Der Wohnungsbau in Deutschland kommt 2026 wieder in Gang. Von Januar bis Juli 2026 erteilten die Bauaufsichtsbehörden laut dem Statistischen Bundesamt Baugenehmigungen für 148.800 Wohnungen, 12,9 Prozent oder 17.000 mehr als im gleichen Zeitraum 2025. Allein im Juli 2026 wurden nach der am 18. September 2026 veröffentlichten Pressemitteilung Nr. 330 der Behörde 22.500 Wohnungen genehmigt, 1,9 Prozent mehr als im Juli 2025. Im Oktober 2026 wirkt der Anstieg auf den Markt für gebrauchte Häuser, weil jeder Neubau am Ende einer Kette von Verkaufsentscheidungen steht. Die Provimedia GmbH aus Bietigheim-Bissingen, Betreiberin einer Vermittlungsplattform für private Verkaufshinweise an geprüfte Makler, ordnet die Zahlen ein.
Das Statistische Bundesamt weist darauf hin, dass Genehmigungen durch Nachmeldungen der Baubehörden oft erst später in die Statistik einfließen; Grundlage sind die im August 2026 vorliegenden Meldungen der Länder.
Wo der Wohnungsbau 2026 am stärksten zulegt
In neu zu errichtenden Wohngebäuden wurden laut dem Statistischen Bundesamt von Januar bis Juli 2026 insgesamt 121.200 Wohnungen genehmigt, 13,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Bei Einfamilienhäusern lag der Zuwachs bei 9,7 Prozent auf 27.900 Wohnungen, bei Zweifamilienhäusern bei 25,0 Prozent auf 8.900. Mehrfamilienhäuser bleiben mit 79.700 genehmigten Neubauwohnungen die zahlenmäßig stärkste Gebäudeart, das entspricht einem Plus von 15,1 Prozent. Rückläufig war nach Angaben der Behörde allein der Bau von Wohnheimen mit 4.700 Wohnungen, ein Minus von 6,2 Prozent. Als Umbau in bestehenden Gebäuden kamen weitere 24.900 Wohnungen hinzu, 8,9 Prozent mehr als von Januar bis Juli 2025.
Wie sich die Preise für Neubau und Bestand auseinanderbewegen
Der Hauspreisindex des Finanzierungsvermittlers Europace, der nach Angaben des Unternehmens auf rund 20 Prozent aller privaten Immobilienfinanzierungen in Deutschland beruht, stand im August 2026 bei 222,54 Punkten. Nach den auf der Europace-Seite veröffentlichten Indexwerten lag der Gesamtindex damit rechnerisch 1,7 Prozent über dem August 2025. Neubauhäuser verteuerten sich nach derselben Reihe binnen Jahresfrist um 3,3 Prozent auf 245,26 Punkte, Bestandshäuser um 1,3 Prozent auf 202,51 Punkte und Eigentumswohnungen um 0,3 Prozent auf 219,85 Punkte.
„Wer heute einen Bauantrag stellt, verkauft in vielen Fällen morgen ein bestehendes Haus. Der Abstand zwischen Neubau- und Bestandspreisen macht das gebrauchte Einfamilienhaus für Käufer wieder interessanter. Die Frage ist, ob der Hinweis auf einen Verkaufswunsch rechtzeitig bei einem Makler ankommt“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Welche drei Größen Verkäufer und Makler im Herbst 2026 beobachten sollten
Dem Genehmigungsplus folgen bis zum Jahresende 2026 drei Kennzahlen, die den Markt für gebrauchte Wohnhäuser bestimmen:
die Genehmigungszahlen für August bis Oktober 2026, die das Statistische Bundesamt jeweils rund sieben Wochen nach Monatsende vorlegt
die monatlichen Werte des Hauspreisindex von Europace für das Herbstquartal 2026 mit dem Abstand zwischen Neubau- und Bestandshäusern
die Zahl der Baufertigstellungen 2026, die erst im Frühjahr 2027 zeigt, wie viele genehmigte Wohnungen tatsächlich entstehen
Für Eigentümer, die den Verkauf ihres Hauses erwägen, ist der Herbst 2026 damit eine Phase mit wachsender Neubaukonkurrenz bei stabilen Bestandspreisen. Ob der Aufwärtstrend anhält, zeigt die nächste Monatszahl.
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