14. Januar 2026 – Zu digitalisieren gibt es bei der Bundeswehr fraglos genug, denn allzu oft bremsen ineffiziente Prozesse in der Verwaltung die Truppe noch aus. In Friedenszeiten ist das bestenfalls nervig, doch im Bündnis- oder Verteidigungsfall können Papierformulare, manuelle Datenübertragungen sowie komplizierte Abläufe und Systeme die Streitkräfte erheblich schwächen. Zum Beispiel weil Informationen nicht rechtzeitig da ankommen, wo sie benötigt werden, oder weil der Nachschub an die Front plötzlich stockt. Ohne Mampf kein Kampf, wie man so schön zu sagen pflegt.
Leider erfolgt die Digitalisierung bislang häufig an den Bedürfnissen der Kameradinnen und Kameraden vorbei beziehungsweise haben sich deren Bedürfnisse zwischen Anforderungserhebung und der Umsetzung, die gerne mal einige Jahre dauern kann, signifikant verändert. Viele Tools und Formulare sind zudem wenig benutzerfreundlich – also nicht einheitlich aufgebaut sowie äußerst komplex, weil jeder Einzelfall abgedeckt werden muss und daher auch irrelevante Informationen abgefragt werden. Das muss sich in diesem Jahr definitiv ändern.
Ziel für 2026 sollte es sein, die Soldatinnen und Soldaten stärker in den Mittelpunkt der Digitalisierung zu stellen – sie in die Initiativen und Projekte von Anfang an und insbesondere dauerhaft mit einzubeziehen. Denn digitale Tools und Formulare, die sich an ihren Bedürfnissen orientieren und intuitiv gestaltet sind, sorgen für echte Erleichterungen im Alltag – und werden auch besser angenommen als komplizierte Lösungen von oben, die den Praxistest nicht bestehen.
Wünschenswert wäre beispielsweise ein zentrales Portal für Formulare und Anträge, das Soldatinnen und Soldaten mit verständlichen Fragen zum richtigen Formular und durch den Ausfüllvorgang führt. Perspektivisch sollte man dann auch mit GenAI dafür sorgen, dass nur relevante Informationen abgefragt werden, und auch gleich eine Plausibilitäts- und Vollständigkeitsprüfung vornehmen, auf Fehler hinweisen und Vorschläge machen. Gerade bei Anträgen, die komplex sind oder selten gebraucht werden, wäre das eine enorme Hilfe. Aber auch schon KI-freie Möglichkeiten sind als erster Schritt zielführend und notwendig.
Mit „Low Code“ und „No Code“ sollten die Soldaten, Bundeswehrbeamten und zivilen Angestellten in der Verwaltung künftig befähigt werden, viele smarte Formulare und Tools (im Sinn von Verfahrensabläufen) selbst zu erstellen – schließlich wissen sie in der Regel am besten, wo es in den Prozessen und Verfahren hakt. Auf diese Weise würde die Bundeswehr ihre Digitalisierung nicht nur stärker am Alltag der Soldatinnen und Soldaten ausrichten, sondern auch ihre Eigenleistungsfähigkeit erhöhen, sprich: mehr Geschwindigkeit in die Digitalisierung bekommen, ohne den eigenen Digitalisierungspartner BWI und nachgelagerte andere IT-Partner mit Klein- und Kleinstprojekten zu belasten. Man mag es nicht glauben, aber die Anpassung zum Beispiel eines einfachen Dropdown-Menüs kann in Folge von Entwicklungszyklen und Verwaltungsaufwand derzeit gerne mal fast ein Jahr dauern.
Die Bundeswehr würde mit einem Digitalisierungsfokus auf die Soldaten jedenfalls digital deutlich schneller zukunftsfähig werden. Und zugleich wäre das mit einer Erhöhung der Resilienz verbunden, die aktuell ständig eingefordert wird.
Dieses Statement und das Bild in höherer Auflösung können unter www.brandmacher.de/company/pegasystems abgerufen werden.
