Neugründungen steigen im ersten Halbjahr 2026 um 8,3 Prozent auf 352.400 – die Zahl der Gewerbeaufgaben bleibt mit 246.600 nahezu unverändert

Neugründungen steigen im ersten Halbjahr 2026 um 8,3 Prozent auf 352.400 – die Zahl der Gewerbeaufgaben bleibt mit 246.600 nahezu unverändert

In Deutschland sind zwischen Januar und Juni 2026 rund 352.400 Gewerbe neu gegründet worden. Laut der Halbjahresauswertung der Gewerbeanzeigen, die das Statistische Bundesamt am 14. August 2026 veröffentlicht hat, sind das 8,3 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2025. Die Zahl der vollständigen Gewerbeaufgaben lag nach Angaben der Behörde im selben Zeitraum bei rund 246.600 und damit um 0,1 Prozent unter dem Vorjahreswert. Im Oktober 2026 steht damit für das laufende Jahr ein Überhang an Gründungen fest. Die Provimedia GmbH aus Bietigheim-Bissingen ordnet die Zahlen mit ihrem Verzeichnis neu gestarteter Startups und digitaler Produkte ein, auf dem Gründer ihre Produkte vorstellen.

Gezählt werden alle Anzeigen bei den Gewerbeämtern: Zu den Anmeldungen gehören neben Neugründungen auch Übernahmen, Umwandlungen und Zuzüge aus anderen Meldebezirken.

Was die Halbjahresbilanz des Statistischen Bundesamts im Einzelnen ausweist

Die Wiesbadener Behörde trennt zwischen allen Gewerben und den Betrieben mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung, also Gründungen durch Gesellschaften oder durch Einzelpersonen mit Handelsregistereintrag, Beschäftigten oder Handwerkskarte. Vier Kennziffern nennt die Mitteilung vom 14. August 2026 für das erste Halbjahr 2026:

100 Gewerbeanmeldungen insgesamt, ein Plus von 8,1 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025

600 neu gegründete Betriebe mit größerer wirtschaftlicher Bedeutung, ein Plus von 3,0 Prozent

300 Gewerbeabmeldungen insgesamt, ein Minus von 2,1 Prozent

800 vollständige Aufgaben größerer Betriebe, ein Minus von 3,8 Prozent

Wie das Institut für Mittelstandsforschung Bonn Haupt- und Nebenerwerb trennt

Das Institut für Mittelstandsforschung Bonn wertet dieselben Gewerbeanzeigen nach eigener Abgrenzung aus und hat seine Übersicht für Januar bis Juni 2026 Ende August 2026 veröffentlicht. Nach Angaben des IfM Bonn lag die Zahl der gewerblichen Existenzgründungen im Haupterwerb bei 143.222, 2,6 Prozent unter dem Vorjahreshalbjahr, dessen Werte Fehlkodierungen in nord- und ostdeutschen Gemeinden überhöht hatten. Die gewerblichen Liquidationen sanken laut IfM Bonn um 10,4 Prozent auf 126.888, es bleibt ein Saldo von plus 16.334 Unternehmen. Daneben zählte das Institut 201.766 Nebenerwerbsgründungen, 17,9 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Wer den Schritt vom Nebenerwerb zum eigenen Produkt geht, findet auf dem Portal der Provimedia GmbH die Rangliste der von der Community am höchsten bewerteten Produktstarts nach Tag, Woche und Monat.

„Die Zahlen zeigen zwei Bewegungen zugleich: Mehr Menschen probieren eine Geschäftsidee nebenbei aus, und weniger Betriebe geben auf. Was den meisten fehlt, ist Sichtbarkeit in den ersten Wochen nach dem Start, wenn noch niemand weiß, dass es das Produkt gibt“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.

Wo die Anmeldung endet und der Markteintritt beginnt

Der Bundesverband Deutsche Startups hatte die Vorstellung des Deutschen Startup Monitors 2026 für das Gründertreffen Bits & Pretzels vom 28. bis 30. September 2026 in München angekündigt. Das IfM Bonn will die Jahreszahlen 2026 voraussichtlich im März 2027 vorlegen, das Statistische Bundesamt führt die Gewerbeanzeigen monatlich in seiner Datenbank fort. Für Gründer, die im Herbst 2026 starten, heißt das praktisch: Die Anmeldung beim Gewerbeamt ist der statistische Startpunkt, der Markteintritt beginnt erst mit dem ersten öffentlich sichtbaren Produkt.

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