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New work- Schön wär–s!

Viele meiner Gespräche mit Top-Führungskräften oder auch Mitarbeitern drehen sich mehr und mehr um das Thema „new work“. Der Begriff ist dabei etwas verwirrend, da es meist nicht um „neue Arbeit“ geht – die Arbeit bleibt in vielen Fällen dieselbe. Das Umfeld hat sich weiterentwickelt und die Art zu arbeiten, kommt mehr und mehr unter Druck. Außerdem handelt es sich auch in sehr wenigen Fällen um echte Neuigkeiten oder Disruptionen. Meist geht es um schon lange vorhergesehene Entwicklungen. Der Unterschied heute: Das Tempo der Veränderungen nimmt deutlich zu. Gefragt ist also oft eher „adapted working“.

Warum fällt es uns so schwer diese Veränderungen in unseren Arbeitsalltag zu integrieren und angepasst zu arbeiten? Die Themen sind ja bekannt. Auf allen Kongressen, Messen, Buchvorstellungen und Fachtagungen werden diese seit Jahren mit zum Teil apokalyptischen Beispielen präsentiert. Denken wir nur an Roboter die unsere Arbeit wegnehmen sollen, KI die all unsere Entscheidungen besser und schneller treffen soll als wir, Big Data Analysen die unseren Todeszeitpunkt voraus sagen, Prozessoptimierungen und Effizienzsteigerungen die tausende von Arbeitsplätzen kosten sollten…

Was ist also der Faktor, der die Schere zwischen technischen Möglichkeiten und tatsächlicher „old work“ immer weiter auseinander treibt? Meine Beobachtung: die „träge Masse Menschheit“. Wie oft haben wir schon von großen Veränderungen gehört, die unser Leben mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verändern – sowohl positiv wie auch negativ? Dennoch kam alles anders – schwächer, später oder gar nicht.

Wenn wir davon ausgehen, dass wir uns anpassen müssen und ein „Aussitzen“ der Herausforderungen keine dauerhafte Lösung ist – was muss dann getan werden? Wie gelingt es den Unternehmen ihre „alte Arbeit“ in einem neuen Umfeld zu bewältigen? Wie so oft ist es objektiv betrachtet beinahe schmerzhaft banal aber im Einzelfall mit den Eigenheiten der handelnden Personen und dem gegebenen Umfeld ohne Hilfe oft unglaublich schwierig. Ich bin sicher, dass sich jeder Leser bei mindestens einem der folgenden Punkte bzw. den Herausforderungen wiederfindet:

1. Klarheit – Was sind die wirklichen Handlungsfelder der jeweiligen Branche, des Unternehmens, des Bereiches, der Abteilung? Herausforderung: die bekannten Handlungsfelder mit Entscheidungsgrundlagen untermauern (Daten, Fakten, Szenarien…) und die echten Herausforderungen aus den Modetrends herausfiltern.

2. Strategie – Was soll getan werden? Herausforderungen: Sinnvolle und effektive Priorisierung der Themen, Zuteilung der nötigen Ressourcen und die sinnvolle Formulierung des Zielkorridors (Heutzutage ist es vielfach ineffizient und sehr schwierig das genaue Ziel festzulegen. In der Zeit in der an der Zielformulierung gearbeitet wird hat sich meist das Umfeld geändert oder ein Wettbewerber einen entscheidenen Marktvorteil herausgearbeitet. Hier finden wir häufig großes Unbehagen bei den Entscheidungsträgern vor.).

3. Planung – Wer soll mit welchen Ressourcen, Methoden und Partnern an der Lösung arbeiten? Herausforderungen: Auswahl der richtigen Unternehmerpersönlichkeiten für die Projekte, der richtigen Partner und realistischer Ressourcen (Zeit, Geld, Menschen). Vergeben Sie Projekte nicht an den, der gerade Zeit hat oder sich nicht laut genug wehrt.

4. Umsetzung!!! So logisch dieser Schritt auch klingt. In der Realität wird genau an dieser Stelle gezögert, abgebrochen, nochmals geplant, die Strategie hinterfragt, … Hier zeigt es sich ob der Zielkorridor richtig formuliert wurde, ausreichend Mut und Unternehmergeist vorhanden ist und Konsequenz bei den Entscheidungen gelebt wird. Verabschieden wir uns von den Aussagen: „Wir probieren es mal in einer abgespeckten Variante. Wir warten auf … Wir besprechen das nächstes Jahr nochmals. Wir schauen uns mal an wie die anderen das umsetzen…“

5. Kommunikation! Eigentlich gehört dieser Schritt in alle vorhergehenden integriert. Da er aber so wichtig ist und in so vielen Fällen zum Scheitern führt möchte ich ihn separat erwähnen. Es wäre alles sehr viel einfach wenn Menschen sagen was sie meinen, verteidigen was sie sagen, gegensätzliche Meinungen respektieren und bewerten, und fähig sind Adressatengerecht zu formulieren was sie sagen wollen. Nutzen Sie Menschen in Ihrem Unternehmen die gut kommunizieren können! Trainieren Sie Kommunikation – insbesondere die schwierige, konfliktgefährdete und politische.

Einfache Schritte – in der Praxis nicht ganz so einfach. Und wie der Titel schon sagt: „Schön wär`s“ wenn adapted working in den Unternehmen tatsächlich umgesetzt werden kann. Lassen Sie mich wissen, wie es Ihnen in dieser Veränderung geht. Wo liegen Ihre Herausforderungen, was konnten Sie besonders erfolgreich lösen oder welche Ideen haben Sie, die Sie gerne diskutieren würden?

Posted by on 24. Februar 2020. Filed under Softwareindustrie. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

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