Rolle als Angestellte sehr wohl darauf achten, dass das Unternehmen intern „rund läuft“.

„Die Chance, mich in Form von Aktien an –meinem– Unternehmen zu beteiligen, war für mich ein zusätzlicher Anreiz daran mitzuwirken, printvision zu dem vorbildlichen Unternehmen zu machen, das es jetzt ist – betriebswirtschaftlich, aber auch sozial und nachhaltig“, erklärt Mürl. „Es stand für mich fest, dass ich meine Herausforderung in diesem Unternehmen finden würde und trete jetzt diese Position sehr gerne und mit großer Freude und auch Neugierde an.“

„Management-Buy-out“ auf Raten

Während andere Mittelständler also darum ringen, rechtzeitig einen passenden Nachfolger für ihre Firma am Start zu haben, entwickeln sich bei printvision passende Kandidaten quasi im laufenden Betrieb dynamisch in eine potenzielle Vorstandsrolle hinein. Also ein „Management-Buy-out“ der kleinen Schritte, da damit ja letztendlich Mitarbeiter die Führung des Unternehmens übernehmen. Mitarbeiter, die printvision-Aktien erwerben, erhalten die Anteile für einen Vorzugspreis – als Gegenleistung für das große Engagement, das sie ins Unternehmen einbringen.

„Wichtig an diesem Nachfolgemodell ist es, Recruiting und Teambildung nicht nur am Ist-Bedarf, sondern gleichzeitig auf die Zukunft auszurichten“, meint Steyer. „Um später die richtigen Leute für die Führungsriege im Team zu haben, muss ich frühzeitig planen, welche Leute ich an Bord haben will und welche Qualifikationen und Fähigkeiten sie mitbringen sollen.“

Die Bedenken, dass sich durch diese interne Nachfolgeregelung eine Art „Treibhauseffekt“ einstellen könne, da ja die Nachwuchsführungskräfte keine externen Erfahrungen mitbrächten, teilt Steyer nicht: „Viele unserer Mitarbeiter haben ja durchaus bereits eine Historie in anderen Unternehmen hinter sich und bringen diese Erfahrungen mit.“

Steyer schließt nicht vollständig aus, dass vielleicht irgendwann auch Aktien an Investoren vergeben werden könnten. „Schließlich ist Wachstum notwendig, um wettbewerbsfähig zu bleiben und dieses Wachstum muss auch finanziert werden. Die Anteilsgröße wird aber auf jeden Fall immer unter der Sperrminorität bleiben.“

Posted by on 18. Juli 2018. Filed under Allgemein,Drucker & Zubehör. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

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