Campingübernachtungen sinken im Juni 2026 um 17,4 Prozent auf 5,9 Millionen – das erste Halbjahr liegt mit 17,0 Millionen Nächten knapp unter Vorjahr

Campingübernachtungen sinken im Juni 2026 um 17,4 Prozent auf 5,9 Millionen – das erste Halbjahr liegt mit 17,0 Millionen Nächten knapp unter Vorjahr

Die Campingsaison 2026 hat einen Juni mit ungewohnt leeren Plätzen hinter sich. Laut dem Statistischen Bundesamt (Destatis) verbuchten die Campingplätze in Deutschland im Juni 2026 rund 5,9 Millionen Übernachtungen, 17,4 Prozent weniger als im Juni 2025. Die Zahl der Ankünfte sank im selben Monat um 15,5 Prozent auf knapp 1,96 Millionen. Von Januar bis Juni summieren sich die Campingübernachtungen auf 17,0 Millionen, ein Minus von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Wer den Stellplatz ohne Landstrom bezieht, plant die Stromversorgung selbst; eine Übersicht zur Energieversorgung im Wohnmobil auf Reisen ordnet ein, welche Verbraucher ein tragbares Solarsystem an einem Tag bedienen kann.

Die Zahlen stammen aus dem Statistischen Bericht „Monatserhebung im Tourismus, Juni 2026“, den Destatis am 20. August 2026 veröffentlicht hat. Erfasst werden Campingplätze mit mindestens zehn Stellplätzen; seit dem Berichtsmonat Januar 2026 weist die Statistik nach der neuen Wirtschaftszweigklassifikation Camping- und Biwakplätze getrennt von Stellplätzen für Wohnmobile aus.

Sieben Monate mit Rekordwert im Gesamttourismus, aber ein schwacher Juni auf dem Campingplatz

Der Camping-Einbruch steht quer zum übrigen Beherbergungsmarkt. Nach Angaben von Destatis vom 11. September 2026 verbuchten alle Beherbergungsbetriebe im Juli 2026 rund 58,4 Millionen Übernachtungen, 3,2 Prozent mehr als im Juli 2025. Von Januar bis Juli 2026 kamen 282,1 Millionen Übernachtungen zusammen, 0,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum und 0,4 Prozent über dem bisherigen Rekordwert aus dem Jahr 2019.

Im Juni 2026 lagen die Übernachtungen über alle Betriebsarten hinweg laut dem Monatsbericht um 3,1 Prozent unter dem Vorjahresmonat; Hotels, Gasthöfe und Pensionen hielten mit plus 0,5 Prozent das Niveau, Ferienunterkünfte verloren 5,5 Prozent. Der Campingbereich trug damit den größten Teil des Rückgangs. Über das erste Halbjahr lag der gesamte Beherbergungsmarkt mit 223,7 Millionen Übernachtungen um 0,3 Prozent über dem Vorjahr.

„Ein Juni mit einem Sechstel weniger Nächten klingt nach einer Krise, ist aber vor allem ein Kalendereffekt. Wer Camping an einem einzelnen Monat misst, misst den Ferienplan und nicht die Nachfrage“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Warum der Pfingsttermin den Vergleich zum Vorjahr verzerrt

Der Kalender erklärt den größten Teil des Juni-Minus. Pfingstsonntag fiel im Jahr 2025 auf den 8. Juni, im Jahr 2026 auf den 24. Mai. Das Pfingstwochenende und der Beginn der zweiwöchigen Pfingstferien in Bayern und Baden-Württemberg, die viele Campingfamilien auf die Plätze bringen, lagen damit 2025 im Juni, 2026 dagegen schon Ende Mai. Der Halbjahreswert gleicht diese Verschiebung aus: Laut Destatis liegt das erste Halbjahr 2026 mit minus 1,1 Prozent bei den Übernachtungen und minus 0,5 Prozent bei den Ankünften nahe am Vorjahr.

Das Wetter kommt als Erklärung nicht in Frage. Laut dem Deutschen Wetterdienst vom 29. Juni 2026 war der Juni mit einem Temperaturmittel von 19,5 Grad Celsius der zweitwärmste seit Beginn der Messungen. Die Sonne schien den vierten Monat in Folge mehr als im Klimasoll, und am 28. Juni wurde in Neißemünde-Coschen mit 41,7 Grad ein vorläufiger deutschlandweiter Allzeitrekord gemessen. Die Bedingungen für Übernachtungen im Freien waren also günstig; die Gäste blieben aus anderen Gründen fern.

Welche Kennzahlen der Monatsbericht für Campingplätze ausweist

Der Juni-Bericht des Statistischen Bundesamtes liefert neben den Übernachtungen auch Angaben zu Kapazität und Auslastung. Zum Stichtag waren nach Angaben von Destatis 3.249 Campingplätze mit Urlaubscamping erfasst, davon 3.165 geöffnet; die geöffneten Plätze boten 231.801 Stellplätze an, 0,9 Prozent mehr als im Juni 2025. Die durchschnittliche Auslastung der Schlafgelegenheiten lag im Juni bei 21,3 Prozent, im ersten Halbjahr bei 14,1 Prozent.

Der Juni-Bericht nennt für Campingplätze folgende Werte:

Übernachtungen Juni 2026: 5.906.332, minus 17,4 Prozent zum Vorjahresmonat

Ankünfte Juni 2026: 1.959.715, minus 15,5 Prozent

Übernachtungen Januar bis Juni 2026: 17.026.043, minus 1,1 Prozent

Davon auf Stellplätzen für Wohnmobile: 2.474.254 Übernachtungen im ersten Halbjahr

Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland im Juni: 670.896, plus 1,7 Prozent

Angebotene Stellplätze im Juni: 231.801 auf 3.165 geöffneten Plätzen

Die Gäste aus dem Ausland stützen die Bilanz. Während die Übernachtungen deutscher Camper im Juni laut Destatis um 19,4 Prozent zurückgingen, legten die ausländischen Gäste um 1,7 Prozent zu. Die Niederlande stellten mit 344.499 Übernachtungen die mit Abstand größte Gruppe, gefolgt von der Schweiz mit 106.797 und Österreich mit 33.441.

Wo Wohnmobilstellplätze ohne Netzanschluss den Strombedarf verschieben

Die neue Trennung in der Statistik macht ein Segment sichtbar, das lange in der Gesamtzahl aufging. Laut dem Monatsbericht entfielen im ersten Halbjahr 2026 rund 2,47 Millionen Übernachtungen auf Stellplätze für Wohnmobile und 14,55 Millionen auf klassische Camping- und Biwakplätze. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer auf Wohnmobilstellplätzen lag bei 1,9 Nächten, auf Campingplätzen bei 3,3 Nächten. Kurze Aufenthalte auf einfachen Plätzen sind typisch für Reisemobile, die mehrere Stationen ansteuern und oft ohne Stromsäule auskommen.

Für diese Reiseform entscheidet die eigene Energiereserve über Komfort und Aufenthaltsdauer. Kühlbox, Laptop, Beleuchtung und Ladegeräte laufen bei fehlendem Landstrom über Batterie und Solarmodul. Ein Rechner für autarke Tage mit Solarmodul und Speicher zeigt, wie viele Tage ein Aufbau bei gegebenem Verbrauch und Sonnenertrag ohne Netzanschluss durchhält. Die Auswertung für Juli und August 2026, die Destatis für Ende September und Ende Oktober vorgesehen hat, wird zeigen, ob die Hauptsaison das Juni-Minus ausgeglichen hat.

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