In der Heizperiode sterben nach Angaben des Umweltbundesamts (UBA) viele Hausstaubmilben ab, weil die Luftfeuchtigkeit sinkt. Milbenkörper und Kot zerfallen, die Allergene werden dann in großen Mengen freigesetzt und verwirbelt. Zum Reinigen von Teppichen eignet sich laut dem Amt für Menschen mit Milbenallergie ein Staubsauger mit Feinstaubfilter der Filterklasse 13 bis 14, ein sogenannter HEPA-Filter (High Efficiency Particulate Air). Wie sich Wasserfilter, HEPA-Filter und Staubbeutel bei Allergenen unterscheiden, ordnet das Fachportal der Provimedia GmbH in seinem Leitfaden zu Wasserstaubsaugern für Allergiker ein.
Ein EU-Energielabel für Staubsauger gibt es im Handel nicht mehr. Das Gericht der Europäischen Union erklärte die frühere Kennzeichnungsverordnung am 8. November 2018 für nichtig; wirksam wurde die Nichtigerklärung nach Angaben der EU-Kommission am 18. Januar 2019. Die Kommission will die Kennzeichnung neu regeln und überarbeitet zugleich die Ökodesign-Verordnung von 2013. Ihr Beteiligungsportal „Ihre Meinung zählt“ nannte Ende September 2026 für beide Rechtsakte das dritte Quartal 2027 als geplanten Annahmezeitraum.
Zwei Zahlen des Umweltbundesamts zeigen, dass selbst frisch gereinigte Kissen nicht milbenfrei bleiben und warum Betten besonders betroffen sind
Bis zu 10.000 Milben können sich laut der im November 2025 aktualisierten Übersicht des UBA auf einem frisch gereinigten Kopfkissen aufhalten. Betten trifft es besonders, weil Menschen im Schlaf pro Nacht rund 200 Milliliter Feuchtigkeit ausschwitzen. Hauptvermehrungszeit sind laut UBA die Monate Mai bis Oktober. Zum Problem werden vor allem ihre Ausscheidungen, weil sie Allergene enthalten.
„Im Herbst zeigt sich, ob ein Staubsauger den feinen Staub festhält oder ihn nur in der Wohnung verteilt. Dass kein Etikett diesen Unterschied seit Jahren mehr zeigt, halte ich für eine Lücke. Bis neue EU-Regeln kommen, sollten Allergiker beim Hersteller gezielt nach Filterklasse und Staubemission fragen“, sagt Alexander Weipprecht, Geschäftsführer der Provimedia GmbH.
Die Frist für die Überprüfung der Staubsauger-Verordnung lief im August 2018 ab
Nach Artikel 7 Absatz 1 der Verordnung (EU) Nr. 666/2013 hatte die Kommission dem Ökodesign-Konsultationsforum die Ergebnisse einer Überprüfung spätestens fünf Jahre nach dem Inkrafttreten zu übermitteln. Ein Arbeitsdokument der Kommissionsdienststellen vom 16. April 2025 nennt als Frist den 2. August 2018 und als Stand der Überarbeitung eine Folgenabschätzung in Vorbereitung. Untersucht wird nach Angaben der Kommission, ob akkubetriebene Staubsauger und Saugroboter künftig erfasst und ob Werkstoffe und Lebensdauer berücksichtigt werden sollten.
Seit 2017 gelten die Ökodesign-Grenzwerte auch für Trockensauger mit Wasserfilter
Wie ein Staubsauger mit Wasserfilter die Ansaugluft durch den Wasserbehälter führt, erklärt der Beitrag zur Funktionsweise von Staubsaugern mit Wasserfilter des Fachportals. Im Sinne von Artikel 2 Nummer 15 der Verordnung (EU) Nr. 666/2013 ist ein Staubsauger mit Wasserfilter ein Trockensauger, in dem als wichtigstes Filtermedium mehr als 0,5 Liter Wasser verwendet wird. Die Ansaugluft wird dabei durch das Wasser geleitet, das das aufgenommene trockene Material bindet.
Die Verordnung gilt für netzbetriebene Staubsauger einschließlich Hybridgeräten mit Netzstrom und Akku. Nicht darunter fallen gemäß Artikel 1 Absatz 2 unter anderem Nasssauger, kombinierte Nass- und Trockensauger mit mehr als 2,5 Liter Flüssigkeitsaufnahme, ausschließlich akkubetriebene Staubsauger und Saugroboter. Für Geräte, die seit dem 1. September 2017 in Verkehr gebracht werden, nennt Anhang I unter anderem eine Staubemission von höchstens 1,00 Prozent. Hinzu kommen Vorgaben zu Energieverbrauch, Leistungsaufnahme, Staubaufnahme, Schallleistungspegel, Schlauchhaltbarkeit und Motorlebensdauer. Die Ausnahme für Staubsauger mit Wasserfilter steht im Verordnungstext nur bei der ersten Stufe ab dem 1. September 2014. Bei der zweiten Stufe ab dem 1. September 2017 fehlt sie.
Als Staubemission definiert Anhang II das Verhältnis der ausgestoßenen zu den angesaugten Staubpartikeln von 0,3 bis 10 Mikrometer Größe, gezählt nach ihrer Anzahl. Mitgezählt wird auch Staub, der durch Lecks austritt oder den das Gerät selbst erzeugt.
Welche Vorsorge das Umweltbundesamt gegen Hausstaubmilben empfiehlt und was es Allergikern zusätzlich nennt
Fünf Vorsorgemaßnahmen aus der längeren Liste des Umweltbundesamts zielen darauf, die Milbendichte in der Wohnung zu senken:
regelmäßiges Stoßlüften, damit die Luftfeuchtigkeit in Wohn- und Schlafräumen sinkt
eine Temperatur im Schlafzimmer von höchstens 18 Grad Celsius
Bettwäsche häufig wechseln und bei mindestens 60 Grad Celsius waschen
Matratzen alle sieben bis zehn Jahre erneuern, weil nach etwa sieben Jahren die höchste Allergendichte erreicht ist
Teppiche mehrmals pro Woche absaugen und glatte Böden feucht wischen
Für Allergiker nennt das Amt zusätzlich Schutzhüllen, die Milben nicht in Matratzen, Kissen oder Bettdecken dringen lassen, und spezielle Luftreiniger. Auf Milbensprays und mit Bioziden ausgerüstete Matratzen sollten Haushalte laut UBA verzichten, weil ausgewaschene Wirkstoffe die Umwelt belasten. Nach dem Stand vom September 2026 bleiben für neu in Verkehr gebrachte Staubsauger im Geltungsbereich der Verordnung (EU) Nr. 666/2013 deren Anforderungen maßgeblich; kombinierte Nass- und Trockensauger über 2,5 Liter Flüssigkeitsaufnahme sind ausgenommen. Eine Rückmeldephase zu den Entwürfen kündigte das Beteiligungsportal an, einen Termin nannte es Ende September 2026 noch nicht. Wer vor dem Winter 2026/27 ein neues Gerät sucht, erfragt Filterklasse und Staubemission deshalb weiterhin beim Hersteller.
Die vorstehenden Angaben zur Verordnung (EU) Nr. 666/2013, zur für nichtig erklärten Delegierten Verordnung (EU) Nr. 665/2013 und zur Planung der Kommission geben den am 29. September 2026 abgerufenen Stand wieder. Sie sind keine Rechtsberatung.
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