Denkmalschutz für Software: Was Unternehmen von Legacy-Systemen erhalten sollten

Denkmalschutz für Software: Was Unternehmen von Legacy-Systemen erhalten sollten

29. April 2026 – Der Komplettabriss von Legacy-Systemen ist selten eine gute Lösung. Alt-Anwendungen enthalten oft kritische Strukturen und differenzierendes Geschäfts-Know-how, das erhalten bleiben muss. IT-Dienstleister Avision erläutert, was bei Legacy-Systemen unter Denkmalschutz gehört.

Sie sind schwer zu warten, teuer im Betrieb und stehen Innovationen oft im Weg: Unternehmen empfinden Alt-Anwendungen als Belastung und möchten sie gerne loswerden. Doch Vorsicht: Nicht alles an Legacy-Systemen ist per se verzichtbar. Oft stecken in ihnen kritische Strukturen und Geschäftsprozesse, die erhalten bleiben sollten. Der IT-Dienstleister Avision ist auf die Modernisierung von Alt-Anwendungen spezialisiert und zeigt auf, wo Unternehmen genauer hinschauen müssen:

1. Benutzeroberflächen. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier und reagiert sensibel auf Veränderungen. Neue Benutzeroberflächen können deshalb große Schwierigkeiten verursachen. Sie erfordern oft einen hohen Schulungsaufwand und selbst technisch deutlich bessere Oberflächen scheitern häufig an mangelnder Nutzerakzeptanz. Das heißt aber nicht, dass Unternehmen die Oberflächen besser gar nicht anfassen. Sie sollten nur nicht radikal verändert, sondern gezielt angepasst werden. Dann lassen sich Effizienzgewinne erzielen, die die Umstellungskosten deutlich übersteigen.

2. Schnittstellen. Die meisten Alt-Anwendungen sind keine isolierten Systeme, sondern Teil komplexer IT-Landschaften: Sie kommunizieren über Schnittstellen kontinuierlich mit anderen Anwendungen und Systemen. Änderungen daran haben oft direkte Auswirkungen auf die angebundene IT-Landschaft und können erhebliche Folgekosten verursachen. Statt Schnittstellen einfach zu ersetzen, sollten neue Versionen parallel eingeführt und unterschiedliche Datenformate gleichzeitig unterstützt werden. So wird sichergestellt, dass die angebundenen Systeme möglichst stabil bleiben.

3. Prozesse. Manche Prozesse in Legacy-Systemen enthalten einzigartiges Know-how, das über Jahrzehnte gewachsen ist und die Wettbewerbsvorteile von Unternehmen begründet. Sie verdienen besonderen Schutz, weil sie einen zentralen Erfolgsfaktor darstellen, auch wenn sie nicht immer modern sind. Der Umstieg von einer eigenentwickelten Alt-Anwendung auf eine Standardsoftware kann deshalb ein erhebliches Risiko darstellen, weil sie Unternehmen ihrer individuellen Stärken beraubt und damit entscheidend schwächen kann.

4. Zertifizierungen. In stark regulierten Branchen wie der Pharmaindustrie, der Medizintechnik, der Luftfahrt oder der Finanzindustrie sind Softwarelösungen häufig zertifiziert. Die dafür nötigen Zertifizierungsprozesse sind extrem zeit- und kostenintensiv. Deshalb ist es oft sinnvoll, solche Lösungen nicht komplett zu ersetzen, sondern die zertifizierten Kernsysteme stabil zu halten und Modernisierungsschritte darüber oder darum herum zu gestalten. Modernisierung sollte bestehende Zertifizierungen nicht gefährden.

„Nicht alles, was alt ist, ist automatisch schützenswert. Gleichzeitig ist aber auch nicht alles, was modern ist, automatisch besser“, erklärt Nadine Riederer, Geschäftsführerin bei Avision. „Unternehmen müssen für sich individuell herausfinden, was einen echten Wert hat und für ihren Erfolg kritisch ist – und wo ein Denkmalschutz der nötigen Weiterentwicklung im Weg steht. Eine gute Legacy-Strategie bewahrt bewusst und modernisiert gezielt.“

Dieses Listicle und das Bild in höherer Auflösung können unter www.pr-com.de/companies/avision abgerufen werden.