Eine politische Wortwahl aus Washington sorgt plötzlich für Bewegung auf dem Domainmarkt. US-Präsident Donald Trump will den Begriff „Artificial Intelligence“, kurz AI, in der Kommunikation der US-Regierung durch „Super Intelligence“, kurz SI, ersetzen. Ende September wurde die neue Bezeichnung für Bundesbehörden offiziell vorgegeben.
Für die Internetwelt hat diese sprachliche Änderung einen überraschenden Nebeneffekt. Denn die passende Domainendung existiert bereits: .si.
Eigentlich ist .si die Länderkennung Sloweniens. Doch ähnlich wie die ursprünglich zu Anguilla gehörende Endung .ai durch den KI-Boom eine völlig neue internationale Bedeutung erhalten hat, könnte .si nun als Abkürzung für „Super Intelligence“ wahrgenommen werden.
Aus 3.500 Registrierungen im Monat werden Tausende am Tag
Der Effekt war unmittelbar sichtbar. Vor Trumps Ankündigung verzeichnete die slowenische Registry ungefähr 3.500 neue Si-Domains in einem ganzen Monat. Nach seiner Rede wurden zeitweise rund 3.700 Domains pro Tag registriert. Ende September waren insgesamt mehr als 220.000 .si-Domains vergeben.
Das ist ein wichtiger Unterschied: SI ist noch lange nicht das neue AI.
Ob sich die Abkürzung international durchsetzt, ist offen. Hinzu kommt ein begriffliches Problem: „Superintelligence“ hatte bereits vor Trumps Initiative eine etablierte Bedeutung. In der KI-Forschung bezeichnet der Begriff üblicherweise eine hypothetische Intelligenz, die menschliche Fähigkeiten weit übertrifft. Trumps Sprachregelung verwendet den Ausdruck dagegen wesentlich allgemeiner für heutige künstliche Intelligenz.
Genau diese Unsicherheit macht die Si-Domain für den Domainmarkt interessant.
Sind die besten Superintelligence-Domains schon weg?
Wer jetzt nach Begriffen wie superintelligence.si sucht, kommt vergleichsweise spät. Die naheliegendsten Namen wurden teilweise schon lange vor Trumps Vorstoß registriert.
Eine Untersuchung bestehender Registrierungen zeigt beispielsweise, dass superintelligence.si bereits seit 2023 und superintelligent.si seit 2024 registriert sind. Auch rund um Begriffe aus den Bereichen Intelligenz, Denken und Computing wurden bereits zahlreiche Namen gesichert.
Das bedeutet aber nicht, dass keine sinnvollen Namen mehr existieren.
Si muss nicht im Domainnamen stehen, weil es bereits rechts vom Punkt steht.
Die zweite Strategie: Namen, die nach einer vollständigen Marke klingen
Noch interessanter können Domains sein, bei denen „.si“ nicht nur als Abkürzung verstanden wird, sondern optisch Bestandteil des Namens wird.
Solche sogenannten Domain Hacks gibt es unter .si bereits seit Jahren. Bekannte Beispiele für dieses Prinzip sind pep.si von Pepsi und jit.si von Jitsi.
Damit eröffnet sich ein wesentlich größerer Namensraum.
Wörter und Marken, die auf „si“ enden oder sich sinnvoll mit diesen Buchstaben vervollständigen lassen, können durch den Punkt geteilt werden. Statt die Domainendung nur hinter einen Namen zu hängen, wird sie zum Bestandteil des Namens selbst.
Für Domaininvestoren kann diese Kategorie sogar langlebiger sein als die reine Superintelligence-Spekulation. Denn ein guter Domain Hack funktioniert unabhängig davon, ob die Welt in fünf Jahren noch von „SI“ spricht.
Si bedeutet außerdem „Ja“
Eine dritte Verwendung hat mit künstlicher Intelligenz überhaupt nichts zu tun.
Im Spanischen bedeutet sí „ja“. Auch im Italienischen steht sì für „ja“. Ohne Akzent geschrieben entsteht daraus genau die Buchstabenfolge si.
Damit eignet sich .si besonders für Webseiten, deren Botschaft Zustimmung, Entscheidung oder eine positive Handlungsaufforderung ist.
Denkbar sind Markenbotschaften, bei denen die Endung als gesprochenes „sí“ beziehungsweise „sì“ gelesen wird.
Für spanisch- und italienischsprachige Projekte kann die Endung deshalb eine völlig andere emotionale Bedeutung bekommen: Zustimmung, Einverständnis und ein positives „Ja“.
Diese Verwendung ist keineswegs nur theoretisch. .si wurde schon vor dem Superintelligence-Boom wegen seiner sprachlichen Doppelbedeutungen für Domain Hacks eingesetzt.
Und in Slowenien hat „si“ noch einmal eine andere Bedeutung
Natürlich darf bei all dem nicht vergessen werden, was .si tatsächlich ist: die offizielle Länderendung Sloweniens.
Auch sprachlich ist die Buchstabenkombination dort interessant. „si“ ist im Slowenischen unter anderem eine Form des Verbs „sein“. Deshalb existiert bereits seit Langem eine eigene slowenische Domain-Hack-Kultur rund um .si.
Damit besitzt die Endung inzwischen mindestens vier unterschiedliche Einsatzmöglichkeiten:
Slowenien – Super Intelligence – „sí/sì“ als Ja – Domain Hacks.
Kann jeder eine .si-Domain registrieren?
Die Registrierung ist vergleichsweise unkompliziert.
Allerdings gelten selbstverständlich Marken- und Namensrechte. Gerade nach einem solchen Registrierungsschub ist es riskant, einfach bekannte Unternehmens- oder Produktnamen unter .si zu registrieren und anschließend darauf zu hoffen, sie an den Markeninhaber verkaufen zu können.
Viel interessanter ist die Suche nach generischen Begriffen, neuen Wortkombinationen und echten Markenideen.
Wird .si das nächste .ai?
Das lässt sich derzeit nicht seriös beantworten.
Die AI-Domain hatte Jahre Zeit, sich von der Länderendung Anguillas zu einer weltweit verstandenen Technologie-Endung zu entwickeln. Bei .si erleben wir dagegen gerade erst die ersten Tage eines möglichen Bedeutungswandels.
Hinzu kommt: Die US-Regierung kann ihre eigene Terminologie ändern, aber sie kann der weltweiten Technologiebranche nicht vorschreiben, AI künftig SI zu nennen. Aktuell ist deshalb keineswegs entschieden, ob Open-Source-Projekte, Start-ups, Investoren, Medien und Verbraucher den neuen Begriff dauerhaft übernehmen. Eine aktuelle Umfrage deutet sogar darauf hin, dass „AI“ in der Bevölkerung weiterhin wesentlich vertrauter und beliebter ist als „SI“.
Für Domains ergibt sich daraus eine ungewöhnliche Situation.
Wer ausschließlich darauf setzt, dass SI das Kürzel AI vollständig verdrängt, spekuliert auf eine Entwicklung, die keineswegs sicher ist.
Wer dagegen einen Namen findet, der gleich auf mehreren Ebenen funktioniert, hat eine wesentlich interessantere Domain: als Super-Intelligence-Adresse, als kurzer Markenname, als Domain Hack oder sogar als spielerisches „Ja“.
Die Suche nach den verbliebenen Perlen hat gerade erst begonnen
Beim Aufstieg von .ai waren schließlich ebenfalls nicht nur Domains wie artificialintelligence.ai interessant. Besonders begehrt wurden kurze, verständliche Begriffe, Produktnamen und Verben, die zusammen mit der Endung eine eigenständige Marke bilden konnten.
Bei .si dürfte deshalb die spannendere Frage nicht lauten:
„Welche Superintelligence-Domain ist noch frei?“
Sondern:
„Welcher Begriff bekommt durch .si plötzlich eine zweite Bedeutung?“
Genau dort könnten sich noch Namen verstecken, die der erste Registrierungsansturm übersehen hat.
Denn selbst wenn Donald Trumps „Super Intelligence“ eines Tages wieder aus dem politischen Sprachgebrauch verschwindet, bleiben Slowenien, das spanische und italienische „Ja“ und die Möglichkeit kreativer Domain Hacks bestehen.
Und vielleicht ist genau das die eigentliche Stärke von .si: Diese zwei Buchstaben müssen sich gar nicht auf eine einzige Bedeutung festlegen.
Hans-Peter Oswald
https://www.domainregistry.de/si-domains.html
https://www.domainregistry.de/ai-domains.html
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2018 landete Secura beim Industriepreis unter den Besten. Secura gewann 2016 den „Ai Intellectual Property Award 2016“ als „Best International Domain Registration Firm – Germany“. Beim „Innovationspreis-IT der Initiative Mittelstand 2016“ wurde Secura als Innovator qualifiziert und wurde beim „Innovationspreis-IT der Initiative Mittelstand 2016“ im Bereich e-commerce auch als einer der Besten ausgezeichnet. Beim Innovationspreis-IT der Initiative Mittelstand 2012 und beim Industriepreis 2012 landete Secura GmbH unter den Besten. Beim HOSTING & SERVICE PROVIDER AWARD 2012 verfehlte Secura nur knapp die Gewinner-Nominierung.
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