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Fussball-WM als Katalysator für Sprachautomatisierung

Bonn – Fans von Kevin Kuranyi können aufatmen. Niemand muss ihn während der Weltmeisterschaft vermissen. Er wird dabei sein, und zwar nicht nur in der Nutella-Werbung. Der Schalke-Stürmer gibt dem Weckdienst der sprachgesteuerten Auskunft 11 8 64 der T-Com http://www.t-com.de seine Stimme. „Genug gepennt! Raus aus den Federn!“ ruft er in seiner portugiesischen Muttersprache und auf deutsch. Fussballfans, deren erster Gedanke am Morgen schon dem runden Leder gehört, können sich von der Stimme ihres Lieblings-Fussballers aus dem Schlaf locken lassen. Alternativ wecken auch Gerald Asamoah, Philipp Lahm, Roy Makaay oder Owen Hargreaves.

Die T-Com hatte die sprachgesteuerte Auskunft 11 8 64 bereits zur diesjährigen Cebit http://www.cebit.de vorgestellt. Neben einer klassischen, jedoch sprachgesteuerten Telefonauskunft, gibt es pünktlich zur Weltmeisterschaft unter der gleichen Nummer nicht nur den Weckservice, sondern auch Informationen rund um die WM – Zwischen- und Endergebnisse, Mannschaftsaufstellungen, Spielberichte oder Statistiken: Als prominenter Kommentator begleitet Ex-Nationalspieler Thomas Helmer das Geschehen in und um die Stadien in seiner Expertenkolumne „Anstoss – Helmers Fifa WM-Tagebuch“. Ein Anruf aus dem Festnetz der T-Com kostet 79 Cent. Bei der 11 8 64 handele es sich zwar noch um einen Feldversuch, sagt Rüdiger Gräve, Pressesprecher der T-Com. Aber auch nach der WM wartet beispielsweise der Weckdienst mit weiteren interessanten Promi-Stimmen auf.

„In vielen Bereichen ist die automatisierte Selbstbedienung im Sprachportal nicht mehr wegzudenken“, so Fachredakteur Christoph Pause von der Zeitschrift Teletalk http://www.teletalk.de . Sie ermögliche es vielen Unternehmen, Kunden rund um die Uhr zu beraten und diene daher bereits als Instrument der Kundenbindung. Die Wirtschaftswoche http://www.wiwo.de schätzt den weltweiten Umsatz mit Sprachportalen für das Jahr 2007 auf mehr als vier Milliarden Dollar. Schon heute setzt über ein Drittel aller Banken und Versicherungen diese Technik ein. Beim Handel sind es nur 20 Prozent. Potenzial. Vorreiter sind die Telefongesellschaften: „Der Einstieg in die Sprachwelt erfolgt bei den meisten Telefongesellschaften über Service-Portale. T-Mobile oder 02 wickeln über Sprachdialogsysteme in Spitzenzeiten bis zu 100.000 Anrufe pro Tag ab“, sagt Bernhard Steimel, Sprecher der Brancheninitiative Voice Business http://www.voicedays.de . Die naheliegenden Anwendungen seien Auskunftsdienste, die den Operator ersetzen. „Der Wettbewerb wächst und die ersten Anbieter stellen die Weichen auf Preiskampf mit Hilfe von automatisierten Lösungen. Im vergangenen Jahr ist Telix als erster mit einer vollautomatisierten Auskunft ins Rennen gegangen und unterbietet die etablierten Auskunftsdienstleister um mehr als die Hälfte“, weiss Unternehmensberater Steimel. Telix http://www.telix.de bietet die Telefonauskunft unter 11 8 10 für 49 Cent in der Minute. Insofern sei es nicht verwunderlich, dass sich auch die Telekom für den Preiskampf gewappnet habe und seit ein paar Monaten mit dem sprachgesteuerten Service unter 11 8 64 arbeite. Dabei sei allerdings der Auskunftsservice nur das Tor zu höherwertigen Diensten wie den Informations- und oder Serviceportalen zur WM. Weitere kostenpflichtige Dienste wie Preisrecherchen oder Musikdownloads erwartet Steimel in absehbarer Zukunft. Die Angebote rund um die Fussball-WM könnten die Voice-Services nun zusätzlich pushen.

Nicht erst zur Weltmeisterschaft entdeckt die Fussballvermarktung die Sprachautomatisierung. So nutzte der 1. FC Köln ein interaktives sprachgesteuertes Gewinnspiel mit der Stimme seines Noch-Starstürmers Lukas Podolski – ein Angebot, das ausser den FC-Fans auch die Jury des Branchenwettbewerbs Voice Award 2005 überzeugte, die dem System einen Sonderpreis verlieh. Auch das Sprachportal des Deutschen Fussball Bundes http://www.dfb.de war unter den Nominierten für den Voice Award, und zwar mit einem Portal zur Erfassung von Ergebnissen der Amateurligen, die dann an die Presse weitergeleitet werden. Borussia Dortmund schliesslich hat bereits vor Jahren seinen telefonischen Ticketverkauf automatisiert, andere Vereine haben sich mittlerweile angeschlossen oder denken über eine vergleichbare Lösung nach.

Posted by on 29. Mai 2006. Filed under Information & TK. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

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