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Voice Day 2005 in Bonn: Teilnehmerzahl gegenüber Vorjahr verdoppelt

Bonn – Der von der Brancheninitiative Voice Business http://www.voiceaward.de veranstaltete Voice Day http://www.voiceday.de hat sich als Europas grösster Fachkongress für automatisierte Sprachdienste etabliert. Gegenüber dem Vorjahr konnte die Zahl der Fachbesucher auf rund 700 verdoppelt werden. Über 40 Aussteller nutzten das zweitägige Forum im Alten Bundestag in Bonn, um auf die neuesten Trends und Angebote bei der Sprachautomatisierung aufmerksam zu machen. Zu den Gästen zählten nicht nur IT-Entscheider, sondern auch Marketingverantwortliche, Berater oder betriebswirtschaftliche Entscheider. „Keine andere Technologie garantiert einen so schnellen Return on Investment nach nur ungefähr zehn Monaten“, betonte der Sprecher der Initiative Voice Business, Bernhard Steimel, bei einer Pressekonferenz am Abend des ersten Veranstaltungstages.

Die Sprachtechnologie habe in Deutschland grosse Fortschritte gemacht, so Steimel. Heute würden in Deutschland mehrere Millionen Anrufe am Tag mit Sprachcomputern geführt, welche die Betreiber und auch die meisten Kunden zufrieden stellten. „Der Reifegrad einer Technologie kann aber nur daran gemessen werden, inwieweit sich verbindliche, wissenschaftlich fundierte Qualitätskriterien etabliert haben, die einen objektiven Produktvergleich ermöglichen. Genau an diesem Punkt setzt der Voice Award an. Das mit dem Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz und dem Fraunhofer Institut erarbeitete Testverfahren berücksichtigt neben den technischen Leistungsmerkmalen und der Wirtschaftlichkeit auch die Nutzerfreundlichkeit, den Bedienungskomfort und den innovativen Charakter“, führte Steimel aus. Für das TÜV-ähnliche Verfahren des Voice Award hätten sich in diesem Jahr 70 Unternehmen beworben; 35 seien schliesslich als Teilnehmer in das Testverfahren aufgenommen worden.

„Sprachtechnologie wird zum Wirtschaftsfaktor“, erklärte Professor Wolfgang Wahlster, Leiter des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI) http://www.dfki.de und Schirmherr des Voice Day, gegenüber pressetext. „Diese Technologie ist für den Innovationsstandort Deutschland enorm wichtig. Die Wachstumsaussichten liegen weit über dem übrigen ITK-Markt. Experten wie Microsoft-Chef Bill Gates prognostizieren, dass hier das grösste Wachstumspotenzial liegt.“ Man sei aber erst am Anfang des Weges. Zurzeit gebe es rund 10.000 Arbeitsplätze in der Branche; dabei handele es sich jedoch ausschliesslich um sehr hochwertige Tätigkeiten. Zudem würden Arbeitsplätze in Sekundärbereichen geschaffen. So arbeiteten beispielsweise viele Call Center von Deutschland aus, da die Sprachtechnologie hierzulande wesentlich ausgereifter sei als im übrigen Europa: „Das Besondere ist, dass die Wertschöpfung in Deutschland stattfindet, weil die Systeme mit der deutschen Sprache arbeiten und hier das meiste Know-how bereit gestellt werden kann. Dies ist in anderen ITK-Branchen völlig anders. Den dort haben wir den Anschluss verloren.“

In kürzester Zeit seien 120 zumeist kleine und mittlere Unternehmen und 190 Produkte entstanden, so Wahlster. Deutschland habe als erstes Land die Spracheingabe im Auto entwickelt. Mittlerweile verfügten Sprachsysteme sogar über ein Dialoggedächtnis. Sie können Begriffe, die der Nutzer irgendwann im Laufe eines Dialogs geäussert hat, speichern. Dies verkürzt den Dialog zwischen Mensch und Maschine erheblich und macht lästige Nachfragen überflüssig.

Einer der Höhepunkte der Veranstaltung war die Vergabe des Voice Award 2005, die von dem Jury-Vorsitzenden Professor Wahlster vorgenommen wurde. Den Best-Practice Award für die beste deutschsprachige Sprachapplikation ging an das Kinoinformationssystem Cinecitta. Der T-Online Kundenservice bekam den Preis für die innovativste Applikation. Für das beste Voice User Interface wurde der Sprachmanager von T-Mobile ausgezeichnet. Das Sprachportal der Postbank wurde für die beste Enterprise Solution prämiert. Den Voice Award für den besten Mehrwertdienst erhielt Info Traffic von Viasuisse. Und zum ersten Mal vergab die Jury einen Sonderpreis für die sympathischste Applikation, die an den 1. FC Köln mit seinem Poldi Gewinnspiel ging. Der Profifussballer Lukas Podolski hatte dazu lustige Ansagetexte in einem Tonstudio aufgesprochen.

Posted by on 24. Oktober 2005. Filed under Information & TK. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

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