Existenzgründungen steigen 2025 um rund 18 Prozent auf etwa 690.000 — und sieben von zehn davon entstehen neben dem Hauptberuf

Existenzgründungen steigen 2025 um rund 18 Prozent auf etwa 690.000 — und sieben von zehn davon entstehen neben dem Hauptberuf

Die Bereitschaft, ein eigenes Vorhaben zu starten, ist trotz unsicherer Konjunktur deutlich gewachsen. Laut dem KfW-Gründungsmonitor 2026 wagten 2025 rund 690.000 Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit, etwa 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Zuwachs entstand fast vollständig im Nebenerwerb, der mit rund 483.000 Gründungen einen Höchststand erreichte. Vollerwerbsgründungen blieben mit etwa 207.000 nahezu unverändert.

Der Nebenerwerb ist kein Sonderfall mehr

Mit einem Anteil von rund 70 Prozent bildet die Gründung neben dem Hauptberuf inzwischen den Regelfall. Das verändert, wie ein Vorhaben startet: mit begrenzter Zeit, begrenztem Kapital und dem Zwang, früh zu erkennen, ob etwas trägt.

Genau an diesem Punkt entscheidet sich, welche Fragen zuerst beantwortet werden müssen — von der Rechtsform bis zur ersten Kundschaft. Ein Überblick über die Schritte einer Gründung in Deutschland ordnet diese Reihenfolge.

Was der Gründungsmonitor ausweist

Laut der KfW ergibt sich für 2025 folgendes Bild:

Rund 690.000 Menschen gründeten, etwa 18 Prozent mehr als im Vorjahr.

Auf den Nebenerwerb entfielen rund 483.000 Gründungen und damit ein Höchststand.

Vollerwerbsgründungen blieben mit etwa 207.000 nahezu unverändert.

Das Durchschnittsalter der Gründenden lag bei 34,2 Jahren.

40 Prozent waren jünger als 30 Jahre, 44 Prozent der Gründungen hatten einen digitalen Schwerpunkt.

„Wer neben dem Beruf gründet, hat keine zwei Jahre Anlauf. Deshalb entscheidet die Sichtbarkeit in den ersten Monaten mehr als der Businessplan“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Vier von zehn Gründungen sind digital

Bemerkenswert ist der Anteil digitaler Vorhaben. Nach Angaben der KfW hatten 44 Prozent der Gründungen einen digitalen Schwerpunkt — ein Bereich, in dem ein Angebot ohne Ladengeschäft auskommt, aber ohne Auffindbarkeit nicht.

Der Engpass verschiebt sich damit. Nicht die Herstellung eines digitalen Produkts ist die Hürde, sondern der Nachweis, dass es existiert und funktioniert.

Sichtbarkeit ist die zweite Gründungsaufgabe

Ein Verzeichnis, in dem Produkte nebeneinander stehen, löst genau dieses Problem für die frühe Phase. Es ersetzt keine eigene Reichweite, verschafft aber einen Ort, an dem ein junges Angebot vergleichbar wird.

Wie unterschiedlich der Weg dorthin finanziert wird, zeigt der Blick auf die Spannweite zwischen Eigenmitteln und Wagniskapital — für Nebenerwerbsgründungen ist die erste Variante meist die einzige.

Woran sich der nächste Monitor messen lässt

Die KfW erhebt den Gründungsmonitor jährlich. Aussagekräftig wird nicht die Gesamtzahl sein, sondern das Verhältnis der beiden Gruppen zueinander.

Steigt der Vollerwerb wieder, wären aus Nebenprojekten Hauptberufe geworden. Bleibt er flach, beschreibt der Rekord vor allem eine zweite Einkommensquelle — was ökonomisch etwas ganz anderes bedeutet.

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