Mit generativer KI lässt sich heute in wenigen Tagen eine App bauen, die einen Barcode liest, eine Menge abfragt und das Ergebnis in eine Tabelle schreibt. Für viele IT-Abteilungen liegt deshalb eine Frage nahe: Warum nicht die eigene Inventur-App entwickeln, statt eine Lösung einzukaufen?
Die Frage ist berechtigt. Und KI ist dabei ein starkes Werkzeug: Sie beschleunigt Prototypen, schreibt Code, hilft bei der Analyse von Daten. Die ehrliche Antwort hängt allerdings weniger an der Frage, ob sich eine Zähl-App bauen lässt, sondern an dem, was nach dem Prototyp kommt.
Was ein Prototyp zeigt und was nicht
Ein Prototyp beweist, dass Scannen und Speichern funktionieren. Eine Inventur verlangt mehr: dass in einer Nacht dutzende Personen an mehreren Standorten gleichzeitig zählen, ohne dass Daten verloren gehen, Bereiche fehlen oder Ergebnisse ungeprüft in der Warenwirtschaft landen. Diese Anforderungen entstehen nicht im Code, sondern im Betrieb.
Zehn Dinge, die eine Inventurnacht verlangt
– Stammdaten auf dem Gerät. Artikel und Sollbestände müssen vorher aus der Warenwirtschaft übernommen und auf jedes Gerät geladen werden.
– Zählen ohne Netz. Im Lager reißt das WLAN ab. Die App muss lokal weiterarbeiten und später sauber synchronisieren.
– Zählplätze und Vollständigkeit. Die Inventurleitung muss sehen, welche Bereiche fehlen oder doppelt gezählt wurden.
– Kontrolle vor der Buchung. Differenzlisten, gezielte Nachzählungen und eine Freigabe, bevor das Ergebnis die Warenwirtschaft erreicht.
– Nachvollziehbarkeit. Wer hat wann, wo und mit welchem Gerät gezählt? Was wurde gelöscht? Der Wirtschaftsprüfer fragt danach.
– Rollen und Rechte. Wer darf zählen, nachzählen, freigeben, exportieren?
– Schnittstellen. Daten müssen zuverlässig aus dem ERP kommen und wieder dorthin zurück, auch nach dem nächsten ERP-Update.
– Geräte. Für hohe Scanmengen braucht es MDE-Geräte mit Scanner, Ersatzakkus und Ladekonzept. Sie müssen beschafft, eingerichtet, verteilt und zentral verwaltet werden.
– Begleitung am Zählabend. Wenn um 21 Uhr ein Gerät streikt, braucht jemand eine Antwort, und keine Ticketnummer für Montag.
– Pflege. Neue Betriebssysteme, neue Geräte, neue Anforderungen des Prüfers: Die App muss jedes Jahr wieder funktionieren, auch wenn ihr Entwickler das Unternehmen verlassen hat.
Jeder dieser Punkte lässt sich mit eigener Entwicklung lösen. Zusammen machen sie aus einem Prototyp ein Produkt, das Jahr für Jahr betrieben, getestet und unterstützt werden muss.
Was eine spezialisierte Lösung mitbringt
Die COSYS Inventursoftware deckt diese Anforderungen als fertigen Prozess ab. Stammdaten kommen über Schnittstellen aus der Warenwirtschaft, gezählt wird mit der COSYS Inventur App nach Zählplätzen, auch offline. Im COSYS WebDesk prüft die Inventurleitung Zählplatzübersicht und Differenzlisten, vergibt Nachzählungen und gibt die Ergebnisse frei. Jede Zählung ist einem Zählplatz, Benutzer, Gerät und Zeitpunkt zugeordnet, gelöschte Positionen bleiben sichtbar, und die Protokolle bleiben über Jahre abrufbar.
Dazu kommt, was sich nicht programmieren lässt: Geräte, die vorkonfiguriert in die Filialen geliefert werden, Begleitung per Fernzugriff und Telefon, nach Vereinbarung auch vor Ort, und Prozesswissen aus vielen Inventuren. Software, Hardware und Service kommen aus einer Hand, mit Unterstützung durch Fachleute vom ersten Tag an.
Wo KI im eigenen Haus sinnvoll bleibt
Das heißt nicht, dass KI in der Inventur keinen Platz hat. Interne Teams können sie gut für Auswertungen nutzen, etwa um Differenzen über mehrere Jahre zu analysieren oder Zählpläne vorzubereiten. Voraussetzung dafür sind saubere, strukturierte Inventurdaten. Genau die liefert ein kontrollierter Zählprozess.
Die Frage vor der Entscheidung
Bevor ein Team mit der Eigenentwicklung beginnt, lohnt eine einfache Übung: die zehn Punkte durchgehen und für jeden notieren, wer ihn in drei Jahren noch verantwortet. Bleiben dabei Lücken, ist die Kombination aus spezialisierter Lösung und eigener KI-Analyse oft der schnellere Weg zu einer belastbaren Inventur.
Sie überlegen, Ihre Inventur-App mit KI selbst zu entwickeln, und möchten den Aufwand mit einer fertigen Lösung vergleichen?
Kontaktieren Sie das COSYS Team für eine individuelle Beratung zu Inventursoftware, Offline-Erfassung, Zählplatzkontrolle, ERP-Anbindung sowie vorkonfigurierten MDE-Geräten und technischem Support. Vereinbaren Sie einen Termin unter vertrieb@cosys.de oder +49 5062 900 0.
Alternativ können Sie die kostenlose COSYS Inventur Demo-App für Android und iOS testen.
