Ein Glasfaseranschluss bietet hohe Übertragungsraten, doch seine praktische Nutzung hängt auch von der Einrichtung innerhalb der Immobilie ab. Nach der Schaltung muss zunächst der Router korrekt eingerichtet werden. Von seiner Position und Konfiguration hängt unter anderem ab, wie zuverlässig das WLAN die genutzten Räume erreicht und ob vorhandene Geräte eingebunden werden können. Treten an dieser Stelle Schwierigkeiten auf, erlebt der Kunde sie als Problem des gesamten Anschlusses, unabhängig davon, wo die technische Ursache liegt.
„Aus Kundensicht zählt nicht, an welcher Stelle ein Problem entsteht. Wenn Internet, Telefonie oder WLAN nach der Aktivierung nicht funktionieren, wird der Anschluss insgesamt infrage gestellt. Deshalb müssen wir den Übergang vom Netz in die Nutzung sehr ernst nehmen“, sagt Jörg Peil, Geschäftsführer der Telkotec GmbH. Telkotec deckt mit mehr als 400 Mitarbeitern für verschiedene Netzanbieter die vollständige Installation und Entstörung in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens und Hessens ab und bearbeitet monatlich etwa 10.000 Neuinstallationen und mehrere 1.000 Störungsfälle.
Viele gemeldete Störungen entstehen im Bereich zwischen dem aktivierten Anschluss und der tatsächlichen Nutzung in Wohnung oder Betrieb. Der Router steht möglicherweise an einer ungünstigen Stelle, vorhandene Telefone müssen neu eingebunden werden oder das WLAN erreicht einzelne Räume nicht ausreichend. Auch die vorhandene Hausverkabelung kann beeinflussen, welche Leistung an den Endgeräten ankommt. Wenn der Techniker diese Situation bereits während der Aktivierung berücksichtigt, lassen sich manche spätere Servicefälle vermeiden oder zumindest schneller einordnen.
Für Netzbetreiber gewinnt dieser Punkt mit steigenden Anschlusszahlen an Bedeutung. Jeder zusätzliche Termin bindet Personal und verzögert weitere Aufträge. Ein strukturierter Aktivierungsprozess soll deshalb möglichst viele offene Fragen beim ersten Einsatz klären. Techniker müssen dafür wissen, wie der Anschluss eingerichtet wurde und welche Fehler an dieser Stelle typischerweise auftreten. Eine nachvollziehbare Dokumentation hilft ihnen, die Ursache bei einem späteren Servicefall schneller einzugrenzen.
„Wir erleben täglich, wie stark die Zufriedenheit vom ersten Nutzungserlebnis abhängt. Wenn Router, Telefonie und WLAN direkt nach der Aktivierung funktionieren, entsteht Vertrauen in die neue Technik. Wenn das nicht gelingt, beginnt für alle Beteiligten zusätzlicher Aufwand“, erklärt Telkotec-Mitgründer und -Geschäftsführer Winfried Hecking. Telkotec betrachtet die Einrichtung beim Kunden deshalb als Bestandteil der Aktivierung. Nach dem Termin soll der Anschluss so eingerichtet sein, dass die vorgesehenen Dienste genutzt werden können.
Bei der Umstellung von älteren Anschlussarten auf Glasfaser kommen weitere praktische Fragen hinzu. Kunden möchten beispielsweise ihre bisherige Telefonnummer behalten oder vorhandene Endgeräte weiterverwenden. In größeren Wohnungen kann sich außerdem die Frage stellen, ob zusätzliche WLAN-Komponenten benötigt werden. Techniker müssen solche Situationen erkennen und nach den Vorgaben des jeweiligen Netzbetreibers bearbeiten.
Wenn die Einrichtung beim ersten Termin gelingt, sinkt die Wahrscheinlichkeit zusätzlicher Rückfragen und Serviceeinsätze. Für den Kunden zählt dabei vor allem, dass der gebuchte Anschluss anschließend zuverlässig genutzt werden kann. Für den Netzbetreiber reduziert eine fachgerechte Installation innerhalb des Gebäudes zugleich den Aufwand, der nach der eigentlichen Aktivierung entstehen kann.
