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Unternehmen geben ein Großteil ihrer IT-Budgets für Release-Wechsel aus

(München/Graz, 19.03.2009) Die deutschen Unternehmen geben regelmäßig einen großen Teil ihrer IT-Budgets für Release-Wechsel bei ihren Softwaresystemen aus. Vor allem bei den Kernanwendungen folgen sie zur Hälfte ihren Software-Lieferanten und führen die empfohlenen Migrationen durch. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Erhebung des internationalen Systemhauses C&P AG. An der bisherigen Migrationslust soll sich jedoch angesichts sinkender Investitionsmittel zumindest bei einem Teil der mehr als 300 befragten Mittelstands- und Großunternehmen zukünftig etwas ändern.

Laut der Studie nimmt jedes achte Unternehmen über 50 Mio. Euro Umsatz bei allen Softwaresystemen die von den Softwarehäusern vorgesehenen Release-Wechsel vor. Weitere 41 Prozent der Firmen orientieren sich zwar ebenfalls recht stark an den Vorgaben der IT-Hersteller, beschränken sich dabei jedoch auf die Core-Anwendungen. Anders der mit 46 Prozent zahlenmäßig deutlich kleinere Rest der Unternehmen: Sie entscheiden nicht nach einem festen Muster sondern relativ flexibel, ob es für den betreffenden Migrationsanlass einen ausreichenden technischen oder sonstigen Bedarf gibt.

Die offenbar mehrheitlich verbreitete Absicht, zumindest in einigen Software-Bereichen technologisch immer möglichst weit vorne zu rangieren, hat jedoch deutliche Konsequenzen für die IT-Budgets. So haben die Migrationsprojekte der letzten drei Jahre bei 44 Prozent der befragten Firmen durchschnittlich zwischen 26 und 50 Prozent der IT-Budgets oder sogar noch mehr verschlungen. Typischerweise liegen die Ausgaben für die Release-Wechsel zwischen 10 Prozent und einem Viertel der IT-Etats. Nur in Ausnahmefällen wurde zuletzt weniger dafür ausgegeben.

Allerdings gibt es nach den Erkenntnissen der C&P-Studie zumindest in einem Teil der Unternehmen Überlegungen, beim ständigen Wechsel auf neuere Softwareversionen zukünftig einen Gang zurückzuschalten. 41 Prozent planen „auf jeden Fall“ oder „voraussichtlich“ eine restriktivere Vorgehensweise, weil die Budget-Möglichkeiten für solche Investitionen weniger Spielraum als in der Vergangenheit geben. Mehrheitlich jedoch wollen sie keine großartige Veränderung in ihren Migrationsstrategien vornehmen.

Für C&P-Vorstand Kurt Glabischnig ist diese Zurückhaltung der meisten Firmen nicht nachvollziehbar. Sie müssten in seinen Augen stärker kostenschonende Strategien verfolgen, die auch vor dem Thema der Release-Wechsel nicht halt machen. „Viele Migrationsprojekte sind vornehmlich technologisch motiviert, aber ihre Effekte für den Geschäftsnutzen sind nur marginal oder gar nicht feststellbar“, gibt er zu bedenken. Die IT-Verantwortlichen sollten deshalb jeweils eine kritische Prüfung vornehmen, welcher Nutzenbeitrag über die technischen Aspekte hinaus generiert werden kann. „Der Verzicht auf den einen oder anderen Release-Wechsel ist keinesfalls gleichbedeutend mit einem Innovationsstillstand“, urteilt Glabischnig. Eher sei das Gegenteil der Fall: „Die frei werdenden Finanzmittel und Ressourcen lassen sich für effizienzsteigernde Investitionen nutzen und tragen dadurch zu einer höheren Wertschöpfung bei“, lautet sein Ratschlag.

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