Kommentar von Fabian Repp, Geschäftsführer Silprotec
Banken zählen zu den kritischen Infrastrukturen. Dennoch zeigt die Praxis, dass viele Institute ihre Sicherheitskonzepte noch immer auf einzelne Schutzobjekte wie Tresore oder Schließfächer beschränken. Angrenzende Bereiche, etwa Tiefgaragen oder Nebenräume, bleiben dabei häufig unzureichend abgesichert. Diese Schwachstellen könnten gezielt für einen Einbruch ausgenutzt werden. Ein rein physischer Schutz einzelner Räume, Elemente oder Bauteile reicht daher nicht mehr aus. Gefordert ist ein moderner, ganzheitlicher Durchbruchschutz, der alle potenziellen Angriffswege konsequent berücksichtigt.
Ein aktueller Fall: Wenn Täter über Tiefgaragen angreifen
Ende 2025 war in den Medien zu lesen, dass eine Bank in Nordrhein-Westfalen Ziel eines außergewöhnlichen Einbruchs wurde. Die Täter verschafften sich zunächst Zugang über eine Tiefgarage und bohrten mit einem Spezialgerät ein Loch durch die Stahlbetonwand direkt in den Tresorraum. Dieser Fall steht symptomatisch für eine Entwicklung: Kriminelle nutzen zunehmend „weiche“ bauliche Strukturen oder angrenzende Räume, um bestehende Schutzbarrieren zu umgehen. Das klassische Sicherheitsdenken – Tür, Wand, Tresor – greift zu kurz, wenn angrenzende Bereiche nicht ausreichend geschützt sind.
Was bedeutet Durchbruchschutz in der Praxis?
Durchbruchschutz bedeutet weit mehr als dickere Wände oder ein robustes Tresorgehäuse. Er umfasst:
-ganzheitliche Hüllenschutzmaßnahmen, die alle angrenzenden Strukturen einbeziehen;
-frühzeitige Detektion und Alarmierung, die bereits beim Versuch eines Durchbruchs meldet;
-robuste physische Schutzschichten in Wänden, Decken und Zugangsbereichen, die mit geeigneten Sensoren überwacht werden.
Ein moderner Durchbruchschutz berücksichtigt also nicht nur die Frage, was im Tresorraum passiert, sondern auch, welche weiteren Wege Angreifer nutzen können, um dorthin zu gelangen.
Durchbruchschutz – ein Muss für ganzheitliche Sicherheitskonzepte
Angriffe erfolgen immer häufiger an unerwarteten Stellen – etwa über Nebenräume, Garagen oder technische Schächte. Ein moderner Durchbruchschutz muss auch diese Schwachstellen gezielt adressieren und in ein ganzheitliches Sicherheitskonzept integrieren. Nur so lassen sich Vermögenswerte zuverlässig schützen und spektakuläre Schadensfälle wie im vergangenen Jahr vermeiden.
