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Digitale Transformation: Deutsche Hochschulen hinken hinterher / VDI-Studie: Berufseinsteiger und Studierende fühlen sich nicht auf die Digitale Transformation vorbereitet

„Die Digitale Transformation muss
sich in den Curricula im Pflichtbereich niederschlagen, wenn wir
weiterhin führender Technikstandort sein wollen“, sagt VDI-Direktor
Ralph Appel. Ingenieurleistungen durch den Einsatz von KI nehmen
immens an Bedeutung zu. Die aktuelle VDI-Studie „Ingenieurausbildung
für die Digitale Transformation“ zeigt allerdings: Studierende und
Berufseinsteiger fühlen sich nicht ausreichend durch digitale
Fachinhalte auf die Arbeitswelt vorbereitet.

Gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum für Hochschul- und
Wissenschaftsforschung und dem HIS-Institut für Hochschulentwicklung
e. V. hat der VDI Professorinnen und Professoren an Hochschulen,
Studierende und Berufseinsteiger zu digitalen Lehrinhalten befragt.
Die Ergebnisse präsentierte der größte deutsche Ingenieurverein auf
der Hannover Messe. Im Bereich Informatik geben nur 11 Prozent der
befragten Studierenden an, dass sie sich gut vorbereitet fühlen. 56
Prozent sagen das Gegenteil. Bei den Berufseinsteigern fühlen sich
nur 9 Prozent adäquat vorbereitet und 61 Prozent eher nicht bis gar
nicht. Ein prekäres Ergebnis vor dem Hintergrund des akuten
Fachkräftemangels und der zunehmenden Bedeutung von
Schnittstellenkompetenzen im Bereich IT und Technik auf dem
Arbeitsmarkt.

Digitalkompetenz der Lehrenden muss gestärkt werden

„Noch unbefriedigend ist außerdem die Bereitschaft der
Professoren, sich an die Anforderungen der Digitalen Transformation
anzupassen“, so Appel weiter. Auf die Aussage „Die meisten meiner
Kolleginnen und Kollegen unterstützen die Digitale Transformation in
unserem Studiengang“ antwortet keiner der befragten Professoren mit
„stimme vollkommen zu“. 41 Prozent schätzen ihre Kollegen als weniger
unterstützend ein und nur ca. 10 Prozent der Befragten stimmen voll
zu, dass ihre Kollegen bereit seien ihre Lehrveranstaltungen
anzupassen.

Daher fordert der VDI: „Die Lehre braucht mehr Personal, das die
Digitale Transformation mitträgt. Die Digitalkompetenz der Lehrenden
muss eindeutig gestärkt werden. Hierfür müssen Anreizsysteme
geschaffen und Mittel bereitgestellt werden, die die notwendigen
strukturellen Innovationen in der Lehre ausreichend befördern.“ 56
Prozent der Studierenden sagen, dass ihre Professoren das Hemmnis an
den Hochschulen sind. Als positive Treiber sehen sie die Unternehmen
und die Anforderungen des Arbeitsmarkts. „Hochschulen müssen noch
stärker mit modern agierenden Unternehmen bei Fragen zur Digitalen
Transformation kooperieren. Hier ist erhöhter Austausch und mehr
Verzahnung notwendig, um die Bedürfnisse der zukünftigen
Berufseinsteiger in den Lehrplänen stärker einzubinden“, so Appel.

Hochschulen und Industrie müssen näher zusammenrücken

Das sieht auch Prof. Klaus Kreulich so. Er ist Vizepräsident der
Hochschule München und Mitglied im VDI-Fachbeirat
Ingenieurausbildung: „Die Rolle der Industrie an den Hochschulen ist
extrem wichtig. Für die wissenschaftliche Ausbildung in den
Ingenieurwissenschaften war der Praxisbezug zu den
Forschung-und-Entwicklung-Abteilungen und auch allen anderen
Geschäftsbereichen schon immer von sehr hoher Bedeutung.“ Das Tempo
der digitalen Veränderungen erlaube es den Hochschulen kaum noch, die
jeweils aktuellen Technologien und Konzepte für Forschungs- und
Lehrzwecke ohne Industriekooperationen bereitzustellen. „Zudem müssen
Hochschulen und Unternehmen vor dem Hintergrund des lebenslangen
Lernens näher zusammenrücken. Die Dynamik der Digitalisierung
erfordert auch für hochqualifizierte Ingenieure einen lebenslangen
Bedarf an Weiterbildung“, so Kreulich.

Er appelliert aber ebenso an Bund und Länder und sagt: „In der
aktuellen Diskussion um die Fortführung des Qualitätspakts Lehre
besteht die Chance, eine Grundfinanzierung für Zwecke der permanenten
inhaltlichen Weiterentwicklung zu verankern. Das wäre genau das, was
Hochschulen gerade im Kontext der Digitalen Transformation brauchen.“

Digitale Fachinhalte in den Curricula verankern

Rainer Dittmar ist verantwortlich für die Themen Technik und
Digitalisierung bei DB Training, dem Bereich für die
Mitarbeiterqualifizierung bei der Deutschen Bahn. Er meint: „Im
Hinblick auf den digitalen Wandel wird von den Absolventen aus den
ingenieurwissenschaftlichen Bereichen eine Menge an neuen,
insbesondere methodischen Kompetenzen verlangt. Neben der
Fachkompetenz ist immer stärker die interdisziplinäre Zusammenarbeit
gefragt. Hier fehlt es den Absolventen oft an entsprechender
Erfahrung aus dem Studium.“ Auch er plädiert dafür, die Veränderungen
in der Arbeitswelt bereits in den Curricula der Hochschulen zu
verankern und die Hochschullandschaft mit der Industrie stärker zu
verknüpfen.

HAWs/Fachhochschulen bereiten besser auf die Digitale
Transformation vor

Im direkten Vergleich von Universitäten und HAWs/Fachhochschulen
zeigt die Studie außerdem, dass laut der befragten Studierenden
Fachhochschulen den Universitäten signifikant im Rahmen der Digitalen
Transformation voraus sind. Studierende bewerten HAWs/FHs besser als
Universitäten – etwa im Hinblick auf den Stellenwert der Digitalen
Transformation, die Einbindung digitaler Lehrinhalte, sowie die
wahrgenommene Bereitschaft Lehrender, ihre Lehre im Zuge der
Digitalen Transformation anzupassen.

Die vollständige Studie mit konkreten Handlungsempfehlungen zum
Download unter www.vdi.de/studie-ingenieurausbildung

Der VDI – Sprecher, Gestalter, Netzwerker

Die Faszination für Technik treibt uns voran: Seit 160 Jahren gibt
der VDI Verein Deutscher Ingenieure wichtige Impulse für neue
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bessere Umwelt und mehr Wohlstand. Mit rund 150.000 persönlichen
Mitgliedern ist der VDI der größte technisch-wissenschaftliche Verein
Deutschlands. Als Sprecher der Ingenieure und der Technik gestalten
wir die Zukunft aktiv mit. Mehr als 12.000 ehrenamtliche Experten
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Pressekontakt:
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Telefon: +49 211 6214-610
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Original-Content von: VDI Verein Deutscher Ingenieure, übermittelt durch news aktuell

Posted by on 2. April 2019. Filed under Computer & Technik,Software,Softwareindustrie. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

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