London, UK – 19. März, 2026 – Vertex Inc., ein weltweit tätiger Anbieter von Technologielösungen im Steuerbereich, präsentiert die Ergebnisse des „Bridging the Divide“-Global Research Reports. Die Umfrage deckt erhebliche Lücken und Herausforderungen zwischen IT-Führungskräften und Steuerteams bei der Bereitstellung effizienter und effektiver Lösungen für die Einhaltung indirekter Steuervorschriften auf. Für die Studie wurden weltweit mehr als 1.000 Führungskräfte aus den Bereichen IT, Finanzen und Steuern befragt. Sie untersucht auch den zunehmenden Druck durch die digitale Transformation sowie die Risiken für Unternehmen, die nicht die richtigen Entscheidungsträger an einen Tisch bringen.
Daten-Dynamik trifft auf Governance-Defizite
Die Steuer- und Finanzabteilung hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der datenintensivsten und regulatorisch anspruchsvollsten Bereiche im Unternehmen entwickelt. Echtzeit-Reporting, zunehmende regulatorische Vorgaben und wachsende Datenvolumina erhöhen den technologischen Anspruch erheblich. Kein Wunder also, dass 48 % der Unternehmen in der DACH Region IT als primären Budget-Owner für Tax Tech nennen, in SAP-Umgebungen liegt die Budgetverantwortung der IT sogar bei 72,8 %. Noch deutlicher wird die strukturelle Einbindung bei Entscheidungsprozessen: Knapp zwei Drittel geben an, dass IT-Abteilungen typischerweise bei Tax-Technology-Initiativen konsultiert werden. Die Abteilung für Steuer ist somit in DACH organisatorisch enger mit IT verzahnt als in vielen anderen Regionen.
Die Ergebnisse der Studie machen dagegen deutliche Schwächen in der Zusammenarbeit zwischen IT, Finance und Tax sichtbar: 40,8 % der Unternehmen im DACH-Raum geben an, dass die IT im Rahmen der derzeitigen Zusammenarbeit die technologischen Anforderungen der Steuerfunktion nicht vollständig erfasst hat. Dies sind rund 10 Prozentpunkte mehr als der globale Durchschnitt. 34 % der DACH-Unternehmen geben zudem an, dass die derzeitige Abstimmung zu reduzierter organisatorischer Agilität oder verlangsamten Entscheidungsprozessen geführt hat. Besonders deutlich wird der wirtschaftliche Effekt: 37,6 % berichten, dass die aktuelle Form der Zusammenarbeit zu verschwendeten Investitionen oder einem schwachen ROI bei Tax-Technology-Projekten beigetragen hat.
Wie können Tax- & IT-Abteilungen näher zusammenrücken?
Dass Handlungsbedarf besteht, ist unstrittig: Kein Unternehmen in der DACH-Region ist der Ansicht, dass sich an der Zusammenarbeit zwischen IT, Tax und Finance nichts ändern müsse. Als wichtigsten Hebel für eine bessere Zusammenarbeit nennen 44 % der DACH-Unternehmen gemeinsame KPIs beziehungsweise bereichsübergreifende Erfolgskennzahlen zwischen IT, Finance und Tax. 42,8 % halten eine stärkere Executive-Sponsorship für entscheidend, um funktionsübergreifende Transformationsprojekte strategisch klarer zu verankern.
Doch der Wunsch nach Verbesserung bleibt nicht auf strategischer Ebene stehen: 38 % fordern zudem klarere Ownership- und Entscheidungsstrukturen für Technologieprojekte, 35,6 % sprechen sich für regelmäßige gemeinsame Review-Meetings während und nach der Implementierung aus.
Auch die Rolle externer Partner wird betont: 41,6 % erwarten eine stärkere Unterstützung durch Technologieanbieter – etwa durch gemeinsame Workshops oder Design-Sessions. Ergänzend nennen 31,2 % funktionsübergreifende Trainings- oder Shadowing-Formate als Mittel, um gegenseitiges Verständnis aufzubauen. Unternehmen fordern also keine isolierten Einzelmaßnahmen, sondern eine systematische Verankerung von Governance, klaren Verantwortlichkeiten und strukturiertem Austausch.
Branchenunterschiede in DACH
Innerhalb der verschiedenen Branchen im DACH-Raum zeigen sich Unterschiede vor allem in der Risikowahrnehmung. Data Compliance nennen 85,7 % der Healthcare-Unternehmen als Top-Priorität bei der Einführung neuer indirekter Steuertechnologie. Im Finanzsektor sind es 45,5 %, bei IT & Telecoms 29 % Ein ähnliches Bild zeichnet sich beim Thema Financial Compliance. Das Ergebnis: In stark regulierten Branchen steht Compliance klar im Vordergrund, während andere Sektoren andere Transformationsprioritäten setzen.
„Steuerabteilungen stehen heute unter dem Druck von Echtzeit-Berichterstattung, e-Invoicing-Vorgaben und zunehmender KI-Integration. Entscheidend ist deshalb nicht nur die Einführung neuer Technologien, sondern die enge Abstimmung zwischen IT und Tax“, erklärt Sal Visca, CTO bei Vertex. „Moderne, global tätige Unternehmen benötigen eine moderne Steuerplattform, die regulatorische Komplexität beherrschbar macht, Integrationsaufwand reduziert und gleichzeitig die Grundlage für verlässliche, datenbasierte Entscheidungen schafft.“
Begleitend zu dieser Studie fördert Vertex den branchenspezifischen Dialog durch Exchange Europe, eine jährlich stattfindende Konferenz, die sich mit übergeordneten Fragestellungen an der Schnittstelle von Steuerwesen, Technologie und Regulierung befasst.
Die diesjährige Veranstaltung findet am 21. und 22. April in Wien statt. Weitere Informationen zum Event finden Sie hier.
Über die Studie
Im Rahmen der Umfrage von Censuswide wurden 250 Finanz- und IT-Leiter von Unternehmen mit einem Umsatz von über 100 Millionen US-Dollar (im Alter von mindestens 25 Jahren) befragt. Die Datenerhebung fand zwischen dem 29. Januar und dem 6. Februar 2026 statt.
