Mit Pier 0.3.1 steht ein Windows-Programm zur Verfügung, das entfernte Speicher als gewöhnliches Laufwerk mit eigenem Buchstaben einbindet. Unterstützt werden WebDAV (zum Beispiel Nextcloud, ownCloud, Synology und QNAP), SFTP-Server mit Passwort oder SSH-Schlüssel sowie NFSv3-Freigaben. Der Explorer, Office-Anwendungen, Sicherungsprogramme und Skripte greifen darauf zu wie auf eine lokale Festplatte.
Der in Windows eingebaute WebDAV-Client hat bekannte Grenzen: Die Basic-Anmeldung funktioniert ab Werk nur über HTTPS, Dateien sind standardmäßig auf rund 50 MB begrenzt, und bei Verbindungsabbrüchen verschwindet das Laufwerk. Synchronisationsprogramme laden dagegen ganze Ordner herunter, auch wenn nur wenige Dateien gebraucht werden.
Pier geht einen anderen Weg: Dateien werden blockweise in einen Cache auf der Festplatte gelesen, sodass nur die tatsächlich geöffneten Teile über das Netz übertragen werden. Abgebrochene Uploads und Downloads werden ab dem letzten Block fortgesetzt. Bricht das WLAN ab oder baut sich das VPN neu auf, verbindet sich Pier selbstständig wieder und schreibt ausstehende Änderungen nach. Ein Laufwerk lässt sich in den Offline-Modus schalten und arbeitet dann aus dem Cache weiter; Änderungen werden protokolliert und später übertragen.
Vor dem ersten Einbinden prüft Pier, welche Funktionen der Server unterstützt (Schreiben, Umbenennen, Zeitstempel, Groß- und Kleinschreibung, Fortsetzen) und richtet das Laufwerk entsprechend ein. Das Programm läuft als Windows-Dienst; die Laufwerke stehen damit allen Benutzern zur Verfügung und bleiben nach einem Neustart erhalten. Mit Pier Backup sind verschlüsselte, versionierte Sicherungen von Ordnern auf WebDAV, SFTP, S3 oder NFS enthalten. Die Oberfläche ist unter anderem auf Deutsch verfügbar.
Pier läuft unter Windows 10 und 11 (64 Bit) sowie Windows Server 2019 und neuer. Die kostenlose Ausgabe bindet bis zu fünf Laufwerke ohne Zeitbegrenzung ein; die Pro-Ausgabe ohne Laufwerksgrenze kostet 19 US-Dollar pro Jahr.