Named User Plus oder Prozessor: Die Oracle-Metrik wählen

Named User Plus oder Prozessor: Die Oracle-Metrik wählen

Vor Nachkäufen und Verlängerungen lohnt der Blick auf die Lizenzmetrik. Für die Oracle Database Enterprise Edition stehen zwei Modelle zur Wahl: Named User Plus (NUP) und Prozessor. Beide lizenzieren dieselbe Software, führen aber je nach Umgebung zu sehr unterschiedlichen Kosten. ProLicense erlebt regelmäßig, dass Unternehmen seit Jahren in der falschen Metrik lizenzieren, weil sich die Umgebung verändert hat und der Vertrag nicht.

Wie die beiden Metriken zählen

Die Prozessor-Metrik richtet sich nach der Hardware. Gezählt werden alle physischen Cores, auf denen die Software installiert oder betrieben ist, multipliziert mit dem Core Factor aus Oracles Tabelle. Für gängige Intel- und AMD-Prozessoren liegt dieser Faktor bei 0,5, bei IBM Power bei 1,0. Nutzerzahlen spielen keine Rolle.

Die NUP-Metrik zählt Personen und Geräte. Lizenzpflichtig ist jede Person, die auf die Datenbank zugreifen darf, unabhängig davon, wie oft sie das tut. Hinzu kommen nicht benutzerbediente Geräte, also Schnittstellen, Sensoren und automatisierte Prozesse, die ohne Mensch am anderen Ende auf die Datenbank zugreifen.

Der Kipppunkt liegt bei 50 Nutzern je Prozessor

Nach Oracles Technology-Preisliste verhält sich der Listenpreis einer Prozessorlizenz zu dem einer NUP-Lizenz bei der Enterprise Edition wie 50 zu 1. Bis zu 50 zählbare Nutzer je Prozessor ist NUP günstiger, darüber die Prozessor-Metrik. Nach unten gibt es eine Grenze: Oracle verlangt für die Enterprise Edition mindestens 25 NUP je Prozessor, auch wenn nur fünf Personen mit dem System arbeiten. Das nutzbare Fenster für NUP liegt damit zwischen 25 und 50 Nutzern je Prozessor.

Wo die Zählung kippt

Bei NUP entstehen Nachforderungen meist durch Zählregeln, die im Alltag niemand im Blick hat. Vorgeschaltete Anwendungsserver oder Portale reduzieren die Zahl nicht, gezählt wird am vordersten Punkt der Kette. Lesende Zugriffe zählen genauso wie schreibende, und Servicekonten sowie technische Schnittstellen zählen mit. Wächst die Nutzerzahl über die Jahre, kippt die Metrik unbemerkt ins Teure.

Bei der Prozessor-Metrik liegt das Risiko in der Infrastruktur. Virtualisierte Umgebungen ziehen nach Oracles Auslegung schnell ganze Cluster in die Lizenzpflicht, und ein Hardware-Refresh mit mehr Cores je Sockel erhöht die Lizenzmenge, ohne dass jemand eine Lizenzentscheidung getroffen hätte.

„Die Metrik ist einer der größten Kostenhebel überhaupt, und sie wird fast nie überprüft. Wir sehen Umgebungen, in denen zwölf Menschen mit einer Datenbank arbeiten, die nach Prozessoren lizenziert ist“, sagt Christian Grave, Geschäftsführer der ProLicense.

Metrik wechseln und Altverträge prüfen

Ein Wechsel der Metrik ist möglich, in der Regel über eine Vertragsänderung im Rahmen einer Verlängerung oder eines Nachkaufs. Dabei rechnet Oracle den Wert vorhandener Lizenzen an. Wer ohnehin nachkaufen will, prüft die Metrik deshalb vorher und nicht danach.

Besondere Aufmerksamkeit verdienen Altverträge. In Beständen aus den frühen 2000er-Jahren stecken Metriken wie Named User, Concurrent Device oder Universal Power Unit mit eigenen Regeln und teils niedrigeren Minimums. Werden sie im Rahmen einer Vermessung pauschal in heutige NUP-Zahlen umgerechnet, verliert der Kunde Rechte, für die er bezahlt hat.

„Maßgeblich ist der Vertrag, der beim Kauf galt, nicht die Metrik, die ein Vermessungswerkzeug heute vorschlägt. Wer alte Bestellformulare vorlegt, kann Forderungen häufig deutlich reduzieren“, sagt Rechtsanwalt Sören Reimers, Geschäftsführer der ProLicense.

ProLicense prüft Metrik, Zählung und Verträge im Rahmen des Oracle-Lizenzmanagements und erstellt dafür eine Lizenzbilanz. Ziel bleibt minimale Kosten bei voller Compliance. Anfragen nimmt ProLicense über die Kontaktseite entgegen.

ProLicense berät seit 2009 Unternehmen im Software License Management, unabhängig von Oracle, Microsoft, VMware und allen anderen Herstellern. Die Gründer Sören Reimers (Rechtsanwalt) und Christian Grave (Diplom-Kaufmann) waren jeweils über acht Jahre bei Oracle tätig. ProLicense unterstützt bei Software-Audits, Lizenzverhandlungen und ULA-Zertifizierungen, beim Wechsel zu Drittsupport für Software, Hardware und End-of-Life Open Source sowie beim Umstieg auf Alternativen wie Azul, Payara oder Nutanix. Als Reseller von HeroDevs bietet ProLicense Never-Ending Support für abgekündigte Open-Source-Software an. Gebrauchte Lizenzen kauft und verkauft ProLicense direkt. Die Vergütung erfolgt erfolgsbasiert direkt durch den Kunden, ohne Zahlungen von Herstellern. Ziel jedes Mandats: minimale Kosten bei voller Compliance. Mehr unter www.prolicense.com.