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Compass Security AG warnt: Unwissende PGP-Nutzer geben vertrauliche Daten im Internet preis

Das Prinzip der PGP-Verschlüsselung funktioniert wie folgt: Der User besitzt einen Public und einen Private Key. Um sicher Daten austauschen zu können, wird zum Verschlüsseln der öffentliche Schlüssel des Empfängers benötigt, zum Entschlüsseln der private. Damit der Absender verschlüsseln kann, ist es sinnvoll, den Public Key ins Internet zu stellen. Der Private Key hin¬gegen ist geheim und soll die Zugriffssicherheit gewährleisten. Wenn nun jemand „aus Versehen“ das komplette Paar auf seine Webseite legt, stellt dies eine gefährliche Sicher¬heits¬lücke dar, da so vertrauliche Daten entschlüsselt werden können. Um den Content zu dechiffrieren, wird zwar eine Passphrase benötigt, aber erfahrungs¬gemäß definieren die meisten User sehr einfache Passwörter. Compass hat zur Veranschaulichung das Tool „CodeSnapper“ entwickelt, mit dem eine Dictionary-Attacke durchgeführt werden kann.

„Es ist erstaunlich, wie viele Menschen ihren Private Key im Internet bekannt geben“, erklärt Marco Di Filippo, Regional Director Germany bei Compass. „Auf¬merksam geworden bin ich darauf durch einen Zufall. Jemand hat mir eine sig¬nierte Nachricht gesendet. Als ich auf seiner Website den Public Key downloaden wollte, entdeckte ich, dass er dort das komplette Schlüsselpaar publiziert hat. So be¬gann die Suche nach Personen, die den gleichen Fehler machen. Das Resul¬tat: knapp 250 Treffer.“ Zu finden ist in dieser Übersicht auch der folgende Link: https://www.hacking-lab.com/contact/brandyarcoiz.asc. Hierbei handelt es sich um ein von Compass veröffentlichtes Schlüsselpaar für Demozwecke.
Wargoogling: „Sag’ mir deinen Namen und ich sage dir dein Passwort“
Die PGP-Keys sind jedoch nicht die einzigen Sicherheitslücken, die sich über die gewaltigen Such¬optionen von Google ausnutzen lassen. Die Methodik nennt sich „Wargoogling“ und wurde von Jonny Long geprägt. Das Ziel ist das Auffinden vertraulicher Daten im Internet. Nach diesem Mechanismus können Inhalte wie Zugangsdaten, SessionIDs etc. aufgespürt werden. So kursierte beispielsweise eine Liste mit 8.000 User-Namen und Passwörtern der Firma Comcast, einer der größten Internet Service Provider der USA, frei verfügbar im Netz.

Marco Di Filippo warnt: „Wir möchten für die Gefahren, die im Internet lauern, sensibili¬sieren. Google bietet eine breite Angriffsfläche für Hacker, die auf die Unachtsamkeit unwissender User spekulieren. Daher können wir nur dazu raten, sorgsam mit persönlichen Daten im Internet umzugehen und sich über mögliche Risiken zu informieren.“

Posted by on 25. März 2009. Filed under New Media & Software. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

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