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Vom Ende der Technologieverliebtheit – Neuer Pragmatismus beim IT-Einsatz in Unternehmen

Mainz/Stuttgart – Wer erfolgreich ein kundenorientiertes Unternehmen formen will, sollte sich nach Einschätzung von Experten nicht nur auf seine Informationstechnik (IT) verlassen, sondern muss die Struktur seiner Kunden kennen und in Prozessen denken. „Dass der Weg zum Erfolg über eine Optimierung der betriebswirtschaftlichen Prozesse im eigenen Unternehmen führt, dürfte sich herumgesprochen haben – und auch, dass dazu eine sinnvolle Investition in die richtigen IT-Technologien vonnöten ist“, so Godelef Kühn, Gründer und Vorstand des ERP-Herstellers Godesys AG http://www.godesys.de aus Mainz.

Einer Gartner-Studie http://www.gartner.com zufolge scheitern noch immer 65 Prozent aller durch Technologie getriebenen IT-Projekte oder erreichen zumindest nicht den erwarteten Nutzen und die damit verbundenen finanziellen oder unternehmerischen Ziele. „Eine grossartige neue Software auszuwählen und einzuführen ist die eine Sache. Die strategische Kopplung der Software mit den unternehmerischen Umstellungszielen, deren Erreichung durch die sinnvolle Nutzung der Software vereinfacht wird, eine andere. Das Ziel muss also sein, über den technologischen Tellerrand hinauszuschauen“, sagt Kühn.

Zwischen 1990 und heute wuchs der Markt für Unternehmensapplikationen in fulminantem Tempo. Bis zum Jahr 2000 hatten die Anbieter keinerlei Schwierigkeiten, neue Kunden für ihre Produkte zu gewinnen. Doch die mit dem Platzen der New Economy einsetzende Ernüchterung habe nach Erfahrungen von Kühn auch zu einem neuen Pragmatismus im Umgang mit der IT geführt. So konnten in den vergangenen Jahren die meisten Firmen ihr Auskommen nur durch Hegen und Pflegen der installierten Basis bestreiten; für nicht wenige Hersteller geriet das Neukundengeschäft zum Schnäppchen-Jäger-Fangen. Andere Unternehmen haben in dieser Zeit die Anzahl der Neuinstallationen speziell in Konzernfilialen signifikant gesteigert.

„In der Tat gab es in der New Economy-Ära viele Projekte, deren ROI-Betrachtung derart phantastisch waren, dass der Absturz in die Niederungen der Realität besonders krass ausfiel. Heutzutage müssen die Projekte – egal ob im Mittelstand oder bei Grossunternehmen – durch Fachabteilungen vorbereitet werden und durchlaufen dann zumeist strenge interne Machbarkeits- und Rentabilitätsstufen. Dies hat zwar zu einer deutlichen Verlangsamung der Entscheidungsprozesse, aber zu einer finanziell-darwinistischen Auslese und damit zu zufriedeneren Bottom-Line-Ergebnissen für die CIOs und die Unternehmen geführt“, kommentiert Helmut Reisinger, Geschäftsführer des Stuttgarter IT-Dienstleisters Nextiraone http://www.nextiraone.de, die Marktlage.

Ein gutes IT-System müsse es nach Meinung von Kühn gestatten, den Wandel ohne Abhängigkeiten und ohne den Zugriff auf externe Ressourcen zu gestalten. Man benötige also eine Software, die flexibel ist und bei der Geschäftsprozesse dynamisch auf das Unternehmen angepasst und auch robust skaliert werden können. „Ähnlich verhält es sich mit der ITK-Infrastruktur und Applikationen, wo es einen zunehmenden Trend zu Hosting und Managed Services gibt. Diese Software- und Servicemodule sind zumeist ‚on demand’ abrufbar und noch dazu ausserbilanziell darstellbar, da meist der Integrator die Finanzierung übernimmt“, weiss Reisinger.

Prozessorientierte Softwarelösungen, die sich ohne grossen Aufwand an die individuellen Bedürfnisse anpassen lassen, seien Werkzeuge, die dem kundenorientierten Unternehmen zur Realität verhelfen. Die Betriebswirtschaft bestätigt diesen Trend: Als Beispiel gereicht die Tatsache, dass Serviceleistungen zwar meist weniger als 20 Prozent des Unternehmensumsatzes ausmachen, gleichwohl sind sie aber überproportional mit bis zu 80 Prozent für den zu erzielenden Unternehmensgewinn verantwortlich.

Posted by on 24. April 2006. Filed under Information & TK. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

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