Smartphones, Tablets oder Kopfhörer sind ständige Begleiter im Alltag – und damit steigt auch der Bedarf an mobiler Energie. Powerbanks bieten eine flexible Möglichkeit, elektronische Geräte unterwegs aufzuladen. Doch nicht jedes Modell ist gleichermaßen sicher, leistungsfähig oder langlebig. Worauf es beim Kauf ankommt, erklärt TÜV SÜD-Experte Stephan Kammermayer.
Kapazität und Leistung realistisch einschätzen
Ein zentrales Kaufkriterium ist die Kapazität der Powerbank, die in Milliamperestunden (mAh) angegeben wird. Sie bestimmt, wie oft ein Gerät unterwegs aufgeladen werden kann. „Für das gelegentliche Nachladen eines Smartphones reichen häufig 5.000 bis 10.000 mAh aus. Wer mehrere Geräte oder Tablets versorgen möchte, sollte zu leistungsstärkeren Modellen greifen“, erklärt Kammermayer. Dabei ist zu beachten, dass die tatsächlich nutzbare Kapazität aufgrund von Energieverlusten niedriger ausfällt als der Nennwert. Einfluss darauf haben unter anderem der Wirkungsgrad der Elektronik, die Temperatur sowie die Ladeleistung. Neben der Kapazität spielt auch die Ausgangsleistung eine Rolle.
Moderne Smartphones unterstützen Schnellladefunktionen, die jedoch nur genutzt werden können, wenn Powerbank und Endgerät denselben Ladestandard unterstützen. Technologien wie Power Delivery (PD) oder Quick Charge ermöglichen deutlich kürzere Ladezeiten. Für größere Geräte wie Tablets oder Notebooks sind höhere Ausgangsleistungen – etwa 30, 45 oder 65 Watt – sinnvoll.
Anschlüsse und Ladefunktionen
Aktuelle Powerbanks verfügen häufig über mehrere Ausgänge, sodass mehrere Geräte gleichzeitig geladen werden können. USB-A, USB-C oder integrierte Kabel erhöhen die Flexibilität im Alltag. „Je vielseitiger die Anschlüsse, desto besser lässt sich die Powerbank an unterschiedliche Geräte anpassen“, so Kammermayer.
Auch die Ladegeschwindigkeit der Powerbank selbst sollte berücksichtigt werden. Modelle mit USB-C-Schnittstelle unterstützen in der Regel höhere Ladeleistungen und sind dadurch schneller wieder einsatzbereit als Varianten mit älteren Anschlüssen, wie beispielsweise Micro-USB. Powerbanks mit bidirektionalen USB-C-Ports können sowohl angeschlossene Geräte laden als auch selbst aufgeladen werden, was im Alltag sehr praktisch ist. Einige Modelle bieten zusätzlich eine sogenannte „Pass-Through“-Funktion, bei der Powerbank und Endgerät gleichzeitig geladen werden können. Das ist praktisch, sollte aber nur bei hochwertigen Geräten genutzt werden.
Sicherheit und Schutzmechanismen
Da Powerbanks leistungsstarke Lithium-Ionen- oder Lithium-Polymer-Akkus enthalten, spielt die Sicherheit eine entscheidende Rolle. Hochwertige Geräte verfügen über integrierte Schutzmechanismen gegen Überladung, Tiefentladung, Kurzschluss und Überhitzung. „Fehlende oder mangelhafte Schutzschaltungen können im schlimmsten Fall zu Überhitzung oder Brand führen“, warnt der TÜV SÜD-Experte.
Ein stabiles, gut verarbeitetes Gehäuse trägt zusätzlich zur Sicherheit bei, insbesondere bei mobilen Einsätzen. Eine auffällige Erwärmung während des Ladevorgangs kann auf minderwertige Elektronik hinweisen. Auch klare Herstellerangaben zu Kapazität, Leistung und technischen Spezifikationen sind ein Zeichen für Seriosität und Sicherheit. Fehlende oder unklare Angaben sollten skeptisch machen. Verbraucher sollten zudem darauf achten, dass Powerbanks keine sichtbaren Beschädigungen aufweisen und nicht aus zweifelhaften Online-Quellen stammen, da hier ein erhöhtes Risiko für unsichere Produkte besteht.
Für eine sichere Nutzung im Alltag sollten Powerbanks vor extremen Temperaturen und Feuchtigkeit geschützt werden, da Hitze, starke Kälte oder eindringende Flüssigkeit ihre Leistungsfähigkeit und Sicherheit beeinträchtigen können. Während des Ladevorgangs empfiehlt sich eine feste, gut belüftete Oberfläche, um Wärmestau zu vermeiden. Zudem sollten ausschließlich geeignete und unbeschädigte Ladekabel verwendet werden. Mechanisch beschädigte oder aufgeblähte Geräte dürfen nicht weiterverwendet werden.
Qualität, Kennzeichnungen und Prüfzeichen
Hochwertige Powerbanks zeichnen sich durch eine gute Verarbeitung, eine saubere Kennzeichnung von Kapazität und Leistung sowie durch transparente Herstellerangaben aus. Das CE-Kennzeichen ist verpflichtend, während das GS-Zeichen oder das TÜV SÜD-Oktagon darauf hinweisen, dass zusätzliche Sicherheits- und Qualitätsprüfungen erfolgt sind. Besonders bei sehr günstigen oder anonym vertriebenen No-Name-Produkten fehlen solche nachvollziehbaren Angaben oder unabhängige Prüfungen häufig. Verbraucher sollten hier besonders aufmerksam sein.
Transport, Gewicht und Einsatzbereich
Je nach Einsatzzweck unterscheiden sich die Anforderungen an Größe und Gewicht. Kompakte, leichte Powerbanks eignen sich für den Alltag oder kurze Reisen, während größere Modelle mit hoher Kapazität eher für längere Touren oder den gleichzeitigen Betrieb mehrerer Geräte gedacht sind. Für Wanderungen oder Outdoor-Einsätze kann zudem ein spritzwassergeschütztes oder besonders robustes Gehäuse sinnvoll sein.
Für Flugreisen gelten besondere Vorgaben: Powerbanks und andere lose Lithium-Akkus dürfen ausschließlich im Handgepäck transportiert werden, wobei in der Regel Kapazitäten bis 100 Wh zulässig sind. Geräte mit fest eingebautem Akku, etwa Smartphones oder Laptops, sollten ebenfalls vorzugsweise im Handgepäck mitgeführt werden. Werden sie ausnahmsweise im aufgegebenen Gepäck transportiert, müssen sie vollständig ausgeschaltet und vor Beschädigung bzw. aktivem Einschalten geschützt sein. Um sicherzugehen, empfiehlt es sich, die jeweils geltenden Bestimmungen vorab bei der Fluggesellschaft zu prüfen.
Akkupflege und umweltgerechte Entsorgung
Auch die Lebensdauer einer Powerbank hängt vom richtigen Umgang ab. Häufige Tiefentladungen, dauerhafte Vollladung oder extreme Temperaturen können die Leistungsfähigkeit der Akkus beeinträchtigen. Um die Powerbank möglichst lange nutzen zu können, sollte sie kühl und trocken gelagert und nur mit geeigneten Ladegeräten betrieben werden. Ideal ist es, den Ladezustand langfristig zwischen 20 und 80 Prozent zu halten, um die Akkuzellen zu schonen. Am Ende ihrer Lebensdauer dürfen Powerbanks keinesfalls im Hausmüll entsorgt werden. Da sie Lithium-Akkus enthalten, müssen sie über geeignete Sammelstellen oder den Handel fachgerecht zurückgegeben werden.
TÜV SÜD bietet Orientierung beim Kauf
Beim Kauf lohnt sich ein Blick auf anerkannte Prüfzeichen. Das GS-Zeichen für „Geprüfte Sicherheit“ sowie das blaue TÜV SÜD-Oktagon signalisieren, dass das Produkt sicherheitsrelevante Prüfungen durchlaufen hat. „Solche Kennzeichnungen bieten eine wichtige Orientierung, da unter anderem elektrische Sicherheit, Materialqualität und Verarbeitung überprüft werden“, erklärt Stephan Kammermayer. Wer auf geprüfte Sicherheit, passende Leistung und eine saubere Verarbeitung achtet, kann mobile Energie sicher und zuverlässig nutzen.
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