Der nächste Kunde einer Druckerei ist womöglich kein Mensch mehr, sondern ein KI-Agent, der eigenständig recherchiert, vergleicht und bestellt. Was das für (Online-)Druckereien und ihre Geschäftsmodelle bedeutet, beschreibt zipcon consulting im neuen Whitepaper „Agentic Print – Print wird Infrastruktur“. Autor Bernd Zipper erklärt darin, warum sich der Marktzugang gerade verschiebt – und wie Betriebe im agentischen Kanal sichtbar bleiben. Das Papier steht kostenlos zum Download bereit.
Als Branchenexperte mit einem Gespür für kommende Trends hat sich Bernd Zipper schon vor Jahren einen Namen gemacht. Nun hat der Gründer und CEO des Beratungsunternehmens zipcon consulting und Vorstandsvorsitzende der Initiative Online Print e.V. ein neues Whitepaper zum Thema Agentic Print veröffentlicht. Die Kernaussage darin: Druckereien, die ihr Angebot nicht maschinenlesbar auffindbar machen, spielen im Onlinehandel der Zukunft keine Rolle mehr, ja tauchen darin erst gar nicht auf. Denn in Zeiten von Künstlicher Intelligenz wandert die Kaufentscheidung und -abwicklung zunehmend vom Menschen hin zum KI-Agenten – und das verändert auch das Geschäftsmodell von (Online-)Druckereien grundlegend.
Worum geht es bei Agentic Print?
Anlass für das Papier ist eine Entwicklung, die nicht aus der Druckbranche, sondern aus dem Handel kommt: Im Januar 2026 stellte Google auf der Handelskonferenz der National Retail Federation in New York das Universal Commerce Protocol (UCP) vor – gemeinsam mit Shopify sowie Händlern wie Walmart, Target, Etsy und Wayfair und weiteren Partnern aus der Zahlungs- und Handelswelt. OpenAI und Stripe arbeiten parallel dazu am Agentic Commerce Protocol (ACP), Anthropic am Model Context Protocol (MCP). Welcher dieser drei Standards sich im Onlinehandel der Zukunft durchsetzen wird, mag offen sein. Was jedoch feststeht, ist, dass große Plattformen zeitgleich die Infrastruktur für einen Handel aufbauen, in dem Maschinen einkaufen.
Für den Onlineprint, so ist sich Zipper sicher, verschiebt sich damit die Grundlage seines Geschäftsmodells. Denn es ist nicht mehr der Kunde, der sich auf der Suche nach einem Produkt und anhand definierter Kriterien durch die Shops klickt; ein Agent liest ein maschinenlesbares Profil der Leistungen des Onlineshops aus, das unter einer festen Adresse auf der Domain hinterlegt ist. Was dort nicht steht, existiert für den Agenten nicht. Selbst große Onlinedruckdienstleister würden, wie Zipper bereits auf dem Online Print Summit 2026 betonte, oft nicht von agentischen Systemen gefunden.
Doch anstatt nur auf die kritischen Punkte zu zeigen, ordnet Bernd Zipper in dem neuen Whitepaper auch die Chance ein, die in der neuen Entwicklung liegt: den Ausstieg aus dem reinen Preiswettbewerb und damit einhergehend den Aufstieg von Agentic Print.
Der Online Generierte Print-Umsatz (OGPU) in der D/A/CH-Region liegt seiner Einschätzung nach bei rund 8,1 Milliarden Euro. In diesem Markt entscheidet bislang vor allem der Preis. Ein KI-Agent dagegen, der „heute liefern“ oder einen belegten CO?-Wert als Kriterium an die Hand bekommen hat, sortiert die Angebote nach Erfüllung dieser Anforderungen, nicht nach dem günstigsten Preis. Damit wird, so Zipper, Differenzierung maschinenlesbar – und damit wieder bezahlbar.
Die Kehrseite der Entwicklung benennt das Whitepaper aber ebenso: Bei Preis, Termin oder der Einhaltung von Nachhaltigkeitszertifikaten wird der Vergleich schonungslos. Denn in Zeiten von Agentic Print entstehe Vertrauen im agentischen Kanal nicht über Kampagnen, sondern über den Nachweis und die Einhaltung der Zusagen.
Mit Agentic Print meint Zipper aber nicht nur die Nachfrageseite. Erst wenn agentengesteuerte Nachfrage und eine durchautomatisierte, selbst KI-unterstützte Produktion zusammenlaufen, schließt sich der Kreislauf. Die Bausteine dafür – Print-on-Demand, Mass Customization, zunehmend automatisierte Drucksäle – existieren bereits; sie müssen nur neu gekoppelt werden.
Initiative zur Entwicklung eines UCP-Print-Verticals ist bereits gestartet
Damit auch konfigurierte, dateibasierte Druckprodukte in dem neuen Standard sauber abgebildet werden, hat die Initiative Online Print (IOP) gemeinsam mit BVDM und Intergraf bereits im Mai 2026 die Entwicklung eines Branchen-spezifischen UCP-Verticals dev.ucp.print gestartet. Beigetreten sind dem Projekt außerdem dpsuisse, VIGC, CIP4, die Ghent Workgroup und die PRINTING United Alliance, die das UCP-Print-Vertical damit zu einem internationalen Engagement machen. Für das vierte Quartal 2026 ist bereits die Einreichung eines formalen Enhancement Proposals geplant. Das ist der erste Schritt zu einem offiziellen Branchenstandard für Print im Agentic Commerce.
Einladung zur Diskussion
Das neue Whitepaper von zipcon versteht sich ausdrücklich als Diskussionspapier, nicht als Gutachten. Es arbeitet mit nummerierten Quellen und benennt die sechs stärksten Gegenargumente ebenso wie die Bedingungen, unter denen die These scheitern könnte. Inhaltlich behandelt es unter anderem eine Definition und Abgrenzung des Begriffs, die ökonomische Logik hinter dem Wandel, die wachsende Rolle von Vertrauen und Nachweisbarkeit, die sechs typischen Einwände samt Antwort sowie einen konkreten Handlungsrahmen für den Einstieg für Druckereien in das Thema. Zielgruppe des Papers sind Geschäftsführung, Strategie- und Digitalverantwortliche in Onlinedruckereien und bei Print-Dienstleistern.
„Wer seine Leistungen heute nur in PDF-Preislisten vorhält, ist für einen KI-Agenten unsichtbar. Das ist keine Zukunftsmusik, sondern schon jetzt Realität. Wer die Standards mitschreibt, schreibt die Spielregeln – wer wartet, bekommt sie vorgesetzt“, sagt Bernd Zipper, Autor des Whitepapers und Vorsitzender der Initiative Online Print e.V. über die Hintergründe des branchenweiten Engagements.
Download
Das Whitepaper „Agentic Print – Print wird Infrastruktur“ kann kostenlos heruntergeladen werden. Die deutsche Fassung lässt sich unter https://zipcon.de/agentic-print/ anfordern, die englische unter https://zipcon.de/en/agentic-print/. Der Downloadlink wird nach Eingabe der Kontaktdaten per E-Mail zugestellt.
Die zipcon consulting GmbH ist eines der führenden Beratungsunternehmen der Druck- und Medienbranche im deutschsprachigen Raum. Zipcon ist eine unabhängige und ganzheitliche Technologie- und Strategieberatung und ist rund um den Globus aktiv. Bernd Zipper, Gründer und Inhaber der zipcon consulting, und sein Team sind treibende Marktinnovatoren in den Bereichen Agentic Print, Mass Customization, Digitaldruck, Web-to-Print, E-Business Print, Funktionales Drucken, Colormanagement, Qualitätssicherung, Management Information Systeme (MIS), Print, Workflow und Automatisierung.
