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Cybersquatting – Virtueller Adressklau mit realen Folgen

Webadressen, genannt „Domainnamen“, sind
weltweit ein begehrtes Handelsgut. Namen wie pizza.com oder candy.com
haben auf dem Domainmarkt Verkaufsergebnisse in siebenstelliger Höhe
erzielt. Wer die Bedeutung der Webadresse unterschätzt, leidet
schnell unter negativen Folgen: Cybersquatter registrieren
Domainnamen aus Begriffen, die laut Markenrecht anderen zustehen.
Zielscheibe sind in der Regel Namen und Marken prominenter Personen
oder Unternehmen sowie passende Tippfehler. Auf der Tippfehler-Domain
wwwladygaga.com zum offiziellen Internet-Auftritt von Lady Gaga
(ladygaga.com) finden sich aktuell Werbeanzeigen.

„Ein Cybersquatter könnte Lady Gaga mit wwwladygaga.com zwischen
500 und 1000 Webseiten-Besucher im Monat stehlen“, schätzt Markus
Müller, selbst Domain-Investor – im Branchen-Slang „Domainer“. Das
Prinzip hinter der Abzocke ist einfach: Vergisst ein User bei der
Eingabe von www.ladygaga.com den Punkt nach dem www, so landet er auf
www.wwwladygaga.com. „Cybersquatter sind schwarze Schafe unter den
Domainern. Ein sauber arbeitender Investor verdient sein Geld mit der
Nutzung und dem Verkauf von Webadressen, die nicht die Markenrechte
Dritter verletzen“, hebt Müller hervor.

Auf den „falschen“ Webseiten der Cybersquatter findet der
Internetnutzer statt der gesuchten Infos häufig Werbung. Zum Teil
tummeln sich dort auch Anzeigen konkurrierender Unternehmen oder
Personen, schlimmstenfalls leitet eine Domain auf die Seite eines
Mitbewerbers weiter. Häufig werden einer korrekten Domain ähnliche
Webadressen auch für den Handel mit Produktfälschungen oder das
Abfangen von Login-Daten (Phishing) genutzt: Zum Abgreifen von
Benutzerdaten der DHL-Packstationen nutzten Online-Kriminelle in der
Vergangenheit Domainnamen wie packstati0n.de (mit der Ziffer 0 statt
dem Buchstaben o).

Auch Politiker sind vor dem Imageschaden durch Cybersquatter nicht
sicher: Im Wahlkampf zur Bundestagswahl 2009 führte die Domain
wir-haben-die-kraft.de des CDU-Wahlkampfslogans „Wir haben die Kraft“
zum Webauftritt der Piraten – laut Partei hatte die Weiterleitung
jedoch eine Privatperson eingerichtet. „Dieser Fall verdeutlicht, wie
wichtig präventives Agieren für bekannte Personen, Unternehmen oder
Organisationen ist“, schlussfolgert Alexander Siffrin,
Geschäftsführer des Domain-Anbieters Key-Systems GmbH. „Grundsätzlich
gilt: Wer Domainnamen frühzeitig registriert und ihre Laufzeit
rechtzeitig verlängert, spart bares Geld.“

Ist der Domainname bereits unrechtmäßig besetzt, so sind nach der
Abmahnung durch einen Rechtsanwalt der Gerichtsprozess oder das
grenzüberschreitende UDRP-Verfahren (Uniform Domain Name Dispute
Resolution Policy) letzter Schritt im Kampf gegen Cybersquatter.
„Voraussetzung für ein erfolgreiches UDRP-Verfahren ist, dass die
Domain mit einem geschützten Kennzeichen identisch oder verwechselbar
ähnlich ist, der beklagte Inhaber der Domain keine Rechte an dem
Kennzeichen hat und die Webadresse in böser Absicht registriert hat
und nutzt“, erklärt Rechtsanwalt Thomas Rickert, Domainrechtsexperte
und geschäftsführender Gesellschafter der Schollmeyer & Rickert
Rechtsanwaltsgesellschaft mbH.

„Die Kosten für ein UDRP-Verfahren betragen mindestens 1.500 US
Dollar plus Anwaltskosten“, klärt Domain-Anbieter Alexander Siffrin
auf. „Die gezielte Registrierung wichtiger Webadressen kann jedoch
rechtliche Auseinandersetzungen mit Cybersquattern verhindern. Die
Überwachung des Domain-Marktes durch einen Profi zeigt ergänzend, ob
der eigene Name bereits missbräuchlich als Webadresse genutzt wird
und eine Abmahnung oder ein Prozess notwendig ist.“

Die Gefahr durch Cybersquatting für Prominente und Unternehmen
könnte bald weiter zunehmen. Die Zahl der Internet-Endungen – genannt
Top-Level-Domains, kurz TLDs – wie .COM oder .DE wird ab 2013
sprunghaft ansteigen. Neben Endungen im Stil von .MARKE oder .FIRMA
werden dann auch geografische Begriffe wie .BERLIN und .PARIS oder
Ausdrücke wie .MUSIC und .SHOP als Endung für Webadressen möglich.

„Prominente und Unternehmen sollten dann gezielt für ihre Person
oder Marke wichtige Namen reservieren“, erklärt Domainer Markus
Müller. Internet-User sollten darauf achten, ob sie sich tatsächlich
auf der gewünschten Seite befinden – im Zweifelsfall helfe ein Blick
auf die Kontaktseite oder ins Impressum. Auch die Online-Abfrage bei
einem Whois-Service kann die Identität einer Website belegen. Dort
sind für jede Domain die Kontaktdaten des Eigentümers hinterlegt.

Pressekontakt:
Key-Systems GmbH
Dorothea Marx
Public Relations
Tel.: +49 6894 93 96 902
E-Mail: dmarx@key-systems.net

Weitere Informationen unter:
http://

Posted by on 20. März 2012. Filed under Internet. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

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