Mehr als Verpackung: die Rolle von Lademitteln
Lademittel nehmen Waren auf, schützen ihren Inhalt und erleichtern Transport sowie Lagerung. Mit ihnen können Artikel zu größeren Einheiten zusammengefasst und mit Staplern, Förderanlagen oder anderen logistischen Hilfsmitteln bewegt werden. In vielen Unternehmen sind sie wiederverwendbare Betriebsmittel und damit ein eigenständiger Kosten- und Bestandsfaktor.
Das Spektrum reicht von EPAL-Europaletten, Industrie-, Einweg- und Mehrwegpaletten über Gitterboxen und Kunststoffbehälter bis zu Kleinladungsträgern (KLT). Ebenfalls verbreitet sind Rollcontainer, Fässer, Transportgestelle, Container sowie für bestimmte Produkte entwickelte Sonderladungsträger. Werden solche Hilfsmittel nicht rechtzeitig zurückgeführt oder in beschädigtem Zustand unbemerkt weitergeführt, kann das den Warenfluss beeinträchtigen.
Welche Einheiten Vorrang bei der Erfassung haben
Ein guter Ausgangspunkt ist die Frage, welche Folgen es hätte, wenn ein Ladungsträger verloren ginge oder zur falschen Zeit am falschen Ort stünde. In der Regel sollten Mehrweg-Lademittel besonders konsequent dokumentiert werden, weil sie zwischen internen Standorten, Kunden, Lieferanten und Speditionen zirkulieren.
Europaletten, Gitterboxen, KLT, Kunststoffboxen und Rollcontainer gehören deshalb in vielen Betrieben zu den wichtigen Erfassungsgruppen. Bei teuren Spezialgestellen oder einzeln markierten Behältern lohnt sich häufig eine Identifikation über Barcode oder Seriennummer. Dagegen lassen sich große Mengen baugleicher, nicht etikettierter Paletten oft wirtschaftlicher über die Anzahl je Typ und Tauschpartner führen.
Der Detaillierungsgrad sollte also zum Wert, zum Verlustrisiko und zum jeweiligen Prozess passen. Nicht jede Einwegverpackung erfordert ein Einzelkonto; bei wertrelevanten oder prozesskritischen Hilfsmitteln ist fehlende Transparenz jedoch teuer.
Es reicht nicht, nur den Lagerbestand zu zählen
Damit die Bestandsführung aussagekräftig wird, müssen die wesentlichen Bewegungsarten erfasst sein. Dazu zählen Wareneingang und Ausgabe ebenso wie Rücknahme, direkter Tausch, Umlagerung, Schadensmeldung und Aussonderung. Für jeden Vorgang sollten Lademitteltyp, Menge, Zeitpunkt und verantwortlicher Standort beziehungsweise Geschäftspartner nachvollziehbar sein.
Verlässliche Stammdaten sind dafür eine Voraussetzung. Einheitliche Typbezeichnungen, Stückwerte, Eigentümer und gegebenenfalls Identifikationsnummern verhindern Missverständnisse. Ebenso braucht es klare Regeln: Ab welchem Zeitpunkt gilt ein Behälter als ausgegeben? Wer darf eine Rückgabe bestätigen? Wie werden nicht einsatzfähige Ladungsträger aus dem verfügbaren Bestand genommen?
Fehlerquellen an Übergabepunkten reduzieren
Papierbelege und nachträglich gepflegte Tabellen erzeugen leicht Lücken zwischen physischer Bewegung und Buchung. Unterschiedliche Angaben von Spedition und Empfänger verstärken das Problem. Eine mobile Erfassung direkt an der Übergabestelle verringert den Übertragungsaufwand. Ergänzende Zustandsfotos können bei strittigen Schäden oder Mengenabweichungen helfen.
Unternehmen sollten zudem regelmäßig die Salden wichtiger Tauschpartner prüfen und überfällige Rückgaben nachverfolgen. Erst wenn Buchungen im Alltag zuverlässig erfolgen, werden die daraus gewonnenen Kennzahlen für Einkauf und Disposition belastbar.
Umsetzung mit der COSYS Lademittelverwaltung
Nach den vorliegenden Produktbeschreibungen können mit COSYS Paletten, Behälter und weitere Ladungsträger bei Ein- und Auslagerung, Rückgabe oder Tausch mobil gebucht werden. Die Identifikation ist wahlweise seriennummernbezogen oder mengenbasiert vorgesehen. Die erfassten Vorgänge fließen in das zentrale Backend und werden im COSYS WebDesk für Bestandsprüfungen und Lademittelkonten angezeigt.
Dort lässt sich nachverfolgen, welche Mengen einzelnen Kunden, Lieferanten und anderen Partnern zugeordnet sind und was noch zurückgegeben werden muss. Auch Bilder, Rückgabefristen und Bewegungsverläufe gehören zu den beschriebenen Informationen.
COSYS nennt darüber hinaus Business-Intelligence-Funktionen zur Auswertung von Zu- und Abgängen, Bestandswerten, Umschlag, Beschädigungsquoten und Verweilzeiten. Kennzahlen und Prognosen können helfen, knappe Behältertypen frühzeitig zu erkennen, Rückführungen zu veranlassen und Neuanschaffungen besser zu planen. Welche Funktionen konkret genutzt werden, richtet sich nach der jeweiligen Lösung und Einrichtung.
Fazit
Erfasst werden sollten vorrangig solche Ladungsträger, die wiederverwendbar, wertvoll oder für die Leistungserbringung unverzichtbar sind. Die passende Methode reicht von der einfachen Mengenführung bis zur individuellen Rückverfolgung. Digitale Lademittelkonten und Auswertungen wie in der COSYS Lösung können dazu beitragen, vorhandene Ressourcen besser zu nutzen, Abweichungen schneller zu klären und die Beschaffung am tatsächlichen Bedarf auszurichten.
