Windows 10: Halb Deutschland befindet sich im Dornröschenschlaf

Windows 10: Halb Deutschland befindet sich im Dornröschenschlaf

Microsofts neuestes Betriebssystem Windows 11 ist weltweit bereits auf der Mehrheit der Computer im Einsatz. Deutschland hinkt hinterher. Über 48 Prozent, rund 21 Millionen Geräte in Privathaushalten, haben aktuell noch Windows 10 installiert. Im Vergleich zum August 2025 ist das ein Rückgang von rund 3,7 Millionen Installationen, die wohl nahezu komplett zu Windows 11 umgezogen sind. Der offizielle Support des Betriebssystems endete bereits Mitte Oktober 2025. Geräte von Nutzern, die nicht reagiert haben und ins ESU-Programm (Extended Security Updates) gewechselt sind, erhalten seitdem keine Sicherheitsupdates mehr.

Das aktuelle Betriebssystem von Microsoft findet sich auf rund 49,5 Prozent (21,5 Millionen) der Desktop-PCs und Notebooks – ein Anstieg von rund 3,6 Millionen zum August 2025. Erfreulich ist auch, dass sich die Betriebssystem-Dinosaurier Windows 8.1, Windows 8, Windows 7 und Windows XP auf immer weniger Geräten befinden und im Vergleich zum August um rund 20 Prozent auf ungefähr 840.000 Installationen zurückgegangen sind.

„Deutschland tut sich mit Veränderungen schwer – auch beim Wechsel des Betriebssystems. Windows 10 erfreut sich im weltweiten Vergleich weiterhin großer Beliebtheit bei den Deutschen. Der offizielle Support endete bereits im Oktober 2025. Wer den Wechsel weiter hinauszögert oder nicht in den erweiterten Support wechselt, betreibt einen Ritt auf der Rasierklinge“, warnt Alexander Opel, IT-Sicherheitsexperte bei ESET. „Nutzer sollten sofort handeln und auf ein aktuelles Betriebssystem oder in den erweiterten Support wechseln. Jahr für Jahr werden mehr Sicherheitslücken aufgedeckt. Allein bei Microsoft-Produkten wurden im Jahr 2025 11,9 Prozent mehr Schwachstellen geschlossen als noch 2024.“

Windows 11 bei Nutzung knapp auf dem ersten Platz

Windows 10 und Windows 11 führen aktuell ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Rund 49,5 Prozent (21,5 Millionen) der Geräte haben das neueste Betriebssystem von Microsoft installiert. Über 48 Prozent (21 Millionen) der Computer in Privathaushalten haben noch Windows 10 im Einsatz. Windows 8.1 (175.000), Windows 8 (45.000), Windows 7 (565.000) und Windows XP (55.000) sind immer seltener im Einsatz.

Wachsende Zahl an Sicherheitslücken

Auch 2025 steigt die Zahl der Sicherheitslücken bei Software. Besonders problematisch ist die wachsende Zahl ungepatchter Schwachstellen, die Angreifern neue Einfallstore öffnen. Hinzu kommt, dass bei nicht mehr unterstützter Software wie veralteten Windows-Betriebssystemen die Dokumentation von Sicherheitslücken nicht mehr gewährleistet ist. Allein im Zeitraum Juli 2024 bis Juni 2025 wurden im Schnitt rund 119 neue Schwachstellen pro Tag registriert – etwa 24 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und fast doppelt so viele wie noch 2022.

Unternehmen müssen reagieren

Veraltete Systeme sind im Unternehmensbereich ein großes Risiko und im Fokus von Cyberkriminellen. 60 Prozent aller Cybervorfälle gehen auf ungepatchte Schwachstellen zurück. Dies kann ebenso zu Kompatibilitätsproblemen mit aktueller Soft- und Hardware führen. Kommt es zu einem Vorfall, riskieren Unternehmen auch rechtliche Konsequenzen, da zum Beispiel gegen Datenschutzbestimmungen verstoßen wird.

Sicherheitstipps der ESET Experten

– Windows aktualisieren: Nutzen Sie stets die neueste Windows-Version, auch wenn die Umstellung zunächst schwerfällt. Alte Versionen wie Windows 10, 7 oder XP sind ein hohes Sicherheitsrisiko und sollten dringend ersetzt werden. ESET empfiehlt einen schnellstmöglichen Wechsel zu Windows 11. Alternativ kann auch eine Linux-Distribution eine gute Option sein, besonders für ältere Hardware.
– Regelmäßige Updates installieren: Halten Sie nicht nur das Betriebssystem, sondern auch die Geräte-Firmware und alle installierten Programme stets auf dem neuesten Stand. Aktivieren Sie die automatische Updatefunktion, wenn möglich. Überprüfen Sie regelmäßig, ob neue Updates verfügbar sind.
– Sicherheitssoftware einsetzen: Eine moderne Internet Security Software ist unverzichtbar. Diese sollte E-Mails, Webseiten, Wechselmedien wie USB-Sticks, den Arbeitsspeicher und Netzwerkschnittstellen auf Schadsoftware überprüfen. Ein Exploit Blocker ist wichtig, um Schutz zu bieten, wenn noch kein Update für eine Sicherheitslücke verfügbar ist. Wählen Sie Lösungen, die auch eine cloudbasierte Schutzebene vorweisen. Diese hilft bei der Abwehr noch unbekannter Bedrohungen.
– Admin-Rechte minimieren: Arbeiten Sie im Alltag mit eingeschränkten Benutzerrechten. Vergeben Sie Admin-Rechte nur, wenn es unbedingt notwendig ist.
– Regelmäßige Backups: Sichern Sie Ihre Daten regelmäßig auf externen Speichermedien oder in einer sicheren Cloud, um im Falle eines Angriffs oder Systemausfalls vorbereitet zu sein.

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