Vertrauen als neue Währung

Vertrauen als neue Währung

In der IT-Welt verschieben sich die Sicherheitskoordinaten: Was auf der iTeam Geschäftsführertagung im November 2025 erstmals intensiver diskutiert wurde, entwickelt sich 2026 zu einer strukturellen Fragestellung für Systemhäuser im Mittelstand. Während sich ein Großteil der Debatten aktuell um Künstliche Intelligenz dreht, rückt die Quantenkryptografie leiser, aber mit strategischer Tragweite in den Fokus. Mit den Fortschritten im Quantencomputing geraten bestehende Sicherheitsannahmen zunehmend unter Druck.

Die neue Phase digitaler Entwicklung

„In der nächsten Phase digitaler Entwicklung wird Vertrauen zur neuen Währungseinheit“, ordnet Nicole Bade, Geschäftsführerin der iTeam Systemhauskooperation, die Lage ein. „Denn am Ende geht es immer um dieselbe Frage: Wie bewahren wir unsere Geheimnisse in einer Welt, in der Technologie nichts mehr übersieht und niemals vergisst?“ Über Jahrzehnte galt moderne Kryptografie als mathematisch belastbar. Mit den theoretischen Möglichkeiten von Quantenalgorithmen verschiebt sich jedoch die Perspektive. Entscheidend ist dabei weniger ein konkretes Datum als die Dynamik der Entwicklung.

Mathematische Dynamik statt reiner Hardware-Fokus

Dirk Stössel, Leiter IT der SYNAXON, warnt davor, das Thema auf die lange Bank zu schieben: „Wenn man sich Quantencomputing rein aus der Hardware-Sicht anschaut, entsteht häufig der Eindruck, wir seien noch vier bis zehn Jahre vom Ziel entfernt. Das greift zu kurz. Die Entwicklung findet parallel auch auf mathematischer Ebene statt und damit steigt der Handlungsdruck. Glücklicherweise haben wir bereits heute greifbare Optionen.“ Besonders relevant ist das Konzept „harvest now, decrypt later“: Sensible Daten werden bereits heute gespeichert, um sie später zu entschlüsseln, sobald die entsprechende Rechenleistung verfügbar ist. Dabei setzen innovative Ansätze bereits heute auf hybride Verschlüsselung, um klassische Sicherheit mit quantenresistenten Verfahren zu kombinieren.

Architekturfrage statt kurzfristigem Hype

Dass das Thema bereits heute Relevanz in der Praxis hat, bestätigt das Beispiel von iTeam-Partner Volker Bentz. Der Geschäftsführer der Brandmauer IT hat als Vorreiter frühzeitig auf

Post-Quantum-Security umgestellt: „Für uns war klar: Wenn sich technologische Grundlagen verändern, müssen wir vorbereitet sein. Es geht nicht um Panik, sondern um strategische Weitsicht.“

Auch für die iTeam steht damit fest: Post-Quantum-Security ist kein kurzfristiger Hype, sondern eine langfristige Architekturfrage. Im Kern, so empfiehlt auch das BSI, geht es um die Etablierung einer sogenannten „Krypto-Agilität“. Das bedeutet, IT-Infrastrukturen so zu gestalten, dass kryptografische Verfahren flexibel und ohne Serviceausfälle ausgetauscht werden können, sobald neue Standards dies erfordern. Selbst wenn das Thema noch nicht auf jeder Agenda explizit auftaucht, gehört es zwingend in die strategische Diskussion von Systemhäusern. Dies gilt insbesondere mit Blick auf künftige Compliance-Anforderungen und Haftungsfragen für die Geschäftsführung. Die Kooperation wird diesen Impuls künftig verstärkt aufgreifen, um die Gedanken der angeschlossenen Partner in diese zukunftsfähige Richtung zu lenken.

Strategischer Ausblick und Community-Fokus

„Quantenkryptografie ist kein Alarmthema“, so Nicole Bade. „Aber sie ist ein Weitsicht-Thema. Wer IT-Infrastrukturen verantwortet, muss und möchte Entwicklungen frühzeitig verstehen – nicht erst dann, wenn sie operativ spürbar werden.“ Die iTeam-Community wird das Thema daher weiter begleiten – als Teil einer ganzheitlichen Betrachtung digitaler Sicherheit im Zusammenspiel mit Künstlicher Intelligenz, Plattformökonomie und vernetzten Wertschöpfungsketten.

Über die iTeam

Seit u?ber 20 Jahren verbindet die iTeam, eine Tochtergesellschaft der SYNAXON, mehr als 380 mittelständische IT-Systemhäuser. Sie bilden das größte Unternehmernetzwerk seiner Art in Deutschland – fu?r mehr Schlagkraft, lebendigen Wissenstransfer und echte Partnerschaft im IT-Markt. In der iTeam treffen Pioniergeist und technologische Kompetenz auf einen klaren Blick nach vorn – getragen von einer gelebten Gemeinschaft von Zukunftstreibern. So entsteht Raum zum

anders:denken, weiter:wagen und voran:wirken.

Über die Brandmauer IT GmbH

BRANDMAUER IT ist eines der fu?hrenden IT-Systemhäuser der Su?dpfalz und ein zuverlässiger IT-Servicepartner fu?r Cybersecurity und IT-Services fu?r den Mittelstand in der DACH-Region. Mit Sitz in Bellheim begleitet das Unternehmen seit 1989 Firmen kritischer Infrastruktur, Kommunen und Organisationen in den Bereichen Digitalisierung, IT-Sicherheit und IT-Infrastruktur. Rund 40 Mitarbeitende entwickeln und betreiben zukunftsfähige IT-Lösungen und machen BRANDMAUER IT zu einem zentralen Innovationspartner.

Die SYNAXON AG ist Europas größte IT-Verbundgruppe mit u?ber 3.300 Partnerunternehmen, einem Einkaufsvolumen von mehr als einer Milliarde Euro und rund 300 Mitarbeitenden. Seit 1991 unterstu?tzt das Unternehmen insbesondere kleine und mittelständische IT-Dienstleister dabei, sich im Wandel der Branche erfolgreich zu behaupten.

Das umfassende Leistungsportfolio in den Bereichen Einkauf, Marketing, Wissen und Vernetzung sowie modulare Serviceangebote schaffen die Grundlage fu?r nachhaltiges Wachstum und gemeinsamen Erfolg im IT-Channel.