Bertrandt hat mit violis.io den ersten Platz bei den automotiveIT „IT Team Awards 2026“ in der Kategorie „Ecosystem Excellence“ erreicht. Die Plattform ermöglicht es, Fahrzeugsoftware bereits in einer virtuellen Umgebung zu integrieren und zu testen, bevor die entsprechenden realen Steuergeräte oder Fahrzeuge verfügbar sind. Entwicklungsteams können dadurch früher mit Tests beginnen, zahlreiche Prüfungen parallel durchführen und Fehler schneller erkennen. Gleichzeitig werden physische Prüfstände entlastet und zusätzliche Investitionen in Testhardware reduziert.
Die Auszeichnung wurde kürzlich im Rahmen des automotiveIT Kongresses verliehen. In der Kategorie „Ecosystem Excellence“ werden Lösungen ausgezeichnet, mit denen Technologiepartner und gemeinsam arbeitende Teams die Weiterentwicklung der Automobilindustrie unterstützen, beispielsweise durch IT-Projekte mit nachvollziehbarem wirtschaftlichem Nutzen, innovativer Technologie und nachhaltiger Wirkung auf die Arbeitsweise von Unternehmen. Die Gesamtwertung setzt sich zu 60 Prozent aus dem Urteil einer Fachjury und zu 40 Prozent aus dem Community-Voting zusammen.
Mit der steigenden Zahl softwarebasierter Fahrzeugfunktionen wächst auch der Aufwand für deren Absicherung. Neue Funktionen und Updates müssen umfassend getestet werden. Gleichzeitig sind reale Testanlagen nur begrenzt verfügbar. Das kann dazu führen, dass Entwicklungsteams auf freie Kapazitäten warten müssen und Fehler erst zu einem späteren Zeitpunkt im Entwicklungsprozess erkennen.
Die Plattform violis.io des Engineeringpartners Bertrandt bildet Steuergeräte und ihr Zusammenspiel in einer virtuellen Umgebung nach und führt dafür virtuelle Steuergeräte, Simulationsmodelle und vorhandene Testwerkzeuge zusammen. So kann Fahrzeugsoftware bereits getestet werden, wenn die entsprechende Hardware noch nicht zur Verfügung steht. Entwicklungsteams können frühzeitig überprüfen, ob einzelne Funktionen wie vorgesehen arbeiten und unterschiedliche Fahrzeugfunktionen zuverlässig zusammenspielen.
Anders als bei klassischen, hardwaregebundenen Tests ist die Testkapazität dabei nicht von der Zahl verfügbarer Prüfstände abhängig: Virtuelle Testumgebungen lassen sich auf geeigneter IT-Infrastruktur vervielfältigen und parallel betreiben. violis.io stellt die benötigten Testumgebungen bereit, automatisiert Abläufe und bündelt die Ergebnisse. Durch die offene Verbindung unterschiedlicher Werkzeuge und Testumgebungen können vorhandene Systeme und etablierte Testabläufe weiterhin genutzt und in automatisierte Abläufe integriert werden. Die Tests können sowohl parallel auf einer Cloud-Infrastruktur als auch innerhalb der IT-Umgebung ausgeführt werden. Bertrandt verbindet dabei seine Erfahrung aus der Fahrzeugabsicherung mit der Kompetenz für Aufbau und Betrieb der Plattform.
„Mit violis.io verlagern wir einen Teil der Absicherung in die virtuelle Welt und ermöglichen unseren Kunden damit, deutlich früher im Entwicklungsprozess mit dem Testen zu beginnen. Tests können parallel durchgeführt und Ergebnisse schneller verfügbar gemacht werden. Reale Prüfstände lassen sich dadurch gezielt für die Aufgaben nutzen, bei denen physische Hardware tatsächlich erforderlich ist“, sagt Nic Eckstein, Teamleiter im Bereich Testing Solutions bei Bertrandt.
Besonders deutlich zeigt sich der Vorteil von violis.io bei einer großen Zahl von Testfällen, etwa bei der Prüfung der Fahrzeugbeleuchtung. Werden 1.800 Testkombinationen mit einer durchschnittlichen Laufzeit von sieben Minuten nacheinander durchgeführt, dauert der Test insgesamt 210 Stunden. Werden dagegen 100 Tests gleichzeitig ausgeführt, sinkt die rechnerische Testdauer auf rund 2,1 Stunden. Durch diese Parallelisierung erhalten Entwicklungsteams deutlich früher Rückmeldung und können Fehler zügiger beheben. Das reduziert die Time-to-Market für neue Funktionen und Updates.
Gleichzeitig werden vorhandene Prüfstände entlastet und zusätzliche Investitionen in Testhardware reduziert.
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