KLT in der Fertigung verwalten: Verfügbare Behälter sichern den Materialfluss

KLT in der Fertigung verwalten: Verfügbare Behälter sichern den Materialfluss

Kleine Behälter mit großer Bedeutung für die Produktion

Schrauben, Sensoren, Steckverbinder oder vorbereitete Baugruppen werden häufig in Kleinladungsträgern bewegt. Die meist stapelbaren Mehrwegbehälter verbinden Wareneingang, Lager, interne Transporte und Montagearbeitsplätze. Standardisierte KLT-Systeme, wie sie im Umfeld des Verbands der Automobilindustrie entwickelt wurden, sind auf manuelles Handling und mechanisierte Prozesse ausgerichtet. Ihre Maße ermöglichen die Kombination mit gängigen Euro- und ISO-Ladeeinheiten.

KLT übernehmen mehrere Aufgaben zugleich: Sie schützen Komponenten, unterstützen eine geordnete Bereitstellung, dienen als Zwischenlager und werden nach der Entleerung in den Kreislauf zurückgeführt. Abhängig von der Ausführung können sie auch in Förderanlagen, automatisierten Lagern oder fahrerlosen Transportsystemen eingesetzt werden.

Warum die Zahl im System nicht immer der Realität entspricht

Wenn Behälter lediglich auf Papier gezählt oder ihre Bewegungen nachträglich in ein ERP-System eingetragen werden, entstehen zeitliche Lücken. Ein Bestand kann auf dem Bildschirm verfügbar erscheinen, obwohl ein großer Teil bereits an anderen Linien, bei einem Lieferanten oder in einem weiteren Werk steht. Ebenso können Behälter zwar vorhanden, aber verschmutzt oder beschädigt und damit vorerst unbrauchbar sein.

Zusätzliche Schwierigkeiten ergeben sich durch unterschiedliche Größen und Ausführungen, unklare Übergaben sowie wechselnde Produktionsmengen. Gerade bei neuen Aufträgen oder kurzen Fertigungszyklen steigt der Bedarf rasch. Werden diese Veränderungen erst spät erkannt, bleiben oft nur Expressfahrten, kurzfristige Zukäufe oder eine Umplanung.

Rechenbeispiel: Wie teuer zwei Stunden Unterbrechung werden können

Ein hypothetisches Werk fertigt 120 Baugruppen je Stunde. Bei einem angenommenen Deckungsbeitrag von 35 Euro pro Baugruppe verursacht ein zweistündiger Ausfall rechnerisch einen entgangenen Deckungsbeitrag von 8.400 Euro: 120 × 35 Euro × 2. Müssen zusätzlich leere KLT für 900 Euro per Express angeliefert werden, ergibt sich eine rechnerische Belastung von 9.300 Euro.

Die Zahlen sind ein Modell und keine allgemeingültige Schadenshöhe. Eventuelle Zusatzschichten, Verzögerungen von Kundenaufträgen, Umrüstungen oder Vertragsfolgen bleiben darin unberücksichtigt. Das Beispiel zeigt, weshalb Behälterverfügbarkeit in der Fertigungssteuerung berücksichtigt werden sollte.

Digital erfassen, sobald ein Behälter den Bereich wechselt

Ein praxistaugliches Konzept verknüpft die Bewegung eines KLT mit einem Standort, einem Empfänger und gegebenenfalls einem Auftrag. Beim Warenausgang, an der Linie oder bei der Rücknahme scannt die zuständige Person den Behälter beziehungsweise dessen Kennzeichnung. Die Buchung wird dem zentralen Bestand zugeordnet. Bei seriennummerngeführten KLT lässt sich die Historie einer bestimmten Einheit einsehen; alternativ können gleichartige Behälter mengenbezogen verwaltet werden.

Wichtig ist auch die Zustandsinformation. Meldungen zu Verunreinigung oder Schäden, ergänzende Fotos und Vermerke verhindern, dass nicht einsatzbereite KLT als verfügbar eingeplant werden. Nachvollziehbare Übernahmen reduzieren zudem Diskussionen darüber, welcher Partner zuletzt für einen Ladungsträger zuständig war.

Funktionen der COSYS Behältermanagement-Lösung

Nach Angaben von COSYS können KLT-Übergaben, Rücknahmen und Umlagerungen mobil auf Smartphones oder Datenerfassungsgeräten gebucht werden. Im browserbasierten WebDesk stehen aktuelle Mengen, Standorte und Buchungsverläufe bereit. Filter nach Werk, KLT-Typ, Kunde oder Lieferant ermöglichen eine gezielte Auswertung. Digitale Lademittelkonten bilden ab, bei wem noch Behälter ausstehen.

Die Lösung unterstützt laut Produktbeschreibung zudem Seriennummernverfolgung, Fotos und elektronische Unterschriften. Dashboards können Bestandsentwicklung, Umschlag, Umlaufzeiten und überfällige Rückgaben zeigen. Auf Basis historischer Daten lassen sich Bedarfe abschätzen, um Behälter rechtzeitig umzuverteilen oder zu beschaffen. Schnittstellen zu ERP-, Lagerverwaltungs- und Transportsystemen sollen doppelte Erfassungen vermeiden.

Wie Unternehmen die KLT-Versorgung stabilisieren

Eine reine Inventur beantwortet nur die Frage nach dem Bestand zu einem bestimmten Zeitpunkt. Für die tägliche Produktionslogistik müssen darüber hinaus Bewegungen, Rücklaufzeiten und die einsatzfähigen Mengen an den relevanten Bereitstellungsorten bekannt sein. Sinnvoll sind deshalb verbindliche Buchungspunkte, festgelegte Verantwortlichkeiten, eine separate Behandlung defekter KLT und regelmäßig geprüfte Mindestbestände.

Fazit

KLT sind Teil der Produktionsversorgung und sollten wie andere kritische Ressourcen geplant werden. Digitale Bestands- und Umlaufinformationen helfen, fehlende Behälter vor dem Stillstand zu erkennen. COSYS stellt hierfür nach eigenen Angaben mobile Erfassung, zentrale Konten, Rückverfolgung und Analysefunktionen bereit. Ihr Nutzen entsteht vor allem dann, wenn die zugrunde liegenden Prozesse konsequent gepflegt werden.

Die COSYS Ident GmbH mit Sitz in Grasdorf bei Hildesheim entwickelt seit 1982 Lösungen zur Digitalisierung und Optimierung von Logistik- und Geschäftsprozessen. Als mittelständischer Spezialist für Auto-ID, mobile Datenerfassung und Intralogistik bietet COSYS heute eine integrierte Plattform für die Digitalisierung von Waren-, Material- und Informationsflüssen. Das Portfolio umfasst unter anderem Lagerverwaltung, Bestandsführung, Lademittel- und Behältermanagement, Transport- und Werkslogistik, Inhouse-Logistik, Paketmanagement, Inventur, Asset Management und Business Intelligence. Mobile Apps, WebDesk sowie Cloud- und On-Premises-Lösungen verbinden operative Prozesse mit zentraler Verwaltung, Analyse und Optimierung. KI, Task Management, Process Mining und eigenes MDM erweitern die Plattform um intelligente Automatisierungs-, Analyse- und Verwaltungsfunktionen. COSYS begleitet Unternehmen von der Prozessanalyse und Konzeption über die Implementierung und Integration bis hin zu Support und langfristiger Betreuung. Ergänzend stehen passende MDE-Hardware, Auto-ID-Technologien, Reparaturservice und WLAN-Funkvermessung zur Verfügung.