Der globale IT-Integrator Transition Technologies PSC führt in sechs Produktionsstätten des spanischen Unternehmens Finsy ein System zur vorausschauenden Instandhaltung ein. Die auf künstlicher Intelligenz basierende Lösung wird mehr als 900 Maschinen umfassen und dazu beitragen, das Risiko von Ausfällen und ungeplanten Stillständen zu verringern.
Die moderne Holz- und Möbelindustrie erfordert eine immer höhere Zuverlässigkeit der Produktionsprozesse. Steigende Energiekosten, der Druck zur Effizienzsteigerung und die Notwendigkeit, Rohstoffe optimal zu nutzen, führen dazu, dass jeder Ausfall einer Schlüsselanlage schwerwiegende Folgen für den Betrieb haben kann. Insbesondere bei der Herstellung von Holzwerkstoffen kann der Stillstand einer Presse, einer MDF-Linie oder des Hauptantriebs innerhalb kurzer Zeit den Betrieb der gesamten Fabrik beeinträchtigen.
Bislang basierte die Instandhaltung in vielen Betrieben vor allem auf regelmäßigen Inspektionen und der Erfahrung des technischen Personals. Immer häufiger greifen Unternehmen jedoch auf digitale Lösungen zurück, die es ermöglichen, potenzielle Ausfälle vorherzusagen und zu reagieren, bevor es zu kostspieligen Produktionsstillständen kommt.
Künstliche Intelligenz im Dienste der Instandhaltung
Genau diesen Weg hat Finsa eingeschlagen – einer der bedeutendsten europäischen Hersteller von Holzwerkstoffen. Das Unternehmen hat eine Zusammenarbeit mit Transition Technologies PSC (TT PSC) begonnen, um ein prädiktives Instandhaltungssystem in sechs Produktionsstätten in Spanien einzuführen.
Ziel des Projekts ist der Übergang vom traditionellen, reaktiven Instandhaltungsmodell zu einer datengestützten Strategie. Das System wird den Maschinenbetrieb analysieren, Unregelmäßigkeiten erkennen und den Zeitpunkt anzeigen, zu dem ein Serviceeinsatz erforderlich ist.
„Unsere Entwicklungsstrategie sieht eine Expansion in ausgewählte ausländische Märkte vor. Wir konzentrieren uns auf den Bereich der Implementierung künstlicher Intelligenz in der Industrie, darunter Predictive Maintenance sowie Datenüberwachung und -analyse. Durch die Implementierung für das spanische Unternehmen stärken wir unsere Präsenz in Westeuropa. Der Umfang der Implementierung bei Fins ist ein Beweis dafür, dass die europäische Schwerindustrie künstliche Intelligenz derzeit nicht als Experiment betrachtet, sondern als Grundlage des täglichen Geschäftsbetriebs und als Mittel zum Aufbau eines Wettbewerbsvorteils“, sagt Szymon Bartkowiak, Geschäftsführer von TT PSC.
Überwachung von mehr als 900 Maschinen
Im Rahmen des Projekts wird TT PSC mehrere Technologieebenen miteinander verbinden – Industriegeräte, Analysesysteme und die im Unternehmen eingesetzten Geschäftslösungen.
Über 900 Maschinen, die in den Werken von Finsy im Einsatz sind, werden überwacht. Die Daten zu ihrem Betrieb werden mithilfe der für die industrielle Kommunikation zuständigen Kepware-Plattform sowie des ThingWorx-Systems erfasst und analysiert, das eine erweiterte Datenanalyse und den Einsatz von Modellen des maschinellen Lernens ermöglicht.
Das System wird Anzeichen identifizieren, die auf einen bevorstehenden Ausfall hindeuten könnten – darunter ungewöhnliche Vibrationen, Temperaturänderungen oder Abweichungen bei den Betriebsparametern der Anlagen. Dadurch erhalten die Instandhaltungsteams die Möglichkeit, Wartungsmaßnahmen frühzeitig zu planen.
Ein wesentlicher Bestandteil der Lösung ist zudem die Integration in das SAP-System. Die Erkennung eines potenziellen Problems kann automatisch einen Arbeitsauftrag für das zuständige Team generieren, einschließlich Informationen über Art und Ort des Fehlers.
Dieser Ansatz ermöglicht es, sowohl ungeplante Ausfälle als auch unnötige, nach einem festen Zeitplan durchgeführte Kontrollen zu reduzieren.
Die Integration von IT und OT ist entscheidend für Industrie 4.0
Wie Vertreter von TT PSC betonen, ist die größte Herausforderung der digitalen Transformation der Industrie nicht der Zugang zu Daten an sich, sondern deren richtige Nutzung und Verknüpfung mit Geschäftsprozessen.
„Die wichtigste Erkenntnis, die andere Unternehmen aus der Holzindustrie aus dieser Implementierung ziehen können, ist der Ansatz zur Integration der IT- und OT-Welten (Operational Technology). Die häufigste Herausforderung bei der digitalen Transformation ist nicht der Mangel an Daten, sondern deren Streuung. Die Installation autonomer Sensoren, die nicht mit übergeordneten Unternehmensmanagementsystemen kommunizieren, schafft lediglich technologische Inseln. Erst wenn die Informationen vom Fertigungsarbeitsplatz automatisch in die Arbeitspläne der Mitarbeiter und die Beschaffungsprozesse für Ersatzteile einfließen, können wir von echter Industrie 4.0 sprechen“, erklärt Szymon Bartkowiak.
Digitale Lösungen in der Instandhaltung werden somit nicht nur zu einem technologischen Werkzeug, sondern auch zu einem Bestandteil der Geschäftsstrategie. Eine bessere Prozesskontrolle, Kosteneinsparungen und eine höhere Maschinenverfügbarkeit ermöglichen es Unternehmen, auf einem anspruchsvollen Markt effektiver zu konkurrieren.
Mit über 600 Spezialisten in den Bereichen IoT, Cloud, Augmented Reality, Machine Learning, Enterprise PLM und anderen Technologien entlang der digitalen Wertschöpfungskette, arbeitet Transition Technologies PSC mit vielen der weltweit etabliertersten Unternehmen zusammen. Mit Niederlassungen auf drei Kontinenten betreut TT PSC Kunden aus den Bereichen Investitionsgüter, Energie, Pharma, Medizintechnik, Automobilindustrie, Konsumgüter, Kommunikation und Hightech. Darüber hinaus ist TT PSC ein 15-jähriger Partner von PTC, Inc. und zudem langjähriger Partner vieler multinationaler Unternehmen, die ihre Strategien und Geschäftspläne mit führenden Technologien und Geschäftslösungen unterstützen.
