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Sinnliche Computer: Mensch-Maschine-Strategien für die Post-PC-Ära

Berlin/Bonn, www.ne-na.de – Computer beherrschen immer mehr Funktionen – doch viele Anwender blicken schon heute bei ihrem Handy nicht mehr durch, berichtet die tageszeitung (taz) http://www.taz.de. Professor Wolfgang Wahlster, Leiter des Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH (DFKI) http://www.dfki.de und Schirmherr der Bonner Voice Days http://www.voicedays.de arbeite daran, dass sich der Computer dem Menschen anpasst. „Die Überflutung der Geräte mit Funktionen, die selten benötigt werden, ist in der Tat ein grosses Problem. Das wird sich aber in Zukunft verbessern. Wir arbeiten daran, dass sich die neuen Multifunktionsgeräte, mit denen man telefonieren, fernsehen und im Internet surfen kann, intuitiv bedienen lassen“, so Wahlster im taz-Interview. Sein Ziel sei es, dass die Technik, die dahinter stecke, im Verborgenen bleibe und mit allen menschlichen Sinnen wie Sprache, Gestik und Mimik bedient werden könne. Nextiraone-Geschäftsführer Helmut Reisinger http://www.nextiraone.de hält diesen Forschungsansatz für unverzichtbar: Technik dürfe nicht ausschliesslich aus der Logik der Maschinen heraus entwickelt werden, sonst dominieren rein mechanische Massstäbe. „Die Technik wird immer komplexer, daran führt kein Weg vorbei. Der Anwender darf davon aber nichts merken. Das ist wahre Ingenieurkunst“, so Reisinger.

Firmen denken nach Erfahrungen von Omar Khorshed, Vorstandschef des Düsseldorfer Abrechnungsspezialisten acoreus http://www.acoreus.de, zu sehr in ihren eigenen Strukturen, auch in ihren eigenen Produkten, anstatt über ihre Fähigkeiten nachzudenken. „Es geht um Fähigkeiten, nicht um Produkte. Und schon gar nicht um vielfach unerwünschte Zusatzfunktionen, die von allen mitbezahlt werden müssen, damit wenige sie verstehen“, sagt Khorshed. Die Kunst bestehe in der Anwendung von Standardlösungen, die aber auf individuelle Anforderungen angepasst werden müssen. Featurerismus als l’art pour l’art hat seine Zukunft hinter sich.

Mit der Entwicklung Compass2008 werde nach Auskunft von Wahlster erstmals ein Handy mit einem eingebauten Übersetzungssystem für gesprochene Sprache auf den Markt gebracht. „Es ist zunächst für Besucher der Olympischen Spiele in Peking 2008 gedacht. Wenn Sie zum Beispiel im Restaurant sind, sprechen Sie Ihre Bestellung auf Deutsch in das Handy, das Ihren Satz ins Chinesische übersetzt. Aus dem Lautsprecher gibt dann eine elektronische Stimme die Bestellung auf Chinesisch an den Kellner weiter. Je nach Umgebung stellt sich das Handy auf verschiedene Szenarien ein“, erklärt Wahlster. Auch beim klassischen PC werde sich einiges ändern. Man stehe am Anfang der Post-PC-Ära. „Und dafür brauchen wir mobile Geräte, die ohne Maus und Tastatur auskommen. Die neuen Computer werden alle menschlichen Sinne nutzen, um mit dem Computer zu kommunizieren – dazu gehören Sprache, Gestik und Mimik, aber auch alles, was haptisch funktioniert, wie das Drehrad beim Ipod“, so Wahlster.

Auch der Internet-Suchmarkt werde mit dem Einzug von automatischer Spracherkennung in eine neue Dimension wachsen. „Sprache wird künftig in doppelter Beziehung eine Rolle spielen: für die Erschliessung neuer Suchinhalte wie Voicefiles und als neuer Zugangsweg ins Internet“, so Bernhard Steimel, Sprecher der Brancheninitiative Voice Business. Nach Angaben von Wahlster werde man bei dieser Thematik zur Fussball-Weltmeisterschaft neue Anwendungen erleben: „Sofern die WM-Besucher über ein entsprechend ausgerüstetes Handy mit Spracherkennung verfügen, können sie Informationen über Spielstände, WM-Historie, Touristenattraktionen und Hotels abfragen. Eine Software sucht im Web und in Datenbanken nach Antworten und liest die richtige vor. Das erledigen neuartige intelligente Suchmaschinen. Sie bedienen sich neuer Computersprachen, um Art, Inhalt und Charakter von Dokumenten und Web-Seiten zu erkennen, statt nur nach Stichworten zu fahnden. So stossen sie auf die wahrscheinlichste Antwort, statt hunderte oder gar tausende Treffer anzuzeigen“. Experten sprechen bei der Weiterentwicklung vom semantischen Web: Das Internet lernt Fakten zu verknüpfen und zu sprechen.

Posted by on 21. März 2006. Filed under Information & TK. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

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