Cyberangriffe, Datendiebstahl und digitale Sabotage stellen für Unternehmen in Deutschland weiterhin eine erhebliche Gefahr dar. Eine aktuelle Untersuchung des Digitalverbands Bitkom zeigt, dass 96 Prozent der befragten Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten von Datendiebstahl, Industriespionage oder Sabotage betroffen waren oder entsprechende Angriffe vermuten.
Besonders auffällig ist der zunehmende Einfluss ausländischer Nachrichtendienste. 37 Prozent der betroffenen Unternehmen konnten mindestens einen Angriff einem ausländischen Nachrichtendienst zuordnen. 2025 waren es 28 Prozent, 2023 lediglich 7 Prozent. Die organisierte Kriminalität bleibt mit 62 Prozent die am häufigsten genannte Tätergruppe.
Auch die wirtschaftlichen Folgen sind erheblich. Bitkom beziffert den durch Datendiebstahl, Industriespionage und Sabotage verursachten Schaden auf 211 bis 270,8 Milliarden Euro. Rund drei Viertel der Schäden entfallen auf Cyberattacken.
Im Monat August waren besonders diese Fälle relevant:
Berlin: Nach einem Angriff auf das Berliner Landesnetz wurden Systeme am 14. August vom Netz getrennt. Später bestätigte das Land, dass Daten aus dem Bereich der Verkehrsverwaltung abgeflossen waren und die Angreifer einen Erpressungsversuch unternahmen. Die Ransomware-Gruppe Rhysida behauptete anschließend, mehrere Terabyte Daten gestohlen zu haben; die genaue Menge ist bislang nicht unabhängig bestätigt. Updates hier
Brandenburgische Gedenkstätten: Am 5. August wurde ein Ransomware-Angriff entdeckt. Teile der IT und Daten wurden verschlüsselt; die Stiftung geht zudem davon aus, dass Daten heruntergeladen wurden.
Britische Flughäfen: Bei der Manchester Airports Group wurden Daten von rund 8,7 Millionen Kunden kompromittiert. Betroffen waren u. a. E-Mail-Adressen, Telefonnummern und Kfz-Kennzeichen; Zahlungsdaten und Flugbetrieb waren laut Betreiber nicht betroffen.
US-Bundesbehörde ATF: Ende August bestätigte die Behörde einen Einbruch in ein separates Computersystem mit sensiblen Ermittlungsinformationen. Die Ransomware-Gruppe Qilin reklamierte den Angriff für sich.
Insgesamt bleibt Ransomware mit Datendiebstahl und anschließender Erpressung eines der auffälligsten Muster. Ein DACH-Ransomware-Tracker listet für die letzten Augusttage zahlreiche deutsche Organisationen als mutmaßliche Opfer. Allgemein wurden im August 2026 in Deutschland 45 bis 60 Fälle im Zusammenhang mit Ransomware öffentlich erfasst. Die Unterschiede ergeben sich aus den verschiedenen Erhebungsmethoden der jeweiligen Cybersecurity-Tracker. Breachsense registrierte 45 deutsche Organisationen, die im August auf den Leak-Seiten von Ransomware-Gruppen als Opfer genannt wurden. Damit lag Deutschland weltweit auf Platz drei der erfassten Länder. Der Ransomware-Tracker ThreatVectr zählte für denselben Zeitraum 60 Fälle in Deutschland und führte Deutschland damit nach den USA auf Platz zwei der am stärksten betroffenen Länder.
Prävention ist also alles. Der Notfallplan muss griffbereit sein.
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