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Europäische Netzbetreiber benötigen mehr Freiheit

A.T. Kearney-Studie: Marktvolumen der
Telekommunikationsbranche kann sich bis 2020 um mehr als 40
Milliarden Euro pro Jahr vergrößern

Die europäische Telekommunikationsbranche verliert an Kraft und
hinkt der Branchenentwicklung in anderen Weltregionen finanziell
hinterher. Doch mit den richtigen Rahmenbedingungen könnte der
europäische Telekommunikationsmarkt bis zum Jahr 2020 zusätzliche
Umsätze in Höhe von bis zu 40 Milliarden Euro jährlich
erwirtschaften. Netzbetreiber benötigen dafür mehr Freiheit bei der
Gestaltung ihrer Preise, bei der Einführung von Innovationen und der
Stärkung ihrer Marktposition. Nur so können sie den negativen Trend
umkehren und eine gesunde, wettbewerbsfähige Branche am Leben
erhalten. Dies zöge wiederum die notwendigen Investitionen für den
Ausbau einer weltweiten digitalen Infrastruktur an.

A.T. Kearney und die Vereinigung der Europäischen
Telekom-Netzbetreiber (European Telecommunications Network Operators-
Association, ETNO) haben in der gemeinsamen Studie „A Future Policy
Framework for Growth“ die Potenziale der europäischen
Telekommunikationsbranche untersucht. Die Studie analysiert aktuelle
Umsatztrends der europäischen Telekommunikationsbranche und zeigt
Möglichkeiten zur Regeneration des Wachstums auf.

Solange Politik und Netzbetreiber die momentanen Marktbedingungen
nicht deutlich ändern, werde aus dem gesamten
Telekommunikationssektor Kapital abgezogen, prognostiziert die
Studie. Die Autoren analysieren deshalb Möglichkeiten für ein
Umsatzwachstum. Mit bereits bestehenden wie auch mit neuen
Dienstleistungen könnte sich das Marktvolumen bis zum Jahr 2020 um
mehr als 40 Milliarden Euro pro Jahr vergrößern lassen. Zudem können
die Netzbetreiber bis zu zehn Milliarden Euro jährlich einsparen,
wenn sie ihre internen Strukturen optimieren und sich stärker im In-
und Ausland positionieren.

Mehr Freiheiten für Netzbetreiber

In der Studie werden drei Erfordernisse genannt, um
Telekommunikationsunternehmen eine möglichst effektive Marktteilnahme
zu ermöglichen:

1. Sie brauchen die Freiheit, ihre Preise für Dienste noch
flexibler gestalten zu können. Nur so können sie den tatsächlichen
Wert ihrer Dienstleistung bei Kunden geltend machen und vom Wachstum
der Breitbandnutzung profitieren.

2. Sie benötigen Freiraum, um auf Augenhöhe mit Wettbewerbern
anderer Branchen innovative neue Dienstleistungen entwickeln und
einführen zu können.

3. Zudem erfordern effektive Telekommunikationsunternehmen die
Freiheit, ihre Tätigkeiten zu bündeln und ein europaweites Geschäft
aufzubauen. Das stimmt mit den jüngsten Überlegungen überein, einen
einheitlichen Markt für digitale Dienstleistungen aufzubauen.

Mark Page, Partner bei A.T. Kearney und leitender Autor der
Studie: „Ein gesunder Telekommunikationsmarkt ist unverzichtbar für
die europäische Wirtschaft. Hierzu sind umfangreiche Investitionen
für den Ausbau der digitalen Netze notwendig. In jüngster Zeit haben
Geldgeber aber bevorzugt in die Telekommunikation anderer Regionen
investiert. Zukunftsweisende Rahmenbedingungen könnten nun wieder zu
mehr Wachstum führen.“

Investitionskürzungen drohen

Ohne regulatorische Änderungen und einen Wandel der Marktstruktur
sieht die Branche schwierigen Zeiten entgegen. Laut Studie drohen
Umsatzeinbußen von bis zu 50 Milliarden Euro im Jahr 2020. Der freie
Cashflow der europäischen Telekommunikationsbranche könnte von 44
Milliarden Euro im Jahr 2011 auf nur noch 23 Milliarden Euro im Jahr
2020 fallen – trotz ständiger Bemühungen der Betreiber zur
Effizienzsteigerung und der Einführung neuer Dienstleistungen in den
Hochgeschwindigkeitsnetzen. Dies könnte zu gravierenden
Investitionskürzungen führen.

Luigi Gambardella, ETNO-Vorstandsvorsitzender: „Die Studie zeigt,
dass die aktuellen Schwierigkeiten des europäischen
Telekommunikationsmarktes auch durch eine Reform der aktuellen
Regulierungsrahmenbedingungen überwunden werden können. Wir begrüßen
die jüngsten Bestrebungen der Europäischen Kommission, die Stabilität
der Großhandelspreise für den Mobile Access zu garantieren und
Flexibilität bei Glasfaser Produkten zu schaffen. Gleichzeitig sind
die Initiativen der Kommission zur Reform des Regulierungsansatzes
zur Schaffung eines einheitlichen Marktes unabdingbar. Es besteht
Handlungsbedarf, um den Netzbetreibern größere Skaleneffizienzen zu
erlauben, wenn wir einen Markt wollen, der sein Wachstumspotenzial
voll ausschöpft – zu Gunsten der gesamten Wirtschaft.“

Über die Studie

Die Studie leistet einen unabhängigen Beitrag zur laufenden
Debatte über die Zukunft des Telekommunikationsmarktes. Sie wurde von
ETNO und A.T. Kearney in Zusammenarbeit mit zahlreichen europäischen
Markteilnehmern angefertigt. Die Branchenanalyse betrachtet die
Herausforderungen für Betreibergesellschaften, die ihre
Unabhängigkeit erhalten wollen. Sie beobachtet und veranschaulicht,
unter welchen Voraussetzungen der in Europa geltende rechtliche
Rahmen geändert werden kann.

Die 38 ETNO-Mitgliedsunternehmen und zwölf Beobachter aus Europa
und darüber hinaus repräsentieren einen bedeutenden Teil der
Informations- und Kommunikationstechnologie-Geschäfte in Europa. Sie
bringen es auf einen jährlichen Gesamtumsatz von mehr als 600
Milliarden Euro und beschäftigen 1,6 Millionen Menschen. ETNO-Firmen
sind die Breitband-Hauptantriebskräfte und haben sich dem
kontinuierlichen Wachstum von Breitband in Europa verpflichtet.

Pressekontakt:
Anika Martin
Marketing & Communications
Kaistr. 16A
40221 Düsseldorf
+49 211 1377 2320 Office
anika.martin@atkearney.com

Weitere Informationen unter:
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Posted by on 8. Mai 2013. Filed under Information & TK,Internet. You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0. You can leave a response or trackback to this entry

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