– Agentic AI setzt Software-Bewertungen unter Druck und verschiebt Investorenfokus.
– Europäische M&A-Aktivität stabilisiert sich auf niedrigerem Niveau aber hochwertige Assets bleiben gefragt.
– Infrastruktur-Software gewinnt strategisch an Bedeutung, während SaaS-Bewertungen unter Druck geraten.
Das weltweit tätige strategische Beratungsunternehmen Alvarez & Marsal (https://www.alvarezandmarsal.com/) (A&M) veröffentlicht seinen ersten European Software Quarterly Report (https://www.alvarezandmarsal.com/thought-leadership/q4-2025-navigating-dealflow-european-software-quarterly) und analysiert die aktuellen Entwicklungen bei Bewertungen und M&A-Aktivitäten im Softwaresektor. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass künstliche Intelligenz, insbesondere Agentic AI, die Spielregeln für Investoren und Unternehmen nachhaltig verändert.
KI sorgt für massive Neubewertung im Softwaremarkt
Fortschritte im Bereich Agentic AI führen zu einer spürbaren Neubewertung vieler Softwareunternehmen. Besonders betroffen sind klassische SaaS-Anwendungen, deren Wert bislang stark auf Benutzeroberflächen oder Reporting-Funktionen basierte. Diese geraten zunehmend unter Druck, da KI-Agenten in der Lage sind, Prozesse eigenständig über verschiedene Systeme hinweg zu steuern und auszuführen.
– Bewertungsmultiples sind in einigen Segmenten um bis zu 51 % gefallen.
– Horizontal-Software verzeichnete Rückgänge von rund 32 % bei EV/Revenue-Multiples.
– High-Growth-Unternehmen verloren teilweise bis zu 46 % ihrer Bewertung
Gleichzeitig gewinnen Anbieter von Infrastruktur-Software an Bedeutung. Sie schaffen die Grundlage für Integration, Steuerung und Governance von KI-Anwendungen und entwickeln sich damit zu einem zentralen Baustein moderner IT-Architekturen.
Bewertungen normalisieren sich und Profitabilität steht im Fokus
Die Analyse zeigt eine klare Neubewertung entlang zentraler Kennzahlen. So sinken die EV/Revenue-Multiples sektorübergreifend, beispielsweise von 5,8x auf 5,4x bei Horizontal Software. Auch die EV/EBITDA-Multiples gehen zurück, etwa von 17,5x auf 15,9x. Gleichzeitig stabilisiert sich das Umsatzwachstum auf einem moderaten Niveau von rund 8-9 %, während die EBITDA-Margen mit etwa 23-26 % solide bleiben.
Parallel dazu rückt die Qualität der Geschäftsmodelle stärker in den Fokus. Unternehmen, die die sogenannte „Rule of 40″* übertreffen, erzielen weiterhin deutliche Bewertungsaufschläge von 25-35 %. Insgesamt erreichen rund 60 % der analysierten Softwareunternehmen diesen Schwellenwert, was die zunehmende Bedeutung von Profitabilität und nachhaltigem Wachstum unterstreicht.
M&A-Markt bleibt selektiv, aber stabil
Der europäische Software-M&A-Markt hat sich im Jahr 2025 spürbar abgekühlt. Die Zahl strategischer Transaktionen ging von 320 Deals im ersten Quartal 2024 auf 190 im vierten Quartal 2025 deutlich zurück. Insgesamt war ein kontinuierlicher Rückgang der Aktivität über das Jahr hinweg zu verzeichnen. Gleichzeitig verlängern sich Deal-Prozesse, und Investoren prüfen Transaktionen deutlich intensiver im Rahmen der Due Diligence.
Trotz dieser Entwicklung zeigt sich der Markt selektiv stabil. Private Equity gewinnt weiter an Bedeutung und dies insbesondere durch Add-on-Transaktionen. Besonders aktiv sind derzeit Segmente wie Workflow Automation und Data & Analytics. Auch die DACH-Region erweist sich als vergleichsweise resilient, getragen von einem starken Mid-Market und anhaltenden Buy-and-Build-Strategien. Das Vereinigte Königreich bleibt der größte Software-M&A-Markt in Europa.
„Wir sehen aktuell einen strukturellen Wandel im Softwaremarkt. KI verändert nicht nur Geschäftsmodelle, sondern auch die Bewertungslogik. Investoren hinterfragen zunehmend, wo nachhaltiger Wert entsteht und unterscheiden deutlich stärker zwischen skalierbarer Infrastruktur und austauschbaren Anwendungsschichten. Gleichzeitig bleibt der M&A-Markt aktiv, aber deutlich selektiver. Qualität und strategische Relevanz sind entscheidender denn je“, erklärt Christian Ramme, Managing Director bei Alvarez & Marsal Corporate Finance in Deutschland.
Über den Report
Der A&M European Software Quarterly Report basiert auf einer umfassenden Analyse von Marktdaten und Investmenttrends im globalen und europäischen Softwaresektor. Berücksichtigt wurden unter anderem Bewertungsmultiples, Wachstumskennzahlen, Profitabilität sowie M&A-Aktivitäten auf Basis führender Datenquellen wie Pitch Book und S&P Capital IQ. Den vollständigen Report finden Sie hier.
*Rule-of-40 besagt, dass ein (Software-)Unternehmen aus Käufersicht insbesondere dann attraktiv ist und nachhaltig wächst, wenn die Summe des Umsatzwachstums und der (EBITDA-)Marge insgesamt 40% übersteigt.
Über Alvarez & Marsal
Alvarez & Marsal zählt seit seiner Gründung im Jahr 1983 zu den weltweit führenden Unternehmensberatungen. Das Unternehmen genießt insbesondere für seine Expertise in den
Bereichen Leadership, Strategie, Ergebnisverantwortung und Umsetzung höchstes Renommee. Das Leistungsspektrum von Alvarez & Marsal umfasst Unternehmensberatung, Services zur Optimierung der Geschäftsentwicklung sowie Turnaround-Management – stets mit praxisnahen, auf die individuellen Anforderungen jedes Mandantenzugeschnittenen Lösungen. Gestützt auf ein globales Netzwerk erfahrener Industrieexperten, hochkarätiger und erfahrenden Beraterinnen und Berater – viele mit Board-Level Erfahrung – unterstützt Alvarez & Marsal Unternehmen, Vorstände, Private-Equity-Gesellschaften, Anwaltskanzleien und staatliche Institutionen dabei, Transformationsprozesse zu gestalten, Risiken zu reduzieren und in jeder Wachstumsphase nachhaltigen Wert zu generieren.
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Director Go To Market Germany
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