Innerbetrieblicher Transport mit Transparenz: Aufträge, Paletten und Container sicher nachverfolgen

In vielen Industrieunternehmen hängt die Produktionsversorgung nicht nur von der Kommissionierung ab, sondern vor allem davon, wie zuverlässig Ware anschließend an die richtigen Linien gelangt. Genau in dieser Phase entstehen häufig die größten Reibungsverluste: Aufträge sind „irgendwo unterwegs“, Paletten tauchen nicht rechtzeitig an der Linie auf oder wurden versehentlich am falschen Ort abgestellt. Die Folge sind Rückfragen, Suchaktionen und im schlimmsten Fall Stillstände. Der Schlüssel liegt in einer einfachen, aber konsequenten Antwort auf zwei Fragen: Welcher Auftrag wurde mitgenommen? und wo befindet er sich gerade?

Use Case: Tourenfahrt von Bereitstellzonen zu mehreren Produktionslinien

Ein Industrieunternehmen kommissioniert Aufträge im Lager und stellt die Ware anschließend auf Bereitstellplätzen ab. Diese Bereitstellzonen sind nach Produktionslinien organisiert und zusätzlich farblich unterteilt. Pro Linie existieren mehrere Farben, etwa um Prioritäten, Bereiche oder interne Zuständigkeiten zu kennzeichnen. Gleichzeitig stehen dort viele Paletten und Container parallel, was die Übersicht im Schichtbetrieb erschwert.

Ein Fahrer übernimmt die Ware mit einem Flurförderzeug, lädt mehrere Paletten auf und fährt in einer Tour verschiedene Produktionslinien an. Die Auftragsnummern liegen als Barcodes vor – grundsätzlich also ideale Voraussetzungen, um die Transporte digital zu erfassen. In der Realität wird jedoch häufig nicht durchgängig dokumentiert, was genau verladen wurde und wo die Paletten letztlich abgestellt wurden. Informationen werden mündlich weitergegeben, auf Papier notiert oder gar nicht festgehalten, weil Zeitdruck herrscht.

Typische Situationen entstehen dann, wenn eine Produktionslinie Material anfordert und niemand sicher sagen kann, ob die Palette noch am Bereitstellplatz steht, bereits verladen wurde oder vielleicht an einer anderen Linie gelandet ist. Die Suche beginnt: Telefonate, Laufwege, Abgleich mit Kollegen. Manchmal wird sogar vorsorglich eine zweite Lieferung gefahren, obwohl die erste längst unterwegs ist – nur eben ohne Nachweis. Besonders kritisch wird es bei Touren mit mehreren Linien: Die Reihenfolge kann sich ändern, Eilbedarfe kommen dazwischen, und am Ende ist schwer nachvollziehbar, ob alle vorgesehenen Aufträge wirklich mitgenommen und korrekt zugestellt wurden.

Wo Ineffizienzen und Herausforderungen entstehen

Die erste Schwachstelle liegt beim Verladen. Wenn Paletten ohne eindeutige Bestätigung aufgenommen werden, bleibt der Auftrag in einem unklaren Zustand zwischen „bereitgestellt“ und „irgendwo im Prozess“. Für Disposition und Produktion ist dieser Zwischenzustand wertlos, weil er keine sichere Aussage erlaubt. Genau daraus entstehen Rückfragen und Suchzeiten.

Die zweite Schwachstelle betrifft die Zustellung an der Linie. Bei mehreren Linien und farblich getrennten Abstellzonen reichen kleine Fehler: Eine Palette wird an der falschen Linie oder im falschen Bereich abgestellt. Der Fehler fällt oft erst später auf – dann, wenn die Linie Material erwartet und nichts findet. Aus einem simplen Transport wird ein Störfall, der mehrere Personen bindet und die Versorgungssicherheit gefährdet.

Hinzu kommt das Thema Lademittel und Container. Neben Europaletten sind oft Mehrwegbehälter, Spezialcontainer oder Gitterboxen im Umlauf. Wenn deren Bewegungen nicht sauber gebucht werden, verschwinden Bestände „im Prozess“. Das fällt häufig erst auf, wenn Behälter fehlen und Ersatz teuer oder kurzfristig organisiert werden muss. Damit wird Lademittelmanagement zu einem versteckten Kosten- und Risikohebel.

COSYS Software Vorstellung: Scan-gestützter Prozess ab Kommissionierende

COSYS greift den Prozess genau ab dem Zeitpunkt auf, an dem die Kommissionierung abgeschlossen ist. Der Ablauf bleibt logisch und praxisnah Beim Verladen werden Paletten gescannt, anschließend werden sie zu den Produktionslinien ausgeliefert, und bei jeder Linie wird die Zustellung per Scan bestätigt.

In der Praxis bedeutet das: Der Fahrer scannt beim Aufnehmen die Barcode-Auftragsnummer (und je nach Ausgestaltung zusätzlich Paletten- oder Behältercodes). Damit ist sofort dokumentiert, welche Aufträge tatsächlich verladen wurden. Der Auftrag erhält einen klaren Statuswechsel, etwa von „bereitgestellt“ zu „verladen“ beziehungsweise „in Tour“. Diese Transparenz reduziert Rückfragen unmittelbar: Wenn ein Auftrag als „verladen“ geführt wird, ist er nicht mehr am Bereitstellplatz zu suchen. Gleichzeitig lassen sich Fehlverladungen frühzeitig vermeiden, weil das System darauf hinweisen kann, wenn eine Palette nicht zur geplanten Tour oder zum vorgesehenen Auftrag passt.

Für die Tourenlogik lassen sich Fahraufträge anlegen und zu Touren bündeln. Das schafft Struktur, ohne die Flexibilität zu verlieren. Auch wenn ein Fahrer mehrere Linien nacheinander anfährt oder Prioritäten sich kurzfristig ändern, bleibt nachvollziehbar, welche Aufträge Teil der Tour sind und in welchem Status sie sich befinden.

Der entscheidende Schritt ist die Übergabe an der Linie: Bei jeder Produktionslinie wird die Palette erneut gescannt, diesmal als Auslieferbestätigung. Dadurch entsteht ein belastbarer Nachweis (inklusive Zeitstempel und Fahrer), dass die Palette an Linie X zugestellt wurde. Genau dieser „Proof of Delivery“ verhindert den häufigsten Streitpunkt im Alltag: „Ist die Palette schon da?“ – denn die Antwort ist dann nicht mehr Vermutung, sondern Systemstatus.

Lademittelverwaltung und Container-Management als Ergänzung

COSYS verknüpft den innerbetrieblichen Transport mit der Lademittelverwaltung. Dadurch wird nicht nur der Auftrag verfolgt, sondern auch das eingesetzte Lademittel. So lässt sich nachvollziehen, welche Container an welcher Linie stehen, welche Behälter zurückgeführt wurden und wo Bestände sich stauen oder schwinden. Das stabilisiert den Umlauf, reduziert Verluste und verhindert, dass fehlende Lademittel zum Engpass werden.

Welchen Beitrag leistet COSYS Business Intelligence?

Durch die Scanereignisse entstehen Daten, die COSYS Business Intelligence auswertbar macht. Dadurch lassen sich Durchlaufzeiten von „verladen“ bis „zugestellt“, typische Tourendauern, Engpässe und wiederkehrende Störungen sichtbar machen. Auch Lademittelbestände können nach Bereichen analysiert werden, inklusive Umlaufzeiten und Auffälligkeiten. So wird aus einem gefühlten Problem („wir suchen ständig“) ein messbarer Prozess, der gezielt optimiert werden kann.

Fazit

Der Use Case zeigt, wie schnell innerbetrieblicher Transport zur Blackbox wird, wenn Verladen und Zustellung nicht eindeutig dokumentiert sind. Fehlende Transparenz führt zu Suchzeiten, Fehlzustellungen und Risiken für die Produktionsversorgung. COSYS löst diese Herausforderungen mit einem konsequenten, aber einfachen Prinzip: Scannen beim Verladen und Scannen bei der Auslieferung an der Linie – ergänzt um Tourensteuerung sowie Lademittel- und Container-Management. Das Ergebnis ist ein nachvollziehbarer Prozess, in dem jederzeit klar ist, welcher Auftrag wo ist – und genau das macht den innerbetrieblichen Transport planbar, stabil und effizient.

 

Die COSYS Ident GmbH mit Sitz in Grasdorf (bei Hildesheim) besteht seit knapp 40 Jahren und ist eines der führenden Systemhäuser im Bereich mobiler Datenerfassungslösungen für Android und Windows. Ein mittelständisches Unternehmen, das seit 1982 die Entwicklung von Identifikationssystemen vorantreibt und heute branchenspezifische Komplettlösungen für nahezu alle gängigen Geschäftsprozesse anbietet. Vom Prozessdesign und der Konzepterstellung, über die Implementierung der Hard- und Software bis hin zum Projektmanagement und maßgeschneiderten Wartungsverträgen, decken wir das komplette Leistungsspektrum der Systementwicklung, Integration und Betreuung ab. Des Weiteren bietet COSYS einen Reparaturservice, WLAN-Funkvermessung, sowie Lösungen für die Bauteil-Rückverfolgung mittels DPM-Codes.